Bestverdienende Musiker 2021: Red Hot Chili Peppers und Mötley Crüe unter Top 10

2021 war sicher nicht das Jahr der legendären Konzerte und Tourneen. Dennoch war es für die Topverdiener das lukrativste Jahr in der Geschichte. Woran lag das? 

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Die Liste 2021 ist in vielerlei Hinsicht anders als die der letzten Jahren. Nur Taylor Swift ist ebenso wie in den Jahren 2020 und 2019 in den Top 10 vertreten. Statt Rappern wie Drake und Travis Scott erleben diesmal alte Rockbands und Rockstars ihren zweiten Frühling. Zumindest wenn man nach den Einnahmen geht. 
Normalerweise spülen Konzerte, Tourneen und sonstige Liveauftritte das meiste Geld in die Kassen der Topstars. Leider gab es auch in diesem Bereich 2021 große Einschränkungen und eine Absage folgte der nächsten. Zusätzlich sorgen Werbedeals und unternehmerische Aktivitäten für das Klimpern in der Geldbörse. So verdiente Ye (früher Kanye West) die letzten drei Jahre insgesamt über 300 Millionen USD mit seiner Footwear-Brand Yeezy. Der EDM-Artist 3LAU verdiente Millionen durch den Verkauf von NFTs (non fungible tokens auf der Blockchain). 

Der Handel mit Musikrechten

2021 stand aber vor allem im Fokus von Verkäufen von Lizenzrechten. Das ganze kam 2018 ins Rollen, als der Investmentfonds “Hipgnosis Songs Fund” aus London angefangen hatte, die Musikrechte von bekannten Hits zu kaufen. Hinter dem Fonds stehen mit Nile Rodgers (von Band Chic) und Merck Mercuriadis (ehem. Manager von Beyonce und Iron Maiden) bekannte Namen aus dem Musikbusiness. Einerseits wollten sie dass die Musiker selber am meisten von ihren Tracks profitieren. Andererseits sahen sie den Kauf von Lizenzrechten als Investition in die Zukunft. Durch den Kauf explodierte der Aktienkurs von Hipgnosis und durchbrach 2020 nur zwei Jahre nach der Gründung die Marke von einer Milliarde US-Dollar. Über 65.000 Songs im Wert von 2,5 Milliarden USD hält Hipgnosis mittlerweile.
Auf den Zug sind mittlerweile auch die Major Labels Sony Music und Warner Music aufgesprungen. So kaufte Sony 2021 für 550 Millionen USD den Katalog von Bruce Springsteen. Das war der mit Abstand größte Lizenzdeal in der Geschichte der Musik und katapultierte den amerikanischen Rockstar auf Platz 1 der Todverdiener. Anfang 2022 machte Warner Music mit einem 250 Millionen USD teuren Deal (laut Variety) auf sich aufmerksam. In diesem wurde die Rechte an David Bowies Werken gesichert. 
Bei den Top 10 haben nur Taylor Swift, Kanye West und Jay-Z ohne den Verkauf von Musikrechten den Sprung zu den Topverdienern geschafft.

Wie die Top 10 ihr Geld ins Trockene gebracht haben

Abgsehen von den dreien sorgten auch sonst Lizenzdeals für neue Rekordeinnahmen 2021. Die Red Hot Chili Peppers verkauften im Mai ihre Songs an Hipgnosis um 140 Millionen USD. Die Metal-Band Mötley Crüe ließ sich die Songrechte um 90 Millionen durch “BMG” vergolden. Taylor Swift hat mit neuen Releases alter Alben das meiste Geld verdient. Dazu kommen noch hohe Streamingeinnahmen. Country-Sänger Blake Shelton hat einen Teil seines Song-Katalogs um 50 Millionen verkauft. Außerdem hat Shelton noch hohe Einnahmen als Juror bei The Voice erzielt und konnte trotz Pandemie auf Tour gehen.  
Lindsey Buckingham hat 160 seiner Songs an Hipgnosis um 100 Millionen veräußert. One Republic-Frontman Ryan Tedder hat an “KKR” einen Großteil seiner Musikrechte abgegeben und dafür stolze 200 Millionen eingenommen. Die zusätzlichen Einnahmen von dem neuesten One Republic-Album ‘Human’ sind da nicht einmal mit eingerechnet, machen im Vergleich aber nur Peanuts aus. 
Paul Simon, Sänger und Songwriter aus den USA, hat im März 400 seiner Songs und sämtliche Lizenzrechte an seinen Master Aufnahmen an Sony um unglaubliche 260 Millionen USD verkauft. Seinen Karrierehöhepunkt hatte er in den 80ern. Simon erhielt insgesamt zwölf Grammy Auszeichnungen.
Jay-Z ist in dieser Liste ein Sonderfall, da er vor allem von Aktienverkäufen profitierte. Der Rapper aus Brooklyn hat die Hälfte der Champagner-Marke “Armand de Brignac” an den weltweit Branchenführer der Luxuxgüterindustrie “LVMH” um 300 Millionen veräußert. Außerdem hat er einen Großteil seiner Anteile von “Tidal” an “Square” verkauft. Damit erzielte Jay-Z 2021 seine bisher größten Einnahmen und schaffte es auf Platz 2 der Liste. 

Die Top 10 – alle aus den USA

Angaben in US-Dollar
10. Taylor Swift – 80 Millionen
9. Blake Shelton – 83 Millionen
8. Mötley Crüe – 95 Millionen
7. Lindsey Buckingham – 100 Millionen
6. Red Hot Chili Peppers – 145 Millionen
5. Ryan Tedder – 200 Millionen
4. Kanye West – 245 Millionen
3. Paul Simon – 260 Millionen
2. Jay-Z – 470 Millionen
1. Bruce Springsteen – 590 Millionen

Musikrechte stellen Einnahmen auf den Kopf

Das erste Corona-Jahr 2020, bei dem es noch weniger Konzerte und Live-Auftritte als 2021 gegeben hat, kann mit den Zahlen von 2021 nicht einmal annähernd mithalten. Bestverdiener war damals Taylor Swift mit 23.8 Millionen. Davon fielen 10 Mio. auf Streaming, 10 Mio. auf Verkäufe und 3 Mio. auf Lizenzeinnahmen. 2019 waren die Topverdiener die Rolling Stones mit 65 Millionen USD. Arianna Grande mit 44 Mio. und Elton John mit 40 Mio. folgten auf den Plätzen. Dabei machten diese Acts alle einen Großteil ihrer Einnahmen durch Live-Auftritte. 
Allgemein ist anzumerken, dass die Listen meist von Magazinen wie Billboard oder Rolling Stone zusammengestellt werden und dabei keine einheitliche Vorgehensweise vorweisen. Nicht alle Deals kommen an die Öffentlichkeit und oft werden Einnahmen auch nur geschätzt, etwa bei Streamingeinnahmen. Die Zahlen von Verkäufen durch Musikrechte geben da schon genauere Zahlen wieder. Weitere Einnahmequellen der Musikstars, sei es durch private Investments, Unternehmertum o.ä. können auch nur einbezogen werden, wenn die Einkünfte an die Öffentlichkeit gelangen. 

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von Mathias Walter

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