Drift DJ Zero ist ein extrem kompaktes Stand-alone-DJ-System mit zwei Decks. Tracks lassen sich direkt am Gerät laden, mixen und aufnehmen. Für das Vorhören steht ein Kopfhöreranschluss zur Verfügung, außerdem können externe Signale – beispielsweise von Drumcomputern oder Synthesizern – in den Signalfluss integriert und synchronisiert werden. Damit ist der Zero mehr als ein verkleinerter DJ-Player: Er kann als mobiles DJ-System, Recording-Gerät, MIDI-Sync-Zentrale und Bestandteil eines DAWless-Setups eingesetzt werden.
Allerdings ist der Zero zum Zeitpunkt unseres Tests noch nicht als fertiges Produkt im klassischen Sinne zu betrachten. Die Firmware befindet sich weiterhin in der Entwicklung, weshalb einige Funktionen noch nicht vollständig ausgereift sind. Die Hardware selbst steht dagegen bereits fest und gibt damit den grundlegenden Workflow und Funktionsumfang vor. Den Drift DJ Zero gibt es in schwarz oder hellgrau für 801,95 Euro.

Wie ist die Hardware des Drift DJ Zero beschaffen?
Der Drift DJ Zero misst rund 15,8 × 8,1 × 3,6 cm und wiegt gerade einmal 234 Gramm. Damit passt das komplette DJ-System tatsächlich problemlos in eine größere Hosentasche oder kleine Tasche. Die Oberfläche ist auf das Wesentliche reduziert. Rechts sitzt ein angenehm gewichtetes Jogwheel mit Push-Funktion. Dazu kommen zwei Kanal-Fader, ein Crossfader, drei Endlosregler für EQ und weitere Funktionen, sechs Funktionstaster sowie ein Endlosregler für die Lautstärke.
Jogwheel und EQ-Regler steuern jeweils das aktuell fokussierte Deck. Trotz der geringen Abmessungen fühlen sich die Bedienelemente erstaunlich solide an. Die konstruktionsbedingt kurzen Fader arbeiten zuverlässig, die Taster besitzen einen definierten Druckpunkt und das Jogwheel bietet eine angenehme Gewichtung samt haptisch befriedigendem Klick.
Das 6,5 × 3,3 cm große OLED-Display löst mit 128 × 64 Pixeln zwar vergleichsweise grob auf, ist aber gut ablesbar. Es zeigt unter anderem Wellenformen, Bedieninformationen sowie Track- und Artist-Namen. Zusammen mit dem hellgrauen Finish erinnert der Zero wohl nicht ganz zufällig an die Ästhetik eines GameBoy.

Welche Ein- und Ausgänge bietet der Drift DJ Zero?
Als Schnittstellen bietet das Gerät zwei Stereoausgänge bzw. vier Monoausgänge, umschaltbar auf Line/Kopfhörerpegel, dazu kommen zwei Stereoeingänge/vier Monoeingänge und DIN Sync In+Out über MIDI/DIN Sync-Adapter. Eine USB-C Schnittstelle dient dem Übertragen von Audiofiles und Playlisten sowie dem Laden des integrierten 3000-mAh-Akkus, welches dem Drift DJ Zero viele Stunden netzunabhängige Spielzeit erlaubt. Unser Testgerät läuft unter Linux mit 32 GB interner Festplatte und 1 GB DDR3L RAM / 32 GB eMMC-Speicher und ist mit Firmware Version 0.6.0 bespielt.

Wie wird der Drift DJ Zero mit Musik beladen?
Wird der Drift DJ Zero in den Drive Mode versetzt und per USB-C an den Computer angeschlossen, taucht er als Laufwerk auf dem Desktop auf und wir können Musik auf den 32 GB Speicher schieben. Nach dem korrekten Abmelden scanned Drift DJ Zero die Library der internen Festplatte und wir können die Songs laden, Playlisten erstellen und losmixen.

