Test
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20.02.2020

Praxis

Verwendungszweck

Als ein Kopfhörer in geschlossener Bauweise eignet sich der Austrian Audio Hi-X55 für den Einsatz in Aufnahmeräumen und dem Monitoring bei lauten Umgebungsgeräuschen. Da der Hi-X55 in Direktvergleich zu meinen professionellen Monitoring-Kopfhörern (Adam Audio Studio Pro, Audio-Technica ATH-M50X) bemerkenswert effektiv gedämmt ist, könnte man ihn bevorzugt in kritischen Situationen einsetzen, etwa bei übersprechungssensiblen Mikrofonierungen. Obwohl er darüber hinaus klanglich in einigen Parametern hervorragend performt, sehe ich persönlich den Hi-X55 subjektiv weniger am Mischplatz, doch mehr hierzu an späterer Stelle.

Tragekomfort

Die Passform und der Komfort, auch über längere Zeiträume, empfinde ich als ausgesprochen gelungen. Die Memory-Foam-Polster, sowohl an den Ohrmuscheln als auch am Kopfbügel machen einen erstklassigen Job und scheinen vom dem gleichen, sehr weichen Leder umhüllt zu sein, dass auch für die Ohrpolster meines AKG K812 verwendet wird. Allerdings konnte ich nirgends einen konkreten Hinweis auf das verwendete Material finden. Trotz der hohen Abschottung und einem regelrechten Ansaugen der Ohrmuscheln an den Kopf, erzeugt der AA-Kopfhörer kein unangenehmes Tragegefühl. Mit der Handhabung zur Größenanpassung muss man sich erst einmal vertraut machen. Prinzipiell handelt es sich um einen herkömmlichen Rastermechanismus, allerdings ist dieser beim Hi-X55 ungewöhnlich hoch am Kopfbügel zu bedienen, woran man sich aber schnell gewöhnt.

Klang

Der Austrian Audio Hi-X55 wurde für diesen Test an den folgenden Kopfhörerausgängen bzw. Verstärkern betrieben:

  • Lake People G93
  • SPL Phonitor mini
  • Apple iPad (6. Generation)
  • UAD Apollo 8

Frequenzgang

Der konturierte Bass vermeidet Überbetonungen und auch die gut ausbalancierten Höhen gefallen mir prinzipiell sehr gut, wogegen die Wiedergabe der Mitten nicht meinen Präferenzen entspricht und mich ein wenig an den AKG K872 erinnert, den ich vor einiger Zeit getestet habe und mit dem ich nicht so richtig warm wurde. Während die unteren Mitten reduziert und kühl wirken, klingen insbesondere Gesangsstimmen in den oberen Mitten etwas „topfig“ und „resonant“. Für einen Monitoringkopfhörer ist dies kein Drama und kann unter Umständen sogar zweckdienlich beim Performen sein, bei geschlossenen Kopfhörern habe ich allerdings immer die Hoffnung, ultimative Allrounder zu entdecken, die sowohl zum Recorden als auch für alle weiteren Arbeitsschritte bis hin zum Mischen und Mastern geeignet sind. Für mich persönlich besitzt der Hi-X55 diese Art der Universalität nicht, obwohl ich nicht ausschließen möchte, dass der Austrian Audio genau diese Funktion für andere Anwender erfüllen kann. Probiert es aus und kommentiert gerne eure Erfahrungen und Eindrücke am Ende dieses Reviews! 

Impulsverhalten und räumliche Abbildung

Hier punktet der Hi-X55 mit einer bemerkenswerten Tiefenstaffelung und einem natürlichen, fast dreidimensionalen Bühneneindruck, den man bei Kopfhörern der geschlossenen Bauart selten vorfindet. Besonders geschlossene Kopfhörer erzeugen bei mir häufig das Verlangen, die Crossfeed-Matrix meines SPL Phonitor mini zu aktivieren, beim Austrian Audio sehe ich hierzu keine Notwendigkeit. Weiterhin verfügt der Hi-X55 über eine schnelle Transientenansprache und eine hervorragende Dynamikwiedergabe, die ohne spürbare Kompressionsartefakte auskommt. In den genannten Parametern hat der AA-Kopfhörer durchaus das Potential zu kritischen Klangbeurteilungen.

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