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7 Tipps, mit denen du eine gute Gitarre erkennst

Was muss ich beim Kauf einer Gitarre beachten? Wie bekomme ich das bestmögliche Instrument für mein Geld? Fragen, die vor allem Anfänger umtreiben, wenn es um die erste Gitarre geht. Aber auch fortgeschrittene Spieler kennen unter Umständen nicht alle Kriterien, die beim Kauf wichtig sind, denn beim Gesamteindruck des Instruments spielen der persönliche Geschmack und das spielerische Profil wichtige Rollen.

(Bild: © shutterstock premier - Lukiyanova Natalia frenta)
(Bild: © shutterstock premier – Lukiyanova Natalia frenta)


Dennoch gibt es einige Punkte, die man bei einer Gitarre zunächst überprüfen sollte, um einen ersten Eindruck der gebotenen Qualität zu erhalten. Im folgenden Artikel haben wir für euch sieben Merkmale aufgelistet, die euch dabei helfen sollen, beim Kauf eurer Gitarre auf der sicheren Seite zu sein.

Inhalte

  1. 1) Überprüfung von Herstellungsfehlern
  2. 2) Die Werkseinstellung
  3. 3) Die Beschaffenheit der Bünde
  4. 4) Intonation
  5. 5) Verwendete Hölzer
  6. 6) Schwingungseigenschaften
  7. 7) Verwendete Hardware

Welche Gitarre soll ich kaufen? Infos hierzu gibt es in unseren Kaufberatern:

1) Überprüfung von Herstellungsfehlern

Bevor man sich einen Eindruck vom Klang und der Bespielbarkeit eines Instrumentes macht, lohnt es sich, das gewählte Modell zunächst äußerlich zu betrachten und auf eventuelle Fehler zu überprüfen. Hierzu gehören unzureichend aufgeleimte Anbauteile wie beispielsweise der Steg bei akustischen Gitarren. Aber auch der Korpus-Halsübergang sollte im Detail in Augenschein genommen werden. Hier sollte sichergestellt sein, dass geschraubte Hälse spielfrei in der Halstasche sitzen und geleimte Hälse sauber und perfekt ausgerichtet angeschlossen sind.
Die Oberflächenbeschaffenheit gibt einen ersten Eindruck davon, wie gewissenhaft das Instrument verarbeitet ist. Tauchen hier Unsauberkeiten in der Lackierung oder in der allgemeinen Beschaffenheit der Hölzer auf, die eventuell sogar hinderlich beim Spielen sein können, ist es ratsam, sich nach einem anderen Instrument umzuschauen. Kleine optische Fehler in der Lackierung müssen wiederum bei preisgünstigen Instrumenten nicht unbedingt ein K.-o.-Kriterium sein, vorausgesetzt, das Instrument macht in den weiteren Punkten, die wir gleich noch genauer beleuchten werden, einen guten Eindruck.
Hat das Instrument aber einen hohen Preis, sollten Fehler in der Lackierung nicht auftauchen.

2) Die Werkseinstellung

Wichtig für einen positiven Eindruck ist ohne Frage eine gute Werkseinstellung. Ist das nicht der Fall, geht unter Umständen einiges an klanglichem und spielerischem Potential verloren. Klar kann man mit einem nachträglichen Setup noch einiges aus einer Gitarre rausholen. Dennoch sollte ein Hersteller, der für gute Qualität steht, seine Instrumente spielfertig eingestellt ausliefern.

Wie man die perfekte Saitenlage und die richtige Stimmung erhält, erfahrt ihr in unserem Workshop:

3) Die Beschaffenheit der Bünde

Dieser Umstand lässt sich eigentlich auch den ersten beiden Punkten zuordnen. Dennoch möchte ich noch einmal gesondert darauf hinweisen, da schlecht bearbeitete Bünde einem leider immer wieder bei neuen Gitarren unter die Finger kommen. Wurden beispielsweise die Bünde abschließend nicht sauber poliert, hat dies negative Auswirkung auf das Spielgefühl. Auch die Bundkanten sollten sauber abgerundet sein und zudem müssen die Bünde eine einheitliche Höhe aufweisen, da sonst ein wirkliches sauberes Setup der Saitenlage nicht möglich ist.

Die Bünde müssen für eine gutes Spielgefühl und einen sauberen Sound eine einheitliche Höhe aufweisen und sollten an den Kanten sauber abgerundet sein.
Die Bünde müssen für eine gutes Spielgefühl und einen sauberen Sound eine einheitliche Höhe aufweisen und sollten an den Kanten sauber abgerundet sein.

4) Intonation

Zum Thema Intonation gehören gleich mehrere Punkte. Ganz einfach könnt ihr selber überprüfen, ob das Instrument oktavrein ist. Dafür vergleicht ihr bei jeder Saite das Flageolett am 12. Bund mit dem gegriffenen Ton an selbiger Stelle. Tauchen hier Abweichungen auf, ist die Gitarre nicht sauber eingestellt. Dies lässt sich in der Regel nachholen, sollte aber bei einem Hersteller mit Qualitätsanspruch ab Werk der Fall sein. Komplett Abstand von einem Kauf solltet ihr nehmen, wenn die Bünde nicht ganz sauber auf dem Griffbrett platziert sind. In diesem zugegeben seltenen Fall ist die sogenannte Bundreinheit nicht gewährleistet und eine nachträgliche Korrektur sehr aufwendig. Manchmal können übrigens auch minderwertige oder abgespielte Saiten für Intonationsprobleme sorgen. Gefällt euch das Instrument an sich gut, lohnt es sich, gerade bei einem Gebrauchtkauf, es noch einmal mit einem neuen Saitensatz zu versuchen.

Jede Menge praktische Tipps zu Service-Themen wie dem Einstellen der Oktavreinheit findet ihr hier:

5) Verwendete Hölzer

Wie eine Gitarre klingt und welches Potential sie zudem in ihrer fortlaufenden klanglichen Entwicklung hat, hängt maßgeblich von der Holzwahl ab.
Generell kann man sagen, dass der Korpus einer akustischen Gitarre mit einer massiven Decke ausgestattet sein sollte, da diese sehr entscheidend für die Schwingungseigenschaften ist. Umso besser, wenn das Instrument komplett aus massiven Hölzern gefertigt ist. Bei preiswerten Gitarren wird man dieses Feature allerdings eher nicht finden. Ob man beispielsweise lieber Fichtenholz oder Zedernholz mag, hängt dann vom persönlichen Geschmack ab. Hier hilft nur Ausprobieren.
Bei semiakustischen Modellen im E-Gitarren Sektor sind wiederum gänzlich laminierte Korpusse auch in höheren Preisklassen keine Seltenheit. Sucht ihr nach einer E-Gitarre in Solidbody-Bauweise, haben sich in dieser Ausführung je nach Modell einige Holzarten etabliert. Erle oder Esche kommen bei Instrumenten zum Einsatz, von denen man einen eher spritzigen Sound erwartet und die in Richtung der Klassiker aus dem Hause Fender tendieren. Die in der Rockgitarren-Landschaft sehr beliebte Gibson Les Paul wird wiederum meist aus Mahagoni gefertigt. Ahorn- oder Mahagonihälse und Palisandergriffbretter sind ebenfalls klassische und bewährte Kombinationen. Begegnen euch also diese Materialien, ist dies ein erstes Indiz dafür, dass ihr soundtechnisch auf dem richtigen Weg seid. Dennoch gibt es auch hier eine Menge Abweichungen oder Kreuzungen, die ebenfalls sehr gut klingen können.

Bei akustischen Gitarren ist eine massive Decke das A und O für ein gutes Schwingungsverhalten.
Bei akustischen Gitarren ist eine massive Decke das A und O für ein gutes Schwingungsverhalten.

6) Schwingungseigenschaften

Spätestens jetzt müsst ihr die Ohren spitzen. Wie verhält sich das Instrument bei ausklingenden Tönen oder Akkorden? Habt ihr das Gefühl, dass der Klang aller Saiten sauber und gleichmäßig wiedergegeben wird? Reagiert das Instrument sensibel auf dynamische Spielweisen? Sollte dies nicht so sein, hilft auch das beste Setting nicht. Hier gilt ebenfalls, sich auf die Suche nach einer anderen Gitarre zu machen.
Die Beurteilung dieser Punkte ist ohne Frage für einen Anfänger am schwersten zu beantworten. Hier hilft es, gegebenenfalls einen erfahrenen Spieler zu Rate zu ziehen. Auf diesen Punkt kommen wir abschließend auch noch einmal zu sprechen.

7) Verwendete Hardware

Auch die Hardware einer Gitarre sollte selbstverständlich genau überprüft werden. Hierzu zählen die Pickups samt Elektronik, Saitenhalten und Steg, der Sattel und natürlich die Stimmmechaniken. Checkt also bei E-Gitarren, ob alle Potis sauber und ohne Nebengeräusche funktionieren und überprüft ebenfalls, ob die Pickups sauber abgeschirmt wurden. Klassische Singlecoil-Tonabnehmer bilden hier eine Ausnahme und sind typischerