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EBS Fafner II Topteil Test

DETAILS

Keine Frage, bereits auf den ersten Blick erkennt man das typische EBS-Design. Auf dem grauschwarzen Frontpanel prangt neben dem vertrauten Logo der ebenso charakteristische blaue Streifen, der die Unterkante abschließend betont. Der riesige Fafner-Schriftzug ist selbst aus großer Entfernung auf Festivalbühnen noch gut lesbar. Ein besonders liebevolles und authentisches Detail bilden die nordischen Runen, die in kleiner Version hinter jedem Buchstaben ebenfalls den Namen widerspiegeln.

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So hat man sich auch bei der Gestaltung der Betriebsanzeige nicht für eine herkömmliche Leuchtdiode entschieden. Stattdessen prangt über dem Standby- und dem Netzschalter ein großes Runenzeichen für den Buchstaben „F“, das im Standby-Betrieb zur Hälfte und im Vollbetrieb komplett in Orange aufleuchtet.

Das lüftergekühlte Gehäuse ist sehr solide, trotzdem beschränkt sich das Gewicht des 750 Watt starken Topteils dank einer Mosfet-Endstufe auf 16 kg. Sowohl Front- als auch Rückseite sind reichlich mit Lüftungsöffnungen ausgestattet, hinter denen Staubfilter angebracht sind. Die Rackbefestigungsschienen werden von abgerundeten, apart wirkenden Blenden verdeckt, die zugleich als Tragegriffe dienen und besonders bei der Rackmontage gute Dienste leisten.

Darüber hinaus befinden sich 13 Potis und 10 Schalter auf der Frontseite. Der Fafner besitzt eine 2-kanalige Vorstufe – allerdings nicht im herkömmlichen Sinn. Es sind zwei vollkommen unterschiedlich ausgerichtete Kanäle, die getrennt, parallel oder aber auch in Reihe geschaltet verwendet werden können – Grundlage für unzählige Möglichkeiten. Wer den kleinen DI-Box/Preamp „EBS Microbass II“ kennt, dem wird die Klangregelung des Fafner bekannt vorkommen, denn beide verwenden das gleiche Prinzip und sind konzeptionell sehr ähnlich aufgebaut.

Von links beginnend finden wir: Eine Klinken-Eingangsbuchse, zwei „Character“ Filterschalter für die Klangcharaktere Hi und Lo, Gainregler mit Peak-LED, Compressor/Limiter-Regler mit LED, einen Schalter „Filter Active“ zum Aktivieren der Klangregelung des Clean-Kanals und einen „Tube Mode“ Schalter, der die Röhre in den Signalweg schaltet.

Es folgen zwei übereinanderliegende Kanalzüge mit jeweils fünf Potis. Alle, die für die Funktion „Anheben/Absenken“ (+/-) verantwortlich sind, besitzen eine Mittelraste.

Die untere Reihe ist dem „Clean-Kanal“ mit den Reglern Bass (+/-), Hi-Mid (+/-), Hi-Mid (Frequency 100Hz bis 4 kHz), Treble (+/-) und Clean Level zugeordnet. Zusätzlich gibt es noch den Schalter HiQ neben dem Mittenregler, der auf die Funktion des Mittenreglers zugreift und dessen Regelverhalten verändert – dazu mehr im Test.

Die obere Reihe gehört dem „Drive-Kanal“, wobei dieser nicht nur zum Verzerren gedacht ist. Aber es existiert ein Drive Regler, der nach Bedarf Overdriveanteile zum Sound hinzufügt. Desweiteren verfügt der Kanal über eine Mittenregelung, die etwas tiefer ausgelegt ist als die im Clean-Kanal, und zwar von 50 Hz bis 2 kHz, gefolgt von einem „Edge“-Regler, der die Höhen um 6 kHz anhebt bzw. absenkt. Als letztes in dieser Reihe folgt das kanaleigene Levelpoti.

Der Driveregler des oberen Kanals kann per Schalter aktiviert werden. Ein weiterer schaltet optional die beiden Kanäle hintereinander, sodass sie einem einzelnen Vorstufenkanal mit Bass, zwei Mittenreglern, Höhen und vielen Filterschaltern entsprechen. Die Anzahl der Möglichkeiten sind immens. Ein Boost-Schalter, dessen Funktion ebenfalls per Fußschalter abrufbar ist, sorgt für eine Levelanhebung, beispielsweise für Solopassagen.

Man kann mit der Vorstufe auch die Klangregelungen der beiden Kanäle im separaten Einzelbetrieb zwei unterschiedlichen Bässen zuordnen, wobei die Möglichkeit besteht, die Lautstärke der Kanäle anzugleichen. Alle Schalter sind im übrigen Druckschalter beziehungsweise Taster.

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Desweiteren folgen Mastervolumen-Regler, Standby- und Netzschalter. Der EBS Fafner besitzt zwei XLR DI-Ausgänge. Einer davon greift das Signal vor der Klangregelung ab, der zweite widmet sich dem Signal dahinter und den Effekteinschleifwegen. Ergänzt wird das Ganze durch einen Groundliftschalter und einen PAD-Schalter, mit dem das DI-Signal abgesenkt werden kann. Zwei DI-Ausgänge sind durchaus sinnvoll. Betreibt man sie parallel, kann der FOH-Mischer beispielsweise die Signale kombinieren oder sich von Fall zu Fall entscheiden, welches davon für den Gesamtsound sinnvoller ist. Auch lassen sich unterschiedliche Signale zu verschiedenen Mischpulten schicken. In einem Aufnahmeprozess erhält man über den Pre-Eq DI-Ausgang ein unbearbeitetes Signal, das später nachbearbeitet werden kann, wenn man zum Post-Signal der Fafner-Klangregelung eventuell eine Alternative benötigt. Man wird diese Optionen sicher nicht immer benötigen, aber es ist gut, sie zur Verfügung zu haben.

Es steht also pro Kanal (Clean/Drive) jeweils ein individueller, serieller Effekteinschleifweg zur Verfügung. Darüber hinaus existiert ein gemeinsamer Effektweg, der kanalunabhängig greift (FX Send/Return) und mittels eines Potis, das ebenfalls auf der Rückseite zu finden ist, stufenlos von seriell bis parallel geregelt werden kann. Der Effektanteil dieses Weges kann also beliebig zum Originalsignal hinzugeregelt werden.

Die Lautsprecheranschlüsse sind mit zwei Speakonbuchsen versehen. Der kleinste Lastwiderstand muß 2 Ohm betragen. An 2 Ohm entwickelt der Fafner dann auch seine volle Leistung von 750 Watt. Bei 4 Ohm entlässt er immer noch stattliche 600 Watt ins Freie. Hier sei gleich dazugesagt, dass es sich um seriöse Wattangaben handelt. Wer jetzt glaubt, so mancher mit großen Zahlen angepriesene Amp sei lauter, der sollte einen Vergleich wagen und sich selbst ein Urteil bilden.

Auf der Rückseite befinden sich neben einem relativ geräuscharmen Lüfter und einem Netzanschluss mit Sicherung insgesamt 12 Klinkenbuchsen in folgender Anordnung und mit diesen Funktionen:

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