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18.03.2019

Die besten Wireless-Systeme und Funkmikrofone unter 350 Euro

Funkstrecken für Einsteiger von t.bone, Shure, AKG und Samson

Preisgünstige Drahtlosanlagen für Musiker und Veranstalter

Drahtlose Mikrofone, egal ob Handmikros oder Lavaliermikrofone sind nicht mehr aus dem Fernseh-, Show-, bzw. Veranstaltungsgeschäft wegzudenken. Seit der Neuvergabe der freien Sendefrequenzen für Funkstrecken sind etliche Modelle neu auf den Markt gekommen, die uns umfassende Lösungen auf den eng gesetzten Bändern bieten. Wobei auch im Budget-Bereich nicht mit Features gegeizt wird und auch hier mehrere Systeme parallel auf den freien Frequenzen gefahren werden können.

Wir haben etliche Modelle getestet und stellen euch unsere Auswahl an preiswerten und guten Funkstrecken unter 350 Euro vor.

Grundsätzliches

Eine Funkstrecke besteht immer aus einem Sender und einem Empfänger. Beim Empfänger wird in True und Non Diversity unterschieden, also, ob eine oder zwei Antennen inklusive Empfangseinheiten an dem Gerät verbaut worden sind. Ein Mikrochip misst die jeweiligen Feldstärken der eingehenden Signale und leitet das stärkste Signal weiter. Das Ziel: Drop-outs oder Interferenzstörungen zu eliminieren. Zwei Antennen bieten also die größtmögliche Übertragungssicherheit, die doppelte Technik kostet allerdings auch mehr Kohle. Die meisten Systeme arbeiten darüber hinaus mit einem Pilotton, der zur weiteren Stabilität der Sendestrecke dient und in dem rudimentäre Telemetrie-Daten übermittelt werden. 

Bei den Sendern gibt es die Möglichkeit, Handmikrofone oder Taschensender einzusetzen. An einem Bodypack können entweder ein Headset, ein Lavaliermikrofon oder ein Instrument angeschlossen werden. Viele Systeme verfügen über einen Kanalwahlschalter, sodass mehrere Geräte parallel genutzt werden können. Bewegungsfreiheit für die ganze Band und das alles für um die 300 Euro klingt gut.

the t.bone TWS One A Vocal

Der erste Kandidat ist gleich der günstigste und ein hervorragendes Tool für den Einstieg. Für schlappe 49 Euro bekommt Ihr ein überraschend gut klingendes Set. Manche der günstigen Mikros neigen dazu, Greifgeräusche allzu leicht mit zu übertragen. Hier hält sich das in Grenzen und die Sendeleistung reicht locker für einen Bewegungsradius von 6 Metern auf der Bühne. Gerade für kleine Bühnen am Anfang der Karriere braucht es auch nicht mehr. Mit zwei AA-Batterien gefüttert, hält der Sender circa 8 Stunden durch. Die maximale Reichweite ist mit 50 Metern angegeben. Das lässt sich sehen! Thomann bietet die Geräte in vier unterschiedlichen Frequenzbändern an, wobei jeweils zwei Frequenzbänder parallel betrieben werden können. Zwar bietet das Bundle Technik auf einfachem Niveau, aber dafür ist ein abschraubbarer Mikrofon-Gitterkorb und ein praktischer Transportkoffer inklusive. Hier geht´s zum Test.

ANT Start 16 HDM

Unser nächster Kandidat bietet Infrarotkopplung, Pilotton, True-Diversity-Empfang sowie 16 wählbare Funkkanäle in den freien Frequenzen von 863 – 865 MHz und kann mit bis zu vier Sendestrecken parallel betrieben werden. Das alles zu 119 Euro im professionellen Look der großen Drahtlossysteme. Das entsprechende Bodypack schlägt mit 125 Euro zu buche.

Der Senderadius umfasst 50 Meter, wobei 25 Meter mindestens störungsfrei auch auf schwierigem Terrain bespielt werden können. Bis zu 10 Stunden Sendebetrieb sind mit herkömmlichen Batterien drin.

Der Sound ist klar und überzeugend, die Nahbesprechung klingt sehr intim und rollend rund. Die verwendeten Materialen sind dem Preis entsprechend und Greifgeräusche können leider durchschlagen, jedoch liegt das Mikro gut in der Hand und die Bedienung ist dank übersichtlichem Aufbau kinderleicht. Ein Mikro, dass ihr euch hier anschauen könnt.

