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Chauvet DJ BTair App, COLORband T3 BT, SlimPAR T12 BT, EZLink Par Q4 und Q1 BT Test

Praxis

Ich habe das Chauvet DJ Lichtsystem auf einer Party in den eigenen vier Wänden getestet. Für ein größeres Wohnzimmer ist die Lichtleistung der vier Komponenten völlig ausreichend, vielleicht schon überdimensioniert. Die Lichtintensität ist bei den meisten Testkandidaten jedoch geringer als bei „ausgewachsenen“ PARs und Rails. Dafür lässt sich das System schnell und unkompliziert aufbauen und betreiben.
Dank der Bluetooth-Steuerung entfallen lange Kabelstrecken und aufwändige Controller: einfach aufbauen, mit der App verbinden und los geht’s.
Die einzelnen Teile werden per Taster in den Bluetooth-Modus versetzt, das Pairen verläuft dann problemlos. Wurden die Lampen beim letzten Einsatz im Bluetooth-Verbund betrieben, ist das Menü nach wie vor im Bluetooth-Zustand und die einzelnen Lampen verbinden sich automatisch mit der App. Easy!

Drei Komponenten des Chauvet DJ System im Einsatz
Drei Komponenten des Chauvet DJ System im Einsatz

Streaming

Die kompakte Anlage lässt sich übrigens auch gut für die seit Corona populär gewordenen DJ-Streamings einsetzen. In meinem Birthday-Live-Streamhabe ich die vier Testteile spontan eingesetzt und während des über dreistündigen DJ-Sets einiges herumprobiert. 

COLORband T3 BT

Der COLORband T3 BT stand hinter mir und machte breites Licht, ohne die Kameras zu blenden. Durch die drei Zonen herrscht viel Bewegung und daher bildet der Washer eine gute Basis. Das Arretieren des Neigewinkels funktionierte problemlos und durch die Kaltgerätekupplung lassen sich auch mehrere dieser Rails von einer einzigen Steckdose mit Strom versorgen. Insgesamt wirkt die Lichtintensität hier eher blass.

Fotostrecke: 3 Bilder Das COLORband T3 BT strahlt mit zwölf LED-Scheinwerfern, hier in reinem Rot …
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SlimPAR T12 BT

Leicht, lichtstark, laut: Eigentlich wäre der SlimPAR T12 BT der ideale Scheinwerfer, um einen oder mehrere zum Gig mitzunehmen, z. B. um die DJ-Booth beim Streaming interessant auszuleuchten. Leider ist der Lüfter wirklich laut. Auf einer größeren Party ist das kein Problem, aber beim Einsatz in den eigenen vier Wänden bei geringer Lautstärke oder auch in der DJ-Booth nervt das Fön-Geräusch schon sehr.
Stromnetzunabhängig ist der Scheinwerfer nicht und daher kommt er für meine persönlichen Test-Szenarien „private Party“ und „Outdoor-Party“ nur bedingt in Frage. Schade, denn die Lichtausbeute kann durchaus mit „ausgewachsenen“ PARs mithalten.
In meinem Livestream habe ich den SlimPAR T12 BT so gegen zwei Stunden 40 Minuten auf das „Sound“-Programm umgestellt und mich gefreut, wie schön gezielt ich mit einem lauten Händeklatschen einen Wash auslösen konnte … 

Fotostrecke: 3 Bilder Auch der SlimPAR T12 BT kann kein Amber, hier die Farbeinstellung in der App
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EZLink Par Q4 BT

Der EZLink Par Q4 BT ist ideal geeignet, um ihn zum dezenten Ausleuchten an Säulen oder Wänden zu positionieren. „Dezent“, weil leuchtstark ist er nicht. Die Lichtausbeute würde ich als blass und pastellfarben bezeichnen. Richtig kräftige Farbakzente gibt der Q4 BT nicht her. Praktisch, dass der PAR bis zu acht Stunden netzunabhängig betrieben werden kann. Für spontane Outdoor-Partys ist das gut. Aber Achtung: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Chauvet DJ-Leuchten wetterfest sind. Also besser nicht im Regen stehen lassen.
Leider gibt der PAR bei größerer Lichtintensität nervige hohe Betriebspieptöne von sich. Bewegt man sich im niedrigen Dimmerbereich, ist nichts zu hören, aber bei erhöhter Lichtintensität stört es. Im Stroboskop-Betrieb piept der EZLink Par Q4 BT sogar rhythmisch. In lauten Umgebungen ist das vielleicht kein Problem. Aber auf dem Verpackungskarton wirbt Chauvet DJ ausgerechnet mit einem Photo mit dem Q4 BT im Einsatz bei einer Wahrsagerin.

Fotostrecke: 4 Bilder Bei hoher Helligkeit beginnt der EZLink PAR Q4 BT zu fiepen, im Stroboskop-Modus sogar rhythmisch
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EZLink Par Q1 BT

In meinem Livestream-Video fing ich nach ca. einer Stunde und drei Minuten an, mit dem EZLink Par Q1 BT nach interessanten Positionen zu suchen, bis ich dann zu meiner großen Freude bei exakt einer Stunde und neun Minuten feststellte, dass sich der magnetische Standfuß unerwartet fest an die metallische Oberfläche meines Podcast-Mixers saugte.
Dort blieb der Par Q1 dann auch und sorgte fortan für stimmungsvolle Beleuchtung meines DJ-Mixer in der Overhead-View. Und endlich: Der Par QT1 BT kann auch „Amber“. Auf diesem Farbton hatte ich bislang gewartet und das zu Recht, denn es sieht richtig gut aus. Ein schöner warmer Bernsteinton, der gerade dem Teint blasser Menschen sehr gut zu Gesicht steht.  Nicht nur deshalb ist der EZLink Par Q1 BT mein Lieblings-Testkandidat. Er ist klein, bis zu acht Stunden netzunabhängig und lichtstark genug, um in der DJ-Booth für etwas Lichtshow zu sorgen. 
Deshalb habe ich ihn auch zu meinem Gig in der Berliner 260 Grad Bar mitgenommen, wo er einfach auf die Wand hinter mir strahlte und für dezente, unaufgeregte Bewegung im Bild sorgte. Er ist mit einem Straßenpreis von unter 130,- Euro auch der günstigste Spot im Test und es spricht nichts dagegen, einen oder mehrere Par Q1 BT als variable persönliche Scheinwerfer zu den eigenen DJ-Gigs mitzuführen.
Pfleglicher Umgang mit dem Equipment ist jedoch anzuraten: Das Test-Setup ging anscheinend schon durch andere Hände und so hatten alle Lampen bereits leichte Abnutzungsspuren. Besonders arg sah es beim EZLink Par Q1 BT aus: Die aufgedruckten Bezeichnungen der einzelnen Funktionsknöpfe waren bereits bis zur Unleserlichkeit abgewetzt. Da heißt es dann die Knöpfe auswendig zu lernen oder den Quick Reference Guide mitzuführen. Nutzt man die BTAir App, ist es aber auch nicht wirklich kompliziert: einmal pairen und über die App steuern. Und beim nächsten Einsatz wieder, ohne Umstellen an der Hardware.

Fotostrecke: 4 Bilder Der EZLink PAR Q1 BT war der günstigste und gleichzeitig flexibelste Testkandidat: netzunabhängig, superkompakt und …
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Fernbedienung per App

Die BTAir App funktioniert erstaunlich smooth. Schnell sind die einzelnen Scheinwerfer im BT-Modus erkannt und den acht Gruppen zugeordnet. Diese können benannt, sortiert und in „Programs“ organisiert werden. Sie bietet sieben Programme an: Fixed, Fade, Pulse, Scroll, Rainbow, Zone Chase und Sound Activated.
Die Einstellungen beziehen sich immer auf alle rot angewählten Lampen, so dass für jede der bis zu acht Gruppen ein eigenes Programm eingestellt werden kann. Solch ein Setup wird gespeichert und auf der Playback-Page direkt angewählt und umgeschaltet. Auch hier gibt es einen Blackout-Schalter, der alle verbundenen Scheinwerfer ausschaltet.
Programme können gelöscht oder neu benannt, aber nicht kopiert oder verschoben werden. Kopieren kann man aber über den Umweg des Neu-Abspeicherns.
So kann man sich auf seinem Smartphone oder Tablet eine beachtliche Sammlung an Szenarien zur Steuerung der Chauvet DJ Lichtanlage zusammenstellen.
Superdetaillierte Steuerungsszenarien, wie mit einer ausgewachsenen DMX-Konsole, darf man jedoch nicht erwarten. Genaue Auskunft über sämtliche Funktionen bietet das Online-Handbuch im PDF-Format.

So läuft das mit der App: erst einmal alle verfügbaren Lampen per Bluetooth-Pairing einsammeln, dann pro rot angewähltem Scheinwerfer die Farben und Parameter definieren und schließlich im Playback-Mode die vorher gespeicherten Programme abrufen
So läuft das mit der App: erst einmal alle verfügbaren Lampen per Bluetooth-Pairing einsammeln, dann pro rot angewähltem Scheinwerfer die Farben und Parameter definieren und schließlich im Playback-Mode die vorher gespeicherten Programme abrufen

Fernbedienung per Remote Control

Die IR6-Fernbedienung hingegen fühlt sich sehr billig an. Solch ähnliche flache Remotes kennt man von günstigen bunten Lampen aus dem China-Shop. Die Buttons haben keinen guten Druckpunkt und das Teil ist insgesamt sehr fummelig. Um die Batterien nach Gebrauch zu schonen, kann man z. B. den mitgelieferten Plastikschutz in einen kleinen Schlitz schieben.
Für die doch recht teuren Chauvet DJ Scheinwerfer hätte ich mir eine hochwertigere Fernbedienung gewünscht, denn trotz Bluetooth-App-Steuerung kann die Remote-Control ab und zu doch wichtig werden, spätestens dann, wenn das Smartphone für andere Aufgaben wie Set-Recording oder Selfies mit dem Publikum genutzt werden soll.

Ganz schön low-tech: Die IR6 Fernbedienung BT wird „ausgeschaltet“, indem man den kleinen Plastikschieberzwischen Batterie und Kontakte schiebt
Ganz schön low-tech: Die IR6 Fernbedienung BT wird „ausgeschaltet“, indem man den kleinen Plastikschieberzwischen Batterie und Kontakte schiebt

Für wen ist das?

Die Chauvet-DJ-Leuchten können vor allem punktuell hervorragend eingesetzt werden, gerade wenn es um unkompliziertes Setup geht. Wenn für das Musikzimmer oder den Partykeller noch die amtliche und kompakte Beleuchtung fehlt, ist das System eine gute Wahl. Ich habe die vier Testteile bei einem Livestream genutzt und hatte viel Spaß mit den Komponenten, auch weil ich nicht groß in das Autoprogramm eingreifen musste – oder vielleicht auch gerade deshalb. Für Anwendungen in größeren Räumen ist die Lichtausbeute bei allen Kandidaten jedoch nicht ausreichend.
Die einzelnen Lampen sind in der App individuell in ihrer Lichtintensität in 100 Schritten dimmbar, was aufgrund der verschiedenen Lichtintensitäten der Kandidaten bei gemischter Anwendung auch notwendig ist.

Chauvet DJ System BT
Chauvet DJ System BT

Dank Akkubetrieb lassen sich einige der Testkandidaten ohne großen Aufwand fast überall im Raum positionieren, ohne an Kabelwege denken zu müssen. Der Bluetooth-Betrieb sorgt gerade bei Solo-Streams für eine einfache und sichere Kontrolle vom DJ-Pult.
Allerdings wirkten die Testkandidaten auf mich wie vier Produkte von verschiedenen Firmen. Es gibt keine gemeinsame Designsprache und kein einheitliches Konzept. Ich denke, je nach Anwendungsfall wird man sich für mehrere Lampen des gleichen Typs entscheiden.
So haben alle vier Testkandidaten ihre individuellen Vor- und Nachteile. Besondere Pluspunkte verdient sich der EZLink PAR Q1 BT durch seinen Akku, dessen Ladekapazität für einen ganzen Abend reicht (ohne Afterhour). Perfekt für Outdoor-Partys, aber auch zum Mitnehmen für Streams.
Gerade der Par Q1 BT hat es mir angetan. Ich hatte ihn nun bereits bei mehreren DJ-Livestreams zu Hause und auswärts im Einsatz, um die Overhead-View des Mischpults auszuleuchten. Ist unkompliziert, sieht gut aus, nervt nicht. Für diesen Anwendungsfall wirklich perfekt geeignet.

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