Welche Einstellungsmöglichkeiten bietet das Settings-Menü?
Die Systemeinstellungen konzentrieren sich auf die für den Betrieb wichtigen Bereiche. Dazu gehören unter anderem Aufnahme, Signalrouting, Dateiverwaltung und USB-Konfiguration.
Interessant ist die Linux-Basis des Zero. Das Gerät ist nicht als geschlossenes System konzipiert, sondern bietet Entwicklern und experimentierfreudigen Nutzern zusätzliche Möglichkeiten, mit der Plattform zu arbeiten.

Wofür kann der Drift DJ Zero genutzt werden?
So faszinierend die Idee sein mag, in der U-Bahn oder auf der grünen Wiese Musik zu mixen: ein komplettes DJ-Set im Club wird man wahrscheinlich doch lieber mit der dort vorhandenen Technik bestreiten. Was wären also echte Real-World-Szenarios?
1. Digitaler Support für Vinyl-DJs
USB-DJs spielen eigene, neue Produktionen oder sonstige Tracks, die (noch) nicht auf Vinyl erhältlich sind einfach digital ab. Vinyl-only DJs haben diese Option nicht, wenn keine CDJs oder andere Mediaplayer in der DJ-Booth stehen. Mit dem Drift DJ Zero hat man seine digitalen Tracks hingegen immer dabei und kann sie ohne weitere Hilfsmittel in einem Vinyl-Set mixen und testen.
2. Backup-Solution für DJs und Liveacts
Es gibt diese Momente, da geht auf der Bühne einfach alles schief. Ableton oder die MPC streiken, die Plattenspieler brummen oder die CDJs wollen den USB-Stick nicht lesen.
Der Drift DJ Zero ist eine interessante Backup-Lösung: kompakt genug, um noch in der kleinsten Tasche Platz zu finden und stark genug, um seriös damit performen zu können, wenn sonst nichts mehr geht. Ihr wisst ja: kein Backup, kein Mitleid.
3. Groovebox im Sync
Besonders interessant wird der Zero für Nutzer, die gerne mit externem Equipment arbeiten. Drummachines und andere Sequenzer lassen sich über MIDI synchronisieren und über die Audioeingänge in das Setup integrieren. So können beispielsweise Tracks ohne Drums und Bass vom Zero abgespielt und durch eine synchronisierte Drummachine ergänzt werden.
Für DAWless-Live-Performer eröffnet das interessante Möglichkeiten: Der Zero liefert die vorbereiteten Tracks, während externe Hardware live zusätzliche Elemente erzeugt– für ein erstaunlich kompaktes Live Setup ohne DAW.
4. Mobiles Vorbereitungstool für USB-DJs
Kennt ihr das auch? Ihr reist zum Gig und würdet euch gerne unterwegs noch mit den neuesten Tracks vertraut machen und einige Mix-Optionen checken? Ein USB-Stick allein bietet dafür wenig Komfort: Es fehlen Kopfhöreranschluss, Mixer und eine geeignete Bedienoberfläche.
Der Zero vereint genau diese Funktionen in einem kleinen Gerät. Und im Club kann er im „Drive Mode“ sogar als USB-Stick für CDJ & Co. genutzt werden. Derzeit muss man die gewünschten Tracks noch per Drag and Drop auf den Drive des Drift DJ Zero ziehen. Für Rekordbox-User sollen sich aber schon bald viel interessantere Möglichkeiten auftun.

Welche Features sind noch zu erwarten?
Die Softwareentwicklung ist beim Drift DJ Zero mindestens ebenso interessant wie die Hardware. Geplant ist unter anderem eine Integration von Rekordbox über das OneLibrary-Format. Damit sollen Musik und Playlists über Rekordbox-XML-Dateien importiert werden können. Vorgesehen sind dabei auch Informationen wie Beatgrids, Cuepoints, Loops und Tonart.
Ebenfalls spannend ist die geplante Unterstützung externer MIDI-Controller. Das könnte eine der größten Einschränkungen des aktuellen Geräts entschärfen: Die kompakte Oberfläche ist zwangsläufig auf wenige Bedienelemente reduziert. Wer umfangreicher mit EQs, Filtern und anderen Parametern arbeiten möchte, könnte künftig einen externen Controller einsetzen.
Damit ließe sich der Zero vom minimalistischen Taschen-DJ-Walkman zu einem deutlich umfangreicheren Standalone-System ausbauen. Auch die Linux-basierte Open-Source-Architektur eröffnet Spielraum für experimentierfreudige Nutzer. Entwickler können die Plattform erweitern und eigene Anwendungen beziehungsweise Workflows darauf aufbauen.
Zudem bietet der Linux-basierte Open-Source-Ansatz eine große Spielwiese für experimentierfreudige Frickler. Entwickler können die Plattform erweitern und eigene Anwendungen beziehungsweise Workflows darauf aufbauen.




