EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey Test

Das EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey ist ein komplett analoger Bass-Preamp, der eine umfangreiche Klangregelung mit einer Overdrive-Schaltung kombiniert. Entwickelt wurde das Scrolls in Zusammenarbeit mit dem japanischen Bassisten Kentaro Nakao, der vor allem durch seine Arbeit mit Number Girl bekannt wurde. Nakao brachte dabei eine konkrete Idee in die Entwicklung ein: ein analoges Preamp-Pedal, das den eigenen Bass möglichst flexibel an unterschiedliche Amps und Situationen anpassen kann. Herausgekommen ist ein zweikanaliges Konzept aus EQ und Overdrive, das sowohl im Studio als auch auf der Bühne als zentrale Klangzentrale dienen soll. Ob das Scrolls dem großen Anspruch gerecht wird?

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • vielseitige und hervorragend abgestimmte EQ-Sektion
  • eigenständige Drive-Sektion mit vielen klanglichen Möglichkeiten
  • umfangreiche Anschlüsse inklusive FX-Loop und Parallel Out
  • kompakte Bauform trotz üppiger Ausstattung
  • hochwertige Verarbeitung und robuste Bauweise
Contra
  • -/-
Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
Das Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey im ausgiebigen Test

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Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • vielseitige und hervorragend abgestimmte EQ-Sektion
  • eigenständige Drive-Sektion mit vielen klanglichen Möglichkeiten
  • umfangreiche Anschlüsse inklusive FX-Loop und Parallel Out
  • kompakte Bauform trotz üppiger Ausstattung
  • hochwertige Verarbeitung und robuste Bauweise
Contra
  • -/-

EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey – das Wichtigste in Kürze

  • Analoger Bass-Preamp mit Overdrive
  • Entwickelt in Zusammenarbeit mit Kentaro Nakao
  • 3-Band-EQ + Vari-Band mit variabler Frequenz (20 Hz–10 kHz)
  • 3 zusätzliche EQ-Voicings: Deep, Process und Bright
  • Drive mit Blend-, Tone- und Bandwidth-Regler
  • Separat schaltbare EQ- und Drive-Sektionen
  • Analoge Speakersimulation am XLR-DI-Out
  • FX-Loop und Parallel Out für unbearbeitetes Signal
  • Flexi-Switch für den Drive
  • 9-Volt Stromversorgung über Netzteil (70 mA)

Welchen ersten Eindruck vermittelt das EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey?

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, hat der neue Bass-Preamp von EarthQuaker Devices zwei dezidierte Kanäle für Equalizer und Verzerrung, die jeweils mehrere Möglichkeiten zur klanglichen Abstimmung bieten. Man kann es daher schon erahnen: Auf der Oberseite des Pedals ist einiges los – ganze elf Regler und fünf Schalter (!) finden sich hier.

Angesichts dieses Funktionsumfanges fällt das Scrolls allerdings überraschend kompakt aus: Es misst 121 x 114 x 57 mm und macht sich auf einem Pedalboard daher nicht allzu breit. Hergestellt wird das Pedal in den USA und die Qualität ist absolut tadellos – das Metallgehäuse ist extrem robust und alle Komponenten wirken hochwertig und langlebig.

Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
Fotostrecke: 3 Bilder Trotz der großen Anzahl an Reglern und Schaltern …

Welche Anschlussmöglichkeiten bietet das EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey?

Die Anschlüsse sind auf die Seitenflächen verteilt. Auf der Rückseite finden wir den Klinkeneingang „I“ für den Bass, den Klinkenausgang „O“ zum Anschluss an den Amp und einen weiteren Klinkenanschluss mit der Bezeichnung „P“. Bei Letzterem handelt es sich um einen gepufferten Parallel-Ausgang, der ein komplett unbearbeitetes Signal ausgibt – immer schön, wenn man auch den Sound ohne Effekte zur Verfügung hat.

Die Bezeichnungen der Anschlüsse könnten vielleicht etwas ausführlicher ausfallen, aber wer etwas Erfahrung mit Pedalen mitbringt, wird damit schon klarkommen. Ansonsten hilft natürlich auch die ausführliche Bedienungsanleitung, die online bereitsteht. Ebenfalls auf der Rückseite sitzt der Netzanschluss. Benötigt wird ein handelsübliches 9-Volt-Netzteil mit innenliegendem Minuspol, wobei das komplett analoge Pedal moderate 70mA Strom zieht.

Der symmetrische XLR-Ausgang samt Ground-Lift-Schalter sitzt an der linken Gehäuseseite. Er bietet eine analoge Speakersimulation, die laut EarthQuaker Devices sehr subtil ausfallen soll – mehr dazu dann im Praxisteil. Auf der rechten Seite finden wir die verbleibenden Anschlüsse des Pedals: Hier sitzen Send und Return des Effektwegs, der zwischen EQ- und Drive-Sektion angeordnet ist.

Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
Fotostrecke: 4 Bilder Alle Anschlüsse des Scrolls Bass Odyssey …

Wie wurde das Cockpit des EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey gestaltet?

Die Bedienelemente auf der Oberseite befinden sich in farblich getrennten Bereichen, sodass optisch schnell klar wird, welche Regler zum EQ und welche zur Drive-Sektion gehören. Links auf einem ockerfarbenen Bereich finden wir die komplette EQ-Sektion.

Ganz oben sitzt hier der Level-Regler, mit dem sich die Lautstärke des bearbeiteten Signals anpassen lässt. Darunter folgen die drei klassischen EQ-Bänder Bass, Middle und Treble, die allesamt als Cut/Boost-Regler ausgelegt sind. Soweit, so normal – beim Scrolls bleibt es aber natürlich nicht bei einem gewöhnlichen Dreiband-EQ: Mit dem Vari-Freq-Regler lässt sich nämlich zusätzlich die Frequenz bestimmen, an der der ebenfalls als Cut/Boost ausgelegte Vari-Regler ansetzt. Der Regelbereich reicht dabei von sehr tiefen 20Hz bis hinauf zu 10kHz – damit kann man quasi in den gesamten relevanten Frequenzbereich des Basssounds eingreifen.

Ergänzt wird die Klangregelung von drei EQ-Presets, die mit Schaltern bedient werden: Deep sorgt für einen Boost bei 80Hz, Process senkt die Low-Mids für einen modernen Scoop-Sound ab, und Bright hebt bei 5kHz die Höhen an. Mit den EQ-Tools sollte man den Grundcharakter des Basses schon ziemlich ordentlich auf links drehen können – von dezentem Feintuning bis zu heftigen Eingriffen ist hier wohl alles möglich.

Auf der rechten Seite schließt sich die schwarz gehaltene Drive-Sektion an. Auch hier ist die Bedienung relativ übersichtlich: Mit dem Drive-Regler bestimmt man die Intensität der Verzerrung, während der Tone-Regler als Tiefpassfilter arbeitet und die Höhen mehr oder weniger stark absenkt. Der Blend-Regler mischt das verzerrte Signal zum trockenen Basssignal, sodass sich auch bei kräftiger Zerre die Klarheit des Sounds erhalten lässt. Mit dem Level-Regler wird schließlich die Lautstärke der Drive-Sektion angepasst.

Richtig interessant wird es beim Bandwidth-Regler, der bestimmt, in welchem Frequenzbereich das Clipping am stärksten ausgeprägt ist. Dreht man ihn nach links, liegt der Schwerpunkt im Bassbereich und die Zerre klingt entsprechend wärmer, weicher und runder. Nach rechts wandert das Clipping in die höheren Frequenzbereiche, was einen fokussierteren Zerrsound mit strafferen Bässen zur Folge hat.

Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
Fotostrecke: 3 Bilder Das Cockpit des Scrolls beinhaltet …

Welche Funktionen haben die Fußschalter des EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey?

Vorne am Pedal sitzen die beiden Fußschalter für die EQ- und die Drive-Sektion. Mit dem linken Schalter lässt sich der EQ aktivieren beziehungsweise umgehen, während der rechte für die Drive-Sektion zuständig ist. Zwei Status-LEDs zeigen dabei zuverlässig an, welche Sektion gerade aktiv ist.

Für das Bypass-Signal setzt das Scrolls auf eine relaisbasierte True-Bypass-Schaltung, die allerdings eine Stromversorgung voraussetzt. Der Drive-Fußschalter beherrscht außerdem den Flexi-Switch-Modus: Ein kurzer Druck schaltet die Zerre wie gewohnt dauerhaft ein oder aus, während sie bei gedrücktem Schalter nur so lange aktiv bleibt, wie man den Fuß darauf lässt. Für kurze Zerr-Akzente oder einzelne Passagen ist das eine durchaus praktische Zusatzfunktion – ein cooles Feature, das man bei anderen Basspedalen kaum findet!

Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
Fotostrecke: 2 Bilder Die beiden Fußschalter des Pedals sind …

Wie ist die Bedienbarkeit des EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey?

Wenn ein Pedal mit derart zahlreichen Funktionen ausgestattet wird und dabei trotzdem relativ kompakt gebaut ist, liegt es nahe, dass man bei der Bedienung eventuell Abstriche machen muss. Beim Scrolls hält sich das allerdings in überschaubaren Grenzen: Die Regler liegen naturgemäß relativ eng beieinander, sodass man durchaus Gefahr läuft, beim Drehen eines Reglers einen anderen ebenfalls zu verstellen. Feinmotoriker bzw. Bassleute mit feingliedrigen Fingern sind hier also klar im Vorteil.

Dennoch muss ich sagen: Der Spaß, den das Drehen der Regler aus klanglicher Sicht bereitet, überlagert dieses kleine Problemchen definitiv bei Weitem, weshalb wir direkt in medias res gehen und uns anhören, ob das Scrolls den vollmundigen Ansagen von EarthQuaker tatsächlich standhalten kann!

Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
Man muss schon ein wenig mit spitzen Fingern zu Werke gehen, um nicht versehentlich andere Regler mitzudrehen.

Sound: Wie klingt das EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey?

Als ich mich damit beschäftigt habe, wie ich das Pedal für den Test auf die Festplatte banne, fiel mir auf, dass der Sound über den XLR-Ausgang definitiv anders klingt als über die Klinke. Und tatsächlich: Eine Bestätigung dafür, dass am symmetrischen Ausgang eine analoge Speakersimulation aktiv ist, fand ich kurz darauf im Online-Manual.

Also hören wir uns doch zu Beginn einmal an, wie groß dieser Klangunterschied tatsächlich ausfällt: Bei den folgenden beiden Beispielen hört ihr meinen Jazz Bass mit komplett neutraler EQ-Einstellung des Scrolls sowie natürlich ebenfalls ohne Verzerrer. Nummer 1 zeigt den Klinkenausgang, Nummer 2 den XLR-Ausgang mit aktivierter Speakersimulation:

Audio Samples
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Flat-Einstellung, Jack Out Flat-Einstellung, XLR Out mit Filter

Hui, dieser Unterschied ist schon signifikant, würde ich sagen. EarthQuaker bezeichnet das Ganze als „subtilen Filter“ – was ich höre, ist allerdings schon ein deutliches Voicing mit aufgeblasenen Bässen und Höhen sowie einem Mitten-Scoop. Hier wird also ein potentes Bass-Stack mit fetten Bässen und crunchigen Höhen im Ampeg-Stil simuliert – und das klingt ohne Frage richtig klasse!

„Subtil“ ist das in meinen Ohren allerdings nicht, da hätte ich eher einen leichten Roll-off in den Höhen oder eine ähnliche Feinabstimmung erwartet. Aber wie auch immer: Ausschalten oder verändern lässt sich der Filter nicht – ist eben analog. Wer sich für das Scrolls interessiert, sollte die Boxensimulation also besser mögen. Wenn man den XLR-Ausgang nicht verwenden kann oder will, sind die Einsatzmöglichkeiten des Pedals eher eingeschränkt.

Als Konsequenz aus der Erfahrung habe ich für die restlichen Audiobeispiele einfach beide Signale, also Klinke und XLR-Ausgang, im 50:50-Verhältnis zusammengemischt. Ich denke, das repräsentiert den Sound des Pedals alles in allem ganz gut und für mich klang es am besten.

Als Nächstes hören wir uns an, was die EQ-Presets Deep, Process und Bright bewirken – einfache und wirkungsvolle Features sind schließlich immer willkommen. Im ersten Beispiel hört ihr zunächst vier Takte ohne EQ-Eingriffe, danach vier Takte mit aktiviertem Deep-Feature, und schließlich kommt auch noch Bright dazu. Der Effekt der beiden Filter ist deutlich hörbar und absolut praxisgerecht abgestimmt: Untenrum wird es voller, ohne aus der Spur zu geraten, und der Bright-Taster sorgt für eine Spur mehr Klarheit.

Im zweiten Beispiel hört ihr zunächst wieder vier Takte ohne EQ-Eingriff, in den zweiten vier Takten ist dann der Process-Schalter aktiviert. Dieser bewirkt eine deutliche Absenkung in den tiefen Mitten, das Resultat ist logischerweise ein Scoop-Sound, sodass der Bass tatsächlich wie über ein Bass-Stack gespielt klingt.

Audio Samples
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Flat-Einstellung, Deep/Bright Flat-Einstellung, Process
Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
EarthQuaker Scrolls Bass Odyssey

Was man bis hierhin schon feststellen kann: Das ist irgendwie auch der Grundcharakter des Scrolls. Sobald man eines der Features einsetzt oder den Sound über den XLR-Ausgang abgreift, klingt es unweigerlich sofort nach Amp mit Box – insofern trifft ein Versprechen von EarthQuaker prinzipiell schon zu. Ob „von Motown bis Metal“ wirklich alles drin ist, gilt es freilich noch herauszufinden …

Weiter geht’s mit dem Dreiband-EQ und dem zusätzlichen semiparametrischen Filter, die natürlich deutlich mehr und genauere Eingriffe in den Sound ermöglichen. Für das nächste Beispiel habe ich ein EQ-Setting genommen, das in der Bedienungsanleitung vorgeschlagen wird, und an meinen Bass angepasst. Dort findet man übrigens eine ganze Menge an Beispielen, die als Ausgangsbasis durchaus taugen und gerade unerfahrenen Bassleuten den Einstieg in die Scrolls-Welt erleichtern.

Das Beispiel nennt sich „Clean Punch“ – der Bass soll also mit Druck, Durchsetzungskraft und Transparenz versorgt werden. Das gelingt ohne Frage: Die Bässe sind leicht und die Mitten sowie Höhen etwas stärker geboostet, während das Bright-Preset den Attack zusätzlich verstärkt. Mit dem Vari-Filter werden gleichzeitig die untersten Frequenzen um 20Hz ordentlich zurückgenommen, was den Bassbereich aufräumt und den Sound knackiger macht. Hier zeigt sich ein wichtiger Einsatzzweck des zusätzlichen Vari-Filters, der einen enormen Praxiswert besitzt, weil man gerade in Livesituationen oftmals mit dröhnenden Frequenzen zu kämpfen hat.

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Clean, Punch

Weiter geht’s mit einem Slapsound, den ich mit den flexiblen EQ-Tools im Handumdrehen eingestellt hatte. Für den Scoop-Charakter habe ich das Process-Feature eingeschaltet, gleichzeitig pumpt das Deep-Preset zusammen mit einem leichten Bass-Boost am Bassregler das Low-End etwas auf, während der Vari-Filter die obersten Frequenzen zusätzlich ausleuchtet, da mir der normale Höhenregler für den Slapsound etwas zu tief ansetzt.

Im zweiten Beispiel geht es mehr um die Mitten: Für den Bridge-Pickup-Sound meines Jazz-Basses habe ich mit dem Dreiband-EQ Bässe und Mitten angehoben und zusätzlich mit dem Vari-EQ noch mehr Tiefmitten ins Spiel gebracht. Ich muss sagen, die Möglichkeiten sind wirklich enorm und die Abstimmung wurde zweifelsohne mit viel Bedacht und Know-how vorgenommen worden. Mit den drei Bändern oder den Presets nimmt man die Grundabstimmung vor, und mit dem Vari-EQ lässt sich das Ganze dann feinjustieren, sollte eine Frequenz stören oder fehlen – das klappt wirklich hervorragend.

Für die beiden Beispiel habe ich das Signal aus dem XLR-Ausgang deutlich zurückgefahren, weil der Sound durch die nicht gerade subtile Speakersimulation eben immer irgendwie nach großem Rock-Stack klingt, was ich nicht immer will und die Flexibilität dann doch etwas einschränkt. Eine abschaltbare Boxensimulation oder ein moderne Lösung mit Loader für Impulsantworten wäre für mich deshalb optimaler, aber Kentaro Nakao wollte eben ein komplett analoges Pedal und es gehört eben auch zum Konzept des Scrolls, dass über den DI-Out ein Bass-Stack abgebildet wird.

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Deep/Process, Bass-Boost, Treble-Boost, Slap Bass-Boost, Mid-Boost, Bridge-PU, Punch

Für den nächsten Sound habe ich einfach alle drei EQ-Presets gleichzeitig aktiviert. Heraus kommt dabei erwartungsgemäß ein kräftiger Scoop-Sound mit massiven Kühlschrankboxen-Vibes. Das passt in der Praxis sicher nicht immer, macht aber definitiv richtig Spaß!

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Deep/Process/Bright

Der Equalizer ist beim Scrolls allerdings nur die halbe Miete, denn zusätzlich gibt es ja auch noch eine Drive-Sektion, die sich ebenfalls sehr gezielt abstimmen lässt. Das zentrale Werkzeug für deren Charakter ist sicherlich der Bandwidth-Regler, mit dem sich der Schwerpunkt der Zerre auf unterschiedliche Frequenzbereiche legen lässt. Für den folgenden, moderat verzerrten Sound habe ich den Bandwidth-Regler im unteren Mittenbereich positioniert. Mit dem Blend-Regler und einer ordentlichen Portion Clean-Signal bleibt der Sound trotzdem schön klar und definiert – ein superwichtiges Feature bei Zerren!

Das Ergebnis ist ein wunderbar warmer Sound mit viel Growl. Hier hört man schon, dass die Zerre des Scrolls eher „loose“ und röhrenmäßig klingt. Wer schneidende und messerscharf definierte Zerrsounds à la Darkglass sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse.

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Drive, Lo-Mid-Growl
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EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey

Nun gehen wir richtig in die Vollen: Für den etwas moderner klingenden Zerrsound ist der Drive-Regler auf Anschlag und auch der Bandwidth-Regler ist ganz nach rechts gedreht, sodass das Clipping vor allem im oberen Frequenzbereich stattfindet. Mit dem Equalizer habe ich die Bässe und Höhen etwas geboostet und die Mitten leicht zurückgenommen. Der Blend-Regler steht ebenfalls ganz rechts – ihr hört also ausschließlich das verzerrte Signal ohne Clean-Anteil.

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Drive, modern & heavy

Das Scrolls kann auch relativ fuzzig klingen, wie ihr im nun folgenden letzten Beispiel hören könnt. Möglich macht das vor allem der Tone-Regler, den ich dafür komplett nach links gedreht habe. Die Kombination aus Bandwidth- und Tone-Regler ist wirklich gut gelungen und verleiht der Drive-Sektion eine Menge Flexibilität – der Charakter der Verzerrung lässt sich mit dem Duo sehr gezielt und deutlich beeinflussen. Hier hat sich jemand richtig Gedanken gemacht!. Der Drive-Regler ist beim Fuzz-Sound fast voll offen, und mit dem Blend-Regler habe ich das Clean-Signal zu etwa 50% dazugemischt.

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Drive, Buzz Bass

EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey – das sind die Alternativen

FeaturesEarthQuaker Devices Scrolls Bass OdysseyAmpeg SGT-DITech 21 SansAmp Bass Driver DI V2
EQAktiver 3-Band-EQ + variabler Frequenzbereich (ca. 20 Hz–10 kHz); zusätzlich Deep (80 Hz), Process (Low-Mid-Scoop), Bright (5 kHz)3-Band-EQ mit wählbarer Mittenfrequenz; zusätzlich Ultra-Hi und 3-fach Ultra-Lo3-Band-EQ; Bass 40/80 Hz, Mid 500/1000 Hz, Treble + Presence
DriveEigenständiger Drive-Kanal; Drive, Blend, Bandwidth, Tone; Bandwidth bestimmt, in welchem Frequenzbereich die Zerre hauptsächlich arbeitetSGT-Schaltung mit SVT-/B-15-VoicingDrive + Blend; stufenlose analoge SansAmp-Sättigung/Overdrive
AnschlüsseInput; 6,3-mm-Out; XLR Direct Out; Parallel Out; FX Send/ReturnInput; XLR Direct Out; Preamp Out; Thru Out; Line/Headphone Out; Aux InInput; Output; Parallel Out; XLR Direct Out
DI / Cab-SimXLR mit analoger Speaker-SimulationXLR mit digitalem IR-Loader/Cab-Sim (3 Werk- + 3 User-IRs)XLR mit analoger Speaker-Simulation
Stromversorgung9 V DC, 70 mA, Netzteil nicht enthalten9 V DC, Netzteil enthalten9V-Batterie, Netzteil oder Phantom Power
Preis399,- Euro418,- Euro285,- Euro
Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey

EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey – Fazit

Das EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey ist sicherlich kein Bass-Preamp für jeden Geschmack. Wer einen möglichst neutralen Preamp mit chirurgisch arbeitendem EQ für cleane Sounds sucht, findet bei anderen Herstellern passendere Kandidaten. Zum Konzept des Scrolls gehören nun mal der charaktervolle röhrenartige Verzerrer, und auch die deutliche Speakersimulation am XLR-Ausgang – beides sollte man daher natürlich per se mögen! Genau diese Eigenheiten geben dem Pedal nämlich seine Persönlichkeit und tragen ohne Frage die Handschrift des japanischen Bassisten Kentaro Nakao.

Auf der anderen Seite bekommt man eine wirklich hervorragend abgestimmte EQ-Sektion, deren zusätzlicher Vari-EQ einen enormen Praxiswert besitzt. Ob dröhnende Tiefmitten auf der Bühne, fehlende Präsenz oder gezielte Eingriffe in den Bassbereich – mit diesem Tool lassen sich sämtliche bassistischen Alltagsprobleme sehr präzise in den Griff bekommen. Dazu gesellt sich eine eigenständige Drive-Sektion, die sehr gut durchdacht ist und zahlreiche Klangfarben ermöglicht. Dass EarthQuaker Devices diesen Funktionsumfang inklusive üppiger Anschlüsse und Effektweg in einem trotzdem noch ziemlich kompakten Pedal untergebracht hat, ist in meinen Augen schlichtweg beachtlich.

Billig ist das Scrolls mit 399,- Euro sicherlich nicht. Angesichts der hochwertigen Verarbeitung, der üppigen Ausstattung und nicht zuletzt der Fertigung in den USA ist der Preis aber absolut gerechtfertigt. Wer einen charaktervollen Bass-Preamp mit ungewöhnlich flexibler Klangformung und einer vielseitigen Drive-Sektion mit Röhren-Vibes sucht und sich auf den speziellen Charakter des Scrolls einlassen kann, bekommt hier ein ausgesprochen spannendes Werkzeug.

Earth Quaker Devices Scrolls Bass Odyssey
EarthQuaker Scrolls Bass Odyssey
Artikelbild
Scrolls Bass Odyssey
Für 399,00€ bei
  • Technische Spezifikationen:
  • Hersteller: EarthQuaker Devices
  • Name: Scrolls Bass Odyssey
  • Typ: Analoger Bass-Preamp und Overdrive
  • Herstellungsland: USA
  • Anschlüsse: Input, Output Klinke, Parallel Out Klinke, Direct Out XLR mit analoger Speakersimulation, FX Send/Return
  • Regler: EQ-Sektion: Level, Bass, Middle, Treble, Vari, Vari-Freq
  • Drive-Sektion: Level, Blend, Drive, Bandwidth, Tone
  • Schalter: Deep (80-Hz-Boost), Process (Low-Mid-Scoop), Bright (5-kHz-Boost), EQ On/Off, Drive On/Off, Ground Lift
  • Besonderheiten: Zweikanaliges Konzept aus EQ und Overdrive; variable EQ-Frequenz von ca. 20Hz bis 10kHz; Blend-Regler für das Drive-Signal; Bandwidth-Regler bestimmt den Frequenzbereich der Verzerrung; Flexi-Switch beim Drive; analoges Speaker-Cabinet-Filtering am XLR-Ausgang; Buffered Parallel Out; FX-Loop zwischen Drive- und EQ-Sektion.
  • Stromversorgung: 9 V DC, Minus am Mittelpin, Netzteil nicht im Lieferumfang enthalten
  • Stromaufnahme: 70 mA
  • Maße: 121 x 114 x 57 mm (inkl. Regler)
  • Gewicht: 526 g
  • Ladenpreis: 399,- Euro (Ladenpreis im Oktober 2026)

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  • Earth shaking bass sounds: EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey
  • EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey - Sound Demo (no talking)
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