Samson Concert 88 Mic

Mit der C88-Serie hat Samson eine hervorragende Funkstrecke für einen unverschämt kleinen Preis gebaut. Das System ist auch mit Lavalierpacks für Gitarristen oder Headset-Spezialisten kombinierbar und hat dank True Diversity eine unverschämt hohe Reichweite. Rein formal sind 90 Meter Umkreis drin, nur wird euch der Laufzeitunterschied des Funksignals etwas kleinere Kreise ziehen lassen. Acht Geräte sind parallel an dem gebührenfreien Frequenzband betreibbar und solltet ihr zur Variante mit dem Handheld-Mikrofon greifen, seid ihr für bis zu 12 Stunden gerüstet! Die Funkstrecke ist sehr stabil, Drop-outs oder Störungen durch benachbarte Telefongespräche sind dem System unbekannt. Theoretisch sind 16 Geräte gleichzeitig betreibbar, da die freien Funkfrequenzen aber nur ein enges Band darstellen, können nur maximal acht parallele Funkstrecken ans Netz genommen werden. Die Mikrofonkapsel gehört zu den Mittelklasseprodukten und es ist nötig, am Mischpult noch etwas mehr „Luft“ via EQ hereinzudrehen. Aber bei welchen Live-Performance Mikrofonen in den günstigen Preisklassen muss man das nicht? Die Bedienung der Gerätschaften ist schnell erlernt und einfach durchzuführen. Das Mikrofon selber klingt nicht übel, überträgt jedoch gerne mal Tast- und Greifgeräusche. Trotz allem, eine prima Funkstrecke in der günstigen Einsteigerklasse! Mit 159 Euro seid ihr dabei.

the t.bone free solo HT 863 MHz

Die Thomann-Serie „t.bone“ hat zwar auch in der günstigen Preiskategorie schon True Diversity Systeme, aber hier nun eines der „Spitzenmodelle“ für 179 Euro. Geliefert wird der Free Solo HT in einem stabilen, ausgepolsterten, Kunststoffkoffer, in dem alle Komponenten geschützt, übersichtlich und griffbereit parat liegen. 16 mögliche Betriebskanäle erlauben den Aufbau eines umfangreichen Funknetzwerkes und die zwei AA-Mignonbatterien im Handsender reichen für 8 Stunden Dauerbenutzung.

Spezielles Augenmerk liegt hier auf dem einregelbaren „Squelch“, ein Noise Gate, dass bei HF-Störungen aktiviert werden kann. Bei einer zu starken Einstellung des Threshold könnte das Audiosignal beeinträchtigt werden, Fingerspitzengefühl ist gefragt! Ankreiden mag man, dass die Greifgeräusche am Handsender etwas zu laut geraten können, dafür ist allerdings der Klang des mitgelieferten Mikros schon ganz schön amtlich! Ein gutes Gesangsmikrofon, dessen Nierencharakteristik genügend Feedback-Freiheit gibt, um den Bühnenmonitor ordentlich auszufahren.

AKG Perception Wireless 45 Vocal Set

Die Perception Wireless 45 von AKG bringt für 289 Euro den True-Diversity-Betrieb gleich mit, auch wenn man es nicht sieht. Die Antennen sind intern verbaut, was der schnittigen Optik noch ein Quantum mehr Aufgeräumtheit beschert. An den acht möglichen Kanälen sind bis zu fünf Frequenzen des freien Bandes sauber empfangbar, was den Betrieb mit fünf parallelen Geräten ermöglicht. Optional bietet AKG zur Funkstrecke passende Erweiterungen an, beispielsweise Headset, Lavaliermikrofon und Taschensender. Das hier mitgelieferte Mikrofon ist auf Gesangs- und Stimmperformance optimiert und benötigt nur eine Mignonzelle, deren Lebensdauer gut 8 Stunden beträgt. Eine Sendeleistung von 10 mW ermöglicht einen maximalen Aktionsradius von 30 Metern, da geht schon einiges. Der On/Off/Mute-Schalter macht zwar ein leichtes Geräusch bei Betätigung und wie bei vielen Mikros der unteren Preisklasse sind auch hier Tastgeräusche vernehmbar. Trotzdem hat das Gerät ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist für Einsteiger bereits der halbe Schritt in die professionelle Welt.

the t.bone free solo Twin HT 590

Wer einfach mehr braucht, dem bietet t.bone das free solo Twin HT Set an mit zwei dynamischen Handsendern und zwei Empfangseinheiten im 19-Zoll-Gehäuse für 298 Euro. Hier sind gleich acht Frequenzgruppen mit je acht Kanälen vorprogrammiert. Neuerungen zum oben erwähnten t.bone free solo HT Gerät sind eine Schaltbare Sendeleistung zwischen 5, 10 oder 20 mW und der regelbare AF Ausgang.

Die Synchronisation läuft über Infrarot, True Diversity ist ein Muss und bei voller Sendeleitung reicht eine Batterieladung für über acht Stunden Sendung. Sender und Empfänger weisen Metallgehäuse auf und der Klang der Nierenkapsel ist absolut Bühnentauglich. Schwierig gestaltet sich das Muten der Mikros und leider sind keine Mikrofonklemmen im Lieferumfang enthalten. Doch das Preis Leistungsverhältnis spricht einfach für sich.

