DAW-Controller gibt´s in allen Größen, Farben und Eskalationsstufen: vom kompakten Mini-MIDI-Keyboard mit Pads und Encodern über schlanke USB-Controller ohne Klaviatur bis zur ausgewachsenen Mischpult-Konsole mit MCU, Motorfadern sowie fetten Display-Feedback!

Am Ende wollen alle dasselbe: weniger Maus, mehr Musik – und eine direktere Steuerung von DAW, Plugins und Hardware. In unserer Übersicht zeigen wir ausgewählte Controller-Konzepte und welcher USB/MIDI-Controller zu welcher DAW am besten passt.
Inhaltsverzeichnis
- NI Komplete Kontrol: Plugin-Allrounder dank NKS
- Arturia KeyLab: Analog Lab, V-Collection und NKS
- Novation Launchkey MK4 Serie – für Ableton und Co.
- Novation Launch Control XL 3 – Ableton-Mixer zum Anfassen
- Novation Launchpad Pro – Push Alternative und mehr
- Motor-Fader Controller in der Praxis
- Worin unterscheiden sich USB/MIDI-Masterkeyboards und DAW-Controller ?
- Mix the best – Keyboard und Controller trennen
- Was sind die besten DAWs und die dazugehörigen Controller?
- W as sind überhaupt DAW-Controller und Scripte?
- Warum DAW-Controller mit Motorfader ?
- Unterschiede Drehregler: Encoder, Potis und mehr!
NI Komplete Kontrol: Plugin-Allrounder dank NKS
Die Komplete-Kontrol-Serie von Native Instruments kombiniert leistungsfähige Controller-Keyboards mit gleichnamiger Software. Diese läuft standalone oder als Plugin-Wrapper in der DAW, organisiert Instrumente und Effekte und stellt Mappings für zahlreiche Plugins bereit.

Mit den aktuellen Komplete Kontrol S MK3 Controller-Keyboards stellt Native Instruments auch gleich NKS2 für das automatische Mapping von Plugins vor – hier im Test!
S- und M-Serie der Keyboards bieten ein intuitives Bedienkonzept für Plugins, DAW-Funktionen und Maschine. Grundlage ist das hauseigene NKS-Format, über das auch Drittanbieter Parameter-Mappings für die Hardware anlegen können. Die Liste der NKS-Partner ist entsprechend lang!
Die Komplete-Kontrol-Software läuft unter macOS und Windows als Standalone-Version sowie als VST-, AU- und AAX-Plugin. In DAWs wie Logic, Cubase oder Ableton Live übernehmen die Controller zudem einfache Transport, Mixer und Automation – je nach Integration mal mehr, mal weniger tief.
Die S-Serie mit dem wirklich großen Screen bildet das Flaggschiff der Komplete-Kontrol-Reihe: Der zusätzliche Light Guide machen sie vor allem beim Komponieren zur fokussierten Schaltzentrale. Arpeggiator und Smart Play helfen bei Akkorden, Skalen und Spielhilfen, während die LEDs über der Tastatur Key-Switches, Zonen und Tonleitern sichtbar machen.
Erhältlich sind die großen Modelle als S49 und S61 mit halbgewichteter Tastatur sowie als S88 mit Hammermechanik. Darunter positionieren sich die günstigeren A- und M-Serien mit deutlich reduzierter Ausstattung.
Fazit – NI Komplete Kontrol
Native Instruments deckt mit Komplete Kontrol mehrere Budgets ab – von der kompakten M-Serie bis zur deutlich besser ausgestatteten S-Serie. Die Stärke liegt klar in der Steuerung von NI-Software-Instrumenten, Kontakt-Libraries und NKS-kompatiblen Plugins. Drittanbieter können Mappings bereitstellen, Presets lassen sich über Kategorien durchsuchen, viele Parameter sind ohne MIDI-Learn direkt erreichbar.
Als klassische DAW-Controller sind die Keyboards nur eingeschränkt spannend. Transport, Mixer und grundlegende Funktionen funktionieren, bleiben aber Beiwerk. Wer komponiert, Sounds sucht und virtuelle Instrumente spielt, bekommt ein starkes Ökosystem. Wer mischen oder tief in die DAW eingreifen will, ist mit UF8, Launch Control XL oder Console 1 zusätzlich besser bedient.
Arturia KeyLab: Analog Lab, V-Collection und NKS
Auch Arturia fusioniert Controller, eigene Software und Sound-Library. Analog Lab ist dabei mehr als nur Preset-Browser für Einsteiger: Die Software bündelt die wichtigsten Klänge aus Arturias Synthesizer-, Keyboard- und Orchester-Kosmos, läuft standalone oder als Plugin und ist mit den KeyLab-Controllern gut verzahnt.
Sounds suchen, Kategorien filtern, Makros drehen, Fader bewegen – das funktioniert und ist beim Komponieren schneller als der Griff zur Maus. Obwohl es hier wie auch bei NI viele Makros gibt, ist man bei Arturia trotzdem schneller an den weitergehenden Parametern wie ADSR und Co. dran.
Interessanter wird das Ganze nochmal durch die V-Collection. Während Analog Lab die schnelle Oberfläche liefert, ist die große Arturia-Sammlung der eigentliche Klanglieferant: Memorymoog, CS-80, Jupiter, Prophet, Synclavier, Emulator, Solina, Rhodes, Wurli, Piano, Orgeln und vieles mehr sitzen hier unter einem Dach.
Damit hat Arturia mittlerweile ein dickes Ökosystem aufgebaut, das für viele Produzenten fast so umfassend ist wie früher Komplete geworden ist – nur eben mit stärkerem Vintage-Synth-, Keyboard- und Sounddesign-Fokus. Dass Arturia inzwischen auch NKS unterstützt, verschiebt die Lage zusätzlich – selbst wenn die Installation noch etwas umständlich ist.
Für Anwender heißt das: NKS ist nicht mehr nur ein NI-Argument, sondern ein gemeinsamer Standard, den auch Arturia sinnvoll bedient.
Gut durchdacht und klein
Das gilt nicht nur für die großen KeyLab-Modelle. Bereits das MiniLab 37 zeigt, wie stark Arturia die DAW-Bedienung ernst nimmt. In Ableton Live lässt sich der Controller sinnvoll einsetzen: Transport, Track-Auswahl, Device-Control, Lautstärke, Sends und Panorama sind allesamt direkt erreichbar, ohne dass man MIDI-Learn bemühen muss.
Im mobilen Setup oder auf dem Studiotisch ist das praktisch, weil MiniLab genug Kontrolle für Skizzen, Overdubs und Sounddesign liefert. Für Mixing-Sessions nimmt man lieber größere Controller mit Motorfadern.
Novation Launchkey MK4 Serie – für Ableton und Co.
Die Launchkey-Serie von Novation ist besonders gut mit Ableton-Live verzahnt, kann aber auch gut mit Logic und Co. Es gibt sie in vielen Größen und Längen – von Mini 25 bis zu 88 Tasten inklusive Pitchbend- und Modulation-Wheels sowie dedizierten Taster für die Oktave.

Das Novation Launchkey 37 MK4 überzeugt mit direkter Ableton-Integration, schneller Parametersteuerung und einer angenehm spielbaren Klaviatur. Warum es das ausgewogenste MIDI-Keyboard der Serie ist, zeigt unser Test.
Volume, Sends und Panorama lassen sich präzise bedienen. Auch das wichtige Device-Control in Live kennt der Controller. Einen umfangreichen Arpeggiator gibt es dazu, außerdem lassen sich die hintergrundbeleuchtete Drumpads anschlagdynamisch spielen sowie mit ihnen Clips starten, stoppen und aufnehmen.
Die Kommunikation ist dank des Skriptes gut und besonders für Ableton Live, Logic Pro X und Reason Studios abgestimmt. Eine Transportsektion ist am Start, genauso wie dedizierte Taster für Metronome, Und/redo, Quantize und Capture-MIDI. Damit ist Launchkey ideal für Composer die viel im Overdub-Verfahren mit Clips arbeiten.
Novation Launch Control XL 3 – Ableton-Mixer zum Anfassen
Wer für Ableton Live weniger Keyboard-Tasten, sondern eher Mixer- und Device-Kontrolle sucht, sollte sich das Launch Control XL ansehen. Im Kern ein kompakter USB/MIDI-Mixer für Live: acht Fader, drei Reihen mit je acht Endlosreglern, beleuchtete Buttons und ein OLED-Display bringen Volume, Sends, Panorama, Device-Parameter und Transportfunktionen näher an die Hände.
Gerade in Ableton Live ergibt das viel Sinn, da man Clip-orientiert arbeiten, Spuren muten, Sends fahren, Filter bewegen oder Effekte automatisieren kann, ohne ständig zwischen Maus, Arrangement und Session View zu springen.
Im Mixer-Mode bedient der Controller klassisch Lautstärke, Pan und Sends, im Control-Mode lassen sich Devices, Transport, Loop- und Navigationsfunktionen steuern. Damit ist Launch Control XL weniger Performance-Instrument als praktischer Fader-/Send-Controller für Produzenten, Live-Acts und alle, die Ableton wie ein kleines Mischpult bedienen wollen.
Novation Launchpad Pro – Push Alternative und mehr
Das Launchpad Pro MK3 ist ein USB-MIDI-Controller mit bunter Pad-Matrix. Ähnliche dem Push und mit vielen Gemeinsamkeiten. Allerdings ist das Launchpad flexibler und funktioniert nicht nur mit der Session-View von Ableton Live sondern auch mit „Live Loops“ in Apple Logic Pro überzeugend.
Zur Bedienung der Clip-Matrix bzw. dem Grid geeignet, kann man darüberhinaus anschlagsdynamisch Noten, Akkorde sowie Drumbeats einspielen. Clips aufnehmen, diese nach Lust und Laune abfeuern sowie intuitiv zu Songs arrangieren gehört zum Tagesgeschäft.
Tracks lassen sich gut anwählen und über die Pads clever in Lautstärke, Panorama und Sends regulieren – für Mixing-Sessions außerhalb des kreativen Jams ist der Controller aber nicht gedacht. Dafür kennt der Controller einen integrierten Step-Sequenzer der sogar standalone mit Hardware funktioniert.
Das Konzept richtet sich klar an Beat-Produzenten und Live-Performer, die kreativ und intuitiv arbeiten. Als DAW-Controller für das Mixing ist das Launchpad weniger geeignet. Wer nur Unterstützung für die Clip-Matrix braucht, beispielsweise zusätzlich zu einem bestehenden Keyboard, sollte sich das Launchpad Mini einmal genauer anschauen.




















Felix sagt:
#1 - 29.07.2024 um 23:37 Uhr
Der beste Alleskönner ist für mich immer noch der MP-MIDI-Controller. https://mpmidi.com/
Felix Klostermann sagt:
#1.1 - 02.09.2025 um 13:19 Uhr
Moin Felix, den MP hätten wir auch gern getestet, allerdings haben wir kein Testgerät bekommen. Vielleicht ein anderes mal :-)
Antwort auf #1 von Felix
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenEric sagt:
#1.2 - 12.06.2026 um 16:52 Uhr
Ja absolut,eine gute zukunftsorientierte Umsetzung eines Controllers. Das Main Problem bei allen anderen, ist die Software Integration, Akai und Arturia haben solide Lösungen, nicht perfekt, aber ausreichend. Mit anderen Worten, wirklich gut ist keiner, und ich habe alle getestet.
Antwort auf #1 von Felix
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenFelix Klostermann sagt:
#1.2.1 - 12.06.2026 um 18:50 Uhr
Das kann ich genauso unterschreiben :-) LG; Felix
Antwort auf #1.2 von Eric
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenAndreas sagt:
#2 - 16.06.2026 um 10:33 Uhr
Ich würde mich total freuen, wenn Native Instruments und/oder Arturia von seinen großen Controllern mal eine Desktop-Version ohne Klaviatur herausbringen würden, die man sich auf vorhandenem Gerät stellen könnte. Wobei ich auch nicht weiß, wie Sinnvoll das am Ende ist (Stichwort "Guide-Lights" oder Multi-Aftertouch).