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Drum Play-Alike – Drumsolo #5 – Ian Paice

Wer auf technisch anspruchsvolle Soli steht, ist hier richtig, bei unserem Drum Play-Alike Drumsolo Workshop über Ian Paice. Hier erfahrt ihr alles über die Lieblings-Pattern des umtriebigen Deep Purple-Trommlers. Ian ist auf den großen Bühnen dieser Welt unterwegs und weiß wie man die Massen begeistert. Wer es also schnell und laut mag, wirft den Turbo an und widmet sich diesem fünften Drum Play-Alike – Drumsolo Workshop.

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Inhalte
  1. The Mule – Ein 16tel-Showoff vom Feinsten
  2. Single- und Doublestrokes bunt gemischt
  3. Akzente auf Synkopen
  4. Ian Paice – The Crazy Foot
  5. Der swingende Rockdrummer
  6. Der Mann für die großen Größen
  7. Rock-König auf Speed
  8. Der Hardrock-Trommler
  9. Fazit


Ian Anderson Paice gilt als einer der besten und einflussreichsten Rockschlagzeuger. Er füllte mit seiner Band in den 1970er Jahren Stadien und verkaufte Millionen Platten. Als manche seiner Kollegen auf dem Höhepunkt ihrer Karriere dem Drogensumpf erlagen, widmete sich Paice ausschließlich seinem Instrument und der Musik. So ist er bis zum heutigen Tag ein Garant für ein technisch versiertes Drumming, das kraftvoll und energiegeladen ist. 
Hier könnt ihr euch als Appetithappen ein Solo im Ian Paice-Stil anhören:

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Soundbeispiel Ian Paice-alike Solo

Workshop

The Mule – Ein 16tel-Showoff vom Feinsten

Vor allem bei Deep Purples Live-Auftritten konnte Ian Paice seine schlagzeugerischen Fähigkeiten beweisen, so zum Beispiel in dem Song „The Mule“. In diesem Stück spielt er ein 16tel Pattern, um das es im Folgenden geht:
Youtube Video: Deep Purple – The Mule

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Soundbeispiel 1

Es beginnt mit einem Schlag der rechten Hand auf dem Becken und einer gleichzeitig getretenen Bassdrum, gefolgt von zwei Schlägen auf der Snaredrum mit der linken Hand. Das ganze wird wiederholt und danach von einem Schlag auf Becken und Bassdrum und einem Schlag auf der Snaredrum abgelöst. Nach einem weiteren Becken plus Bassdrum-Schlag geht es bis zum Taktende mit 16teln auf der Snaredrum weiter.
Beachtet die Akzente, und versucht, diese gut deutlich von den nicht-akzentuierten Schlägen abzuheben. Grundsätzlich ist es am einfachsten, wenn man einen Ruhepunkt des Sticks sucht, der sich knapp fünf Zentimeter über dem Schlagfell befindet. Für alle leisen Schläge lässt man den Stick von hier aus lediglich fallen, für alle lauten Schläge holt man von diesem Punkt kräftig nach oben aus.

Single- und Doublestrokes bunt gemischt

Ein Geheimnis des einzigartigen Stils von Ian Paice liegt  in den geläufigen Handsätzen, die er virtuos beherrscht und phrasiert. Im nächsten Beispielmischt er Single- und Double-Strokes in einem 16tel- und 32tel Pattern auf seine ganz eigene Art und Weise.

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Soundbeispiel 2

In der ersten Takthälfte gleichen sich die Beispiele eins und zwei, aber ab der Zählzeit drei geht es verändert weiter. Dann werden aus allen Einzelschlägen auf der Snaredrum doppelt so schnelle Double-Strokes. Ein weiteres Beispiel in dem Single-Strokes und Akzente vorkommen ist das dritte Pattern, dass eine gute Grundlage für das komplexe Drumming von „The Mule“ darstellt.

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Soundbeispiel 3

Im vierten Basic-Pattern werden alle nicht-akzentuierten Schläge zu Double Strokes. Achtet beim Üben auf gleichmäßige Doppelschläge. Spielt als Vorübung Single-Strokes und Double-Strokes abwechselnd einem gleichbleibendem Tempo. Achtet darauf, dass sich Singles und Doubles gleich anhören.

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Soundbeispiel 4

Akzente auf Synkopen

Akzente gehören zum Handwerkszeug des Schlagzeugers. Wenn dann noch die Akzente als Synkope rhythmisiert werden, klingt ihr wie ein Profi-Drummer. Wie ihr im fünften Beispiel seht, geht das einfacher als man denkt. Beginnt auf der Floortom. Danach spielt ihr ausschließlich auf der Snaredrum. Gleich der erste Schlag wird akzentuiert. Mit den lauten Schlägen geht es auf der Zählzeit 1+ weiter, und was dann folgt, ist ein Akzent auf jede dritte Note. Dadurch verschieben sich die hervorgehobenen Schläge gegenüber dem Metrum. Wer mehr über diese Art der Dreier-Verschiebung lernen will findet hier mehr

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Soundbeispiel 5

Im sechsten Beispiel werden alle leisen Schläge zu 32tel Noten Double Strokes aufgefüllt. Dadurch klingt das Pattern noch interessanter. Mit diesen klaren Techniken lässt sich das Drumming von Ian Paice auf „The Mule“ am schnellsten Enträtseln und gibt euch eine Möglichkeit, den Groove intuitiv nachzuspielen. 

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Soundbeispiel 6

Ian Paice – The Crazy Foot

Bekannt ist Paice auch für die hohe Geschwindigkeit seines Drummings. So war sogar lange Zeit das Gerücht vom „Crazy Foot“ im Umlauf. Dieses besagt, dass er beispielsweise das Intro des Songs „Fireball“ mit einer Bassdrum gespielt haben soll. Ian Paice erklärte, wie es dazu kam. Bei den Studioaufnahmen habe noch eine Bassdrum aus dem Set von Keith Moon (The Who) herumgestanden. Diese habe er sich dazugeholt und das Stück mit zwei Bass Drums eingespielt, da er nach eigenen Angaben zwar die Geschwindigkeit, aber nicht den nötigen Druck und damit den vollen Klang mit einem Fuß realisieren konnte. So wurde früher live nur für wenige Stücke eine zweite Bass Drum dazugestellt. Heute benutzt er ein Double-Pedal. 
Damit ihr einen ähnlich verrückten Fuß bekommt wie Ian Paice geht es mit der Bassdrum weiter, genauer gesagt mit Achtel-Schlägen auf der Bassdrum. Die Hände spielen in den ersten vier Takten Sechzehntel auf der Snaredrum. Hinzu kommen Akzente, die wieder durch eine Dreier-Verschiebung rhythmisiert werden. Nur der erste Schlag von jeweils drei Schlägen wird laut gespielt. In den Takten fünf bis acht werden die leisen Schläge wieder zu Doppelschlägen.

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Soundbeispiel 7

Der swingende Rockdrummer

Ians Vater war ein Jazzfan, und so liefen im Wohnzimmer Big Band Platten rauf und runter, während der kleine Ian mit Bauklötzern spielte. Jahre später zahlte sich diese Dauerbeschallung aus. Als Ian sich erst spät, mit 15 Jahren, an das Drum Set setzte, spielte er dadurch Rock´n Roll mit einem Swing Feel. So sind die Grooves und Fills oft mit Triolen gespickt. Die Technik des Trommel-Allstars ist noch heute brillant und hörbar von einem seiner Vorbilder, dem Trommelvirtuosen Buddy Rich, geprägt. Triolen sind auch das Stichwort für die folgende Hand-Fuß-Kombination, die jeder Rockdrummer bereits gespielt hat – ob John Bonham oder Ginger Baker. Da lässt sich auch Paice nicht lumpen und trommelt diese Triolen-Figur bravurös in vielen seiner Soli. Um es ihm nachzutun, spielt rechts das Floortom, links das Hängetom und anschließend die Bassdrum mit dem rechten Fuß.

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Soundbeispiel 8

Der Mann für die großen Größen

Ian Paice, einer der wenigen namhaften linkshändigen Schlagzeuger, ist bekannt für seine Vorliebe für große Abmessungen. So setzt er beispielsweise eine 26″ Bass Drum ein oder auch ein 24″ Crash Becken. Wer ein 20“ Crash sein eigen nennt, kann ermessen wie ein weitaus größeres Crash des Herrn Paice losdonnern muss. Ganz ohne Becken kommt das neunte Pattern aus, bei dem ihr zwei Schläge mit der  Snaredrum, und zwei Tomschläge mit der Bassdrum abwechselt. Danach bleibt ihr auf Toms und Bassdrum. Am besten klingt dieses Fill – wer hätte es gedacht – mit wirklich großen Drums!

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Soundbeispiel 9

Zusätzlich zu der Verteilung auf Snaredrum und Toms werden die Zählzeiten „Eins“ und „Drei“ aktzentuiert, sowie jeweils der Achteltriolenschlag direkt dahinter. 

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Soundbeispiel 10

Rock-König auf Speed

Die unglaubliche Karriere des Ian Paice hätte für 10 Trommler ausgereicht. Er wird wegen seiner Verdienste an der Rockmusik von Kollegen zur Rock Royalty gezählt. Da ein König gerne den anderen besucht, hat Paice unter anderem für Sir McCartney die Sticks geschwungen und zusätzlich zu seiner Stammband Deep Purple ganz nebenbei die Hardrockband Whitesnake mitbegründet. In verschiedensten Projekten ist er mit dem Pink Floyd Gitarrist David Gilmore sowie Gary Moore zu hören. Speziell heutzutage sind seine Drumclinics mit dem Red Hot Chilli Peppers Drummer Chad Smith unbedingt zu empfehlen.
Wenn er Chad Smith in diesen Workshops übertrumpft, dann vor allem mit seinem Speed-Drumming. Um die besonders massiv klingenden Wechsel so fix spielen zu können wie Ian, wechselt wie im folgenden Pattern präsentiert – schnell zwischen Snaredrum und Toms hin und her.

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Soundbeispiel 11

Der Hardrock-Trommler

Die harten Gitarren Riffs wie „Smoke on the Water“ haben, in Verbindung mit den donnernden Grooves von Paice, den Hard Rock mit entstehen lassen. Ohne sie wäre selbst die Entwicklung zum Heavy Metal unwahrscheinlich gewesen. 
Ein Fill im Stile von Ian möchte ich euch abschließend präsentieren. Wenn ihr die rechte Hand auf der Snaredrum und die linke Hand auf dem Racktom schlagt wirkt dieses Beispiel wie ein Vorgriff auf spätere Metal-Fills.

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Soundbeispiel 12

So richtig gut klingt das Triolenpattern, wenn ihr verschiedene Verteilungen wie in Beispiel 9 bis 12 hintereinander spielt. Erhöht die Geschwindigkeit, achtet aber auf den gleichmäßigen Abstand zwischen allen Schlägen. Denkt euch eigene Verteilungen aus, und kombiniert diese mit passenden Grooves.

Fazit

Eines ist nach dem Workshop klar: Um in die königliche Familie des Rock aufzusteigen, braucht man nicht unbedingt blaues Blut sondern eine Menge Übungsstunden und einen ordentlichen Wumms am Schlagzeug.

Tipp: Hier geht es zurück zur Übersicht mit allen Play-Alike Folgen.

Weitere interessante Inhalte:

Drum Recording – Basics und Tipps – Video-Workshop von Nick Mavridis und Christoph Behm
Selfmade Grooves mit Rudiments – So baut ihr Rudiments in Grooves ein
Groupings am Drumset – Superdrummer Moritz Müller erklärt im Video Dreier-, Fünfer- und Sechsergruppen
Drum Cover Workshop – Legendäre Schlagzeug-Beats zum Nachspielen

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Deep Purple Drumsolo

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von David Pätsch

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