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EBS Fafner II Topteil Test

PRAXIS

Die erste Aktion bei einem Verstärkertest ist meist der Linearcheck. Er soll die Frage beantworten, wie der Amp klingt, wenn alle Filter ausgeschaltet sind und die Klangregelung auf Neutralposition steht. Das heißt nicht zwangsläufig, dass man in einem solchen Fall das reine, unveränderte Bass-Signal hört, denn jede Menge weiterer elektronischer Komponenten sind im Signalweg, die dem Klang ihren Stempel aufdrücken. Sehr angenehm ist die Tatsache, dass man mittels Schalter die Klangregelung auf Bypass schalten kann, was einen sehr objektiven A/B Vergleich ermöglicht. Der erste Eindruck, den man vom Fafner erhält, ist außerordentlich positiv. Ohne jegliche Hinzunahme der zweifelsohne reichlichen Filtermöglichkeiten klingt der Bass bereits obertonreich, angenehm und satt.

Das ist das trockene, lineare Signal über den Post DI-Out.

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Linear DI

Dieses Signal wurde über einen 10“ Coaxial-Speaker und ein Sure SM57 aufgenommen.

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Linear/Speaker Mikrofon

Das lineare Signal wird durch die zugeschalteten Filter bearbeitet und über den Post DI-Out gehört. Man kann deutlich die Zunahme von Tiefbass und Höhen erkennen.

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Linear DI mit zugeschalteten Filtern Hi und Lo

Im Vergleich zum DI-Ausgang liefert der Speaker natürlich eine andere Wiedergabe der zugeschalteten Filter. Man kann aber auch hier deutlich die Zunahme von Tiefbass und Höhen erkennen.

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Linear/Speaker Mikrofon mit zugeschalteten Filtern Hi und Lo

In diesem Beispiel kommt der Tube Mode-Schalter ins Spiel, der den Sound etwas abrundet und in Richtung „Vintage“ schiebt. Hier per DI-Out.

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Tube Mode Linear DI

Hier das Gleiche, aber über den Lautsprecher abgenommen.

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Tube Mode Linear

Der Clean-Kanal alleine würde bereits ausreichen, um den Fafner als vollwertigen Bassverstärker mit 3-Band-Klangregelung mit semiparametrischen Mitten (von 100Hz bis 4 kHz) zu bezeichnen. Zusätzlich ist die Mittenregelung hier mit einem HiQ-Schalter ausgestattet, der sich auf den Q-Faktor, sprich die Bandbreite der Parametrik, auswirkt. Der Abtastbereich der Mitten wird mit Aktivierung des Schalters breiter. Bässe und Höhen lassen sich um 18dB absenken/anheben, die Mitten um bis zu 15dB.

Dieses Beispiel zeigt, wie klar und obertonreich der Clean-Kanal zur Geltung kommt.

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Clean

Im oberen Kanalzug der Vorstufe befindet sich ein Regler namens „Drive“, der optional neben weiteren Funktionen (Mute, Filter, Character) auch per Fußschalter aktiviert werden kann. Wie der Name signalisiert, lassen sich damit Verzerrungen zum Sound hinzumischen. Je nachdem, ob sich die Vorstufe im Parallel- oder Seriell-Modus mit oder ohne Boostfunktion befindet, wirkt sich das auch auf Grad und Anteil der Verzerrung aus. Man erreicht hier von subtil angezerrten Tönen bis Heavy-Distortion à la Lemmy/Motörhead alles, was das Herz begehrt. Da man Clean und Distortion im Fafner parallel fahren kann, erhält man einen Overdrivesound mit Durchsetzungskraft, Tiefbass und hoher Definition. Und das alles lässt sich extrem praxisorientiert über die getrennten Lautstärkeregler der Kanäle einstellen.

In diesem Beispie hört ihr ein Sound mit Driveregler, parallel im Modusverhältnis 50/50.

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Drive

Im folgenden Beispiel im Parallelbetrieb der beiden Kanäle hört man den Clean-Kanal, die Mitten bei 1 Khz abgesenkt, Bässe leicht angehoben, Höhen angehoben, die Drive-Kanal-Mitten bei 800 abgesenkt, Edge abgesenkt. Zusätzlich ist der Compressor/Limiter eingesetzt. Man kann hören, dass der Compressor sehr dezent arbeitet und die Dynamik sehr musikalisch begrenzt. In den tiefen Lagen greift die Kompression zwar hörbar, aber nicht unmusikalisch ein. Zuerst das DI Signal:

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Clean/Drive Parallel DI Clean/Drive Parallel Speaker/Mikrofon
In den nächsten vier Beispielen hört man die Kanäle im Seriellbetrieb, das heißt, sie sind in Reihe hintereinander geschaltet. Hier beinflussen sich die Kanäle gegenseitig. Je nachdem, wie die Klangregelung justiert wird, verändert sich auch das Overdrive-Verhalten. Es folgen vier Varianten mit einer kurzen Slapfigur unter Verwendung verschiedener Filterkombinationen.
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Clean/Drive Seriell I Clean/Drive Seriell II Clean/Drive Seriell III Clean/Drive Seriell IV

Hier hört man ein Beispiel für den Sound im Mischverhältnis 50/50 zwischen DI- und Speakersignal. Sehr beeindruckend ist die Transparenz. Man hört jeden Ton glockenklar und dennoch mit Charakter und Wärme.

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Clean Kanal

Zuletzt noch drei Beispiele mit einem Fender Precision-Bass. Auch hier behält der EBS Fafner vor allem in puncto Definition, Charakter und Klarheit stets die Kontrolle. Überhaupt gewinne ich den Eindruck, dass man es schwer hat, mit diesem Amp einen „schlechten Sound“ zu erzeugen. Der EQ regelt sehr musikalisch, die Frequenzbänder und Filter sind optimal ausgelegt. Ein Riesenplus für den Fafner, denn man gelangt trotz der ultravielen Möglichkeiten enorm schnell zum Ziel.

Nicht unerwähnt bleiben darf die Leistung. Der Amp verfügt über einen sehr beachtlichen Headroom. Mit den mir zur Verfügung stehenden Speakern war eine Vollauslastung ohne Materialverlust nicht annähernd möglich. Man kann davon ausgehen, dass mit ausreichend dimensionierten Boxen alle Lebenslagen mit dem Fafner abgedeckt sind.

Mit der zweikanaligen Klangregelung kann man auch sehr gut mit zwei alternierenden Bässen arbeiten. So kann man für jeden Bass einen Kanal bereitstellen und beide Bässe zueinander dank der getrennten Lautstärkeregler optimal anpassen. Durch und durch ein gelungenes Arbeitswerkzeug für professionelle Ansprüche.

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Fender Precision-Bass (Plektrum) Fender Precision-Bass (Plektrum) II Fender Precision-Bass (Finger)
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