LD Systems U518 HHD

Brillanter Klang, wechselbarer Mikrofonkopf, leuchtstarke Displays, automatische Frequenzsuche, True Diversity, schaltbarer Squelch und Pilotton zu einem Kampfpreis von 329 Euro. Das anmeldefreie Band zwischen 1785 – 1800 MHz ist hier zu 96 Kanälen in 8 Gruppen à 12 Kanälen gebündelt.

Die Sendeleistung kann zwischen 2, 10 und 30 mW je nach Größe der Bühne oder Räumlichkeit geschaltet werden. Über zehn Stunden Sendezeit sind auf alle Fälle garantiert. Die übertragene Audiofrequenz liegt zwischen 60 Hz – 16 kHz, optimal für die Übertragung von Stimme. Der satinierte Griff des Mikros ist zwar ein Design-Gimmick, jedoch anfällig für Schmutz und Kratzer. Ansonsten gibt es kaum etwas zu bemängeln und das beweist, dass LD Systems ein seriöser Partner für Musiker ist.

Xvive U3 Microphone Wireless System

Am Ende ein kleines Schmankerl für alle die, die ihr Lieblingsmikrofon um nichts in der Welt eintauschen möchten. Xvive stellt mit dem U3 eine Sendestrecke her, an der ihr euer bislang kabelgebundenes Gesangsmikrofon einfach nur aufstecken müsst und schon seit auch ihr drahtlos. Das System ist ein echtes Plug-and-Play Paket mit sechs anwählbaren Kanälen, die sich kinderleicht zwischen Sender und Empfänger koppeln lassen. Steckt den Empfänger einfach ins Mischpult und schon kann es losgehen.

Für die kleinen Bausteine erhalten wir im lizenzfreien 2,4-GHz-ISM-Band eine Funkstrecke mit mehr als fünf Stunden Sendebetrieb in einem Umkreis von 27 Metern und sogar ein paar Meter oben drauf. Der Betrieb ist zwischen Mikrofon und Line schaltbar, so dass wir nebenbei auch PA-Systeme drahtlos fahren könnten. Mit einer leichten Rauschfahne im Mikrofonmodus müssen wir rechnen und leider lassen sich die Akkus nicht ohne weiteres austauschen. Dafür arbeitet das digitale System mit einer Latenz von unter 5 ms und kostet gerade mal 199 Euro. Ein universelles Tool für mehr als nur ein Mikrofon oder eine Anwendung.

Shure BLX24/PG58

Bei den Wireless Systemen darf Shure natürlich nicht fehlen. „Performance Gear“ kennzeichnet das preisgünstige Segment des Portfolios und bietet den amtlichen Shure Sound zu fairen Konditionen. Auch wenn wir das Budget mit dem BLX24 PG58 strapazieren, es gehört dennoch hierhin, denn die Features lassen sich sehen: 14 Stunden Betrieb mit zwei AA Batterien, True Diversity mit integrierten Antennen, Pilotton und eine auf Gesang und Sprache ausgerichtete PG58-Mikrofonkapsel auf Basis des SM58-Klassikers. Der Klang und das Verhalten des PG58 ist dem Shure SM58 gleichzusetzen, ein absolutes Bühnenmonster, mit dem getrost „gearbeitet“ werden kann.

Als Aktionsradius des Senders gibt Shure 100 Meter bei 10 mW an und bedient somit die Ansprüche größerer Bühnen. Shure hat einiges an Technik eingebaut, um Stimmen mit möglichst viel Druck und minimalster Rauschfahne über den Äther zu senden. Die Quickscan-Funktion sucht automatisch aus 150 möglichen Kanälen nach freien Frequenzen und erleichtert so die Kanalwahl beim parallelen Betrieb mit bis zu 12 Geräten. Das bisschen Handgeräusch, das sich über das Kunststoffgehäuse breit macht, müssen wir einfach akzeptieren, wobei die Geräusche von allen getesteten Strecken hier am geringsten sind. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Empfänger mit anderen Sendern der Shure-Serie anzusteuern und damit aufzurüsten. 259 Euro kostet das Gerät und ist eine gute mittelfristige Investition.

David gegen Goliath

Die oben genannten Systeme sind ebenso mit Lavalierpacks für Headsets, Ear-Buddies oder Instrumenteneingang erhältlich. Es lohnt sich natürlich, auch mal ein Blick und speziell zwei Ohren auch auf die etwas kostenintensiveren Modelle zu werfen, die ihr auch in unserem Testmarathon findet.

Eins ist jedoch Gewiss: Die Großen müssen sich mit den kleinen Messen und wir haben hier einige Davids, die den Goliaths ordentlich Konkurrenz bieten. Viel Spaß beim Aussuchen. Falls Ihr noch eine alte Funke euer Eigen nennt oder günstig eine auf einer Auktion geschossen habt, dann checkt mal, ob sie nach der Digitalen Dividende auch noch anmeldefrei betrieben werden kann, so sie es den soll.

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