Resümee zur Drift DJ Zero Test Preview
Der Drift DJ Zero ist ein Tool, das hohen Nutzwert für verschiedendste Anwendungen verspricht. Er ersetzt kein großes Club-Setup und revolutioniert nicht die DJ-Kultur. Er liefert jedoch sehr praktische Lösungen für diverse Probleme, mit denen DJs immer wieder im Alltag zu tun haben. Und ist natürlich auch ein sehr cooles Device mit hohem „Haben-wollen-Faktor“. Wer den DJ-Zwerg jetzt schon haben will, muss noch mit Bugs und Problemen kämpfen, kann aber auch jederzeit Zugang zum Beta-Programm beantragen und auf den Discord-Server mitdiskutieren und Ideen für neue Features einbringen, denn noch befindet sich die Firmware bei Version 0.6.1. Doch die Roadmap für den Drift DJ Zero klingt superspannend und schon jetzt ist die Gameboy-DJ-Konsole ein sehr praktisches und cooles Gerät mit hohem Nutzwert. Sobald die Finale Edition steht, gibt´s eine Wertung und einen kompletten Test.
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Features Drift DJ Zero
- Standalone-2-Deck-DJ-System / Mixer / Recorder
- Interner Speicher: 32 GB eMMC
- Externer Speicher: USB-Sticks und externe Festplatten über USB-C
- 1 GB DDR3L RAM
- Quad-Core ARM64 Prozessor
- Cortex-M7, 600 MHz Co-Prozessor
- Betriebssystem: Linux
- ABS Gehäuse – schlagfest
- Display: 128 × 64 Pixel OLED, 60 Hz
- Akku: 3.000 mAh LiPo
- Größe: 157 × 81 × 36 mm
- Gewicht: 234 g
DJ-Funktionen
- 2-Deck-DJ-Wiedergabe
- Tempo-Stretching
- Beat-Sync
- Beatgrids
- Cuepoints
- Key-Lock
- 3-Band-EQ
- Filter
- Looper
- Effekte, u. a. Delay, Reverb und Flanger
- integrierte Musikbibliothek
- Playlists
- Bearbeitung von Titel-/Künstler-/Genre-Metadaten
- Aufnahmen können anschließend auf den Decks wiedergegeben werden
Eingänge
- 2 × Stereo-TRS
- können als 4 × Mono-Eingänge geroutet werden
Ausgänge
- 2 × Stereo-TRS
- können als 4 × Mono-Ausgänge geroutet werden
- separater Kopfhörer-/Cue-Bus
Audio
- 32-bit / 44,1 kHz ADC/DAC
- 32-bit-Float-Aufnahmebus
- bis zu 4 zusätzliche AUX-Routing-Busse
- Ausgänge sind DC-gekoppelt (±3 V)
USB-C
- USB-Audio
- USB-MIDI
- Anschluss externer USB-Audiogeräte im Host-Modus
- Anschluss von MIDI-Geräten
- HID-Host für externe Controller
- USB Serial TTY
- Root-Zugriff auf das Linux-System
- ZModem-Dateiübertragung über die USB-Seriellschnittstelle
Unterstützte Audioformate
- MP3
- WAV
- AIFF
- FLAC
Sync / externe Geräte
- USB-MIDI
- MIDI Clock / Transport
- Clock-Synchronisation
- externe Synthesizer
- Drum Machines
- Grooveboxes
- Audio-Routing zwischen externen Geräten und den DJ-Decks
- CV-/Clock-Anwendungen über die konfigurierbaren Audio-I/Os
Recording
- 32-bit float / 44,1 kHz
Drift DJ Industries – Website des Herstellers
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