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AcousticSamples VTines MK1 Test

Praxis

Sound

Die Parameter Tine Height und Pickup Distance sind in meiner täglichen Arbeit am Rhodes essentiell und entscheidend für den Gesamtsound. Daher war ich gespannt, ob die Regler auch die Wirkung erzielen, die ich erwarte. Im folgenden Klangbeispiel hört ihr, wie ich den Regler Tine Height nach und nach aufdrehe, den Klangstab (=Tine) also nach unten bewege. Der Klang sollte weniger bassig/muffig und obertonreicher werden.

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Tine Height

Pickup/Distance

Als Nächstes teste ich den Pickup-Distance-Regler. Die Entfernung vom Pickup zum Tine beeinflusst am realen Rhodes natürlich die Lautstärke, aber auch die Dynamik und vor allem den Sound. Je näher der Pickup am Tine ist, desto eher verzerrt er und man erreicht das typische „barken“, das man vom Rhodes kennt.

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Pickup Distance

Erwartung nicht erfüllt! Es macht den Eindruck, als würde sich tatsächlich nur die Lautstärke ändern. Die Klangfarbe bleibt dieselbe. Und auf der Website kann man auch nachlesen:
 “[…] it (the pickup) influences the amount of bark and other parameters, but for the ease of use, we limited that knob action to just the volume.” Okay. Schade.
Interessante Ergebnisse erzielt man durch die Nutzung der Vel Tone Regler. Mit diesen kann man das Obertonverhalten in Abhängigkeit mit der Velocity einstellen. Auch bei softem Anschlag kann man durch Drehen des Low-Reglers den Tönen Obertöne verleihen, was so eigentlich nicht möglich ist.

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Vel Tone Low

Velocity/Dynamics

Einen Dynamics Regler findet man mittlerweile häufiger in den Plugins. Dreht man diesen voll auf, so moduliert man mit der Velocity nicht mehr die Lautstärke, sondern nur noch die Velocity-Stufen, die angesprochen werden. Das heißt, dass die eigentlich leisen Töne genauso laut sind wie die lauten und man durch eine höhere Velocity lediglich das Obertonverhalten ändert.

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Dynamics 0 % Dynamics 100 %

Fehlender Attack ohne Bell

Kommen wir zu zwei Einstellungen, denen ich kritisch gegenüberstehe. Bell Amount und Attack Amount. Auch wenn die Website sagt, dass Attack unabhängig vom Bell eingestellt werden kann, so kann ich das nicht feststellen. Ist Bell auf 0, hat Attack keine Wirkung. Das ist schade, denn mir persönlich gefällt der Bell-Sound nicht. Jedoch verliert das Instrument stark an Kraft und Transparenz, wenn der Attack nicht da ist.

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Bell 0 Bell 30 Bell 100

Diese Klangbeispiele waren bisher sehr statisch und technisch. Aber eigentlich geht es uns ja darum, wie sich das Plugin beim Spielen anfühlt. Ein Hinweis vorab: Das VTines hat lediglich 73 Tasten! Das heißt nach unten und nach oben fehlt dem Spieler auf einer 88er Tastatur eine halbe Oktave.

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{06a} {06b} {06c} {06d}

Guter Grundsound

Ich finde den Grundsound gut, besonders im Bereich piano bis mezzoforte gefällt es mir sehr. Auch die Effekte klingen gut, nach oben hin und bei stärkerem Anschlag klingt es jedoch unnatürlich und „plingelig“. Da muss doch mehr drin sein. Also habe ich kurzerhand selbst Hand angelegt und mir ein Rhodes zusammengebaut. Auch wenn es noch nicht perfekt ist (welches Rhodes ist das schon?), bin ich äußerst zufrieden mit dem Ergebnis.

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Custom Rhodes A Custom Rhodes B

Einzelne GUI Fehler

Der Bell- und der Attack-Regler sind entscheidend für die Klangcharakteristik. Mit einem Doppelklick auf die Regler kann man die Werte in Zahlen einstellen. Damit ich Einfluss auf den Attack nehmen kann, habe ich den Bell-Regler auf den Wert 0,02 gestellt. Damit lässt es sich dann sehr gut arbeiten. 
Hier und da hat die GUI nicht richtig funktioniert. So musste ich z. B. den Tine Height-Regler manchmal erst ganz zudrehen, bevor er reagiert hat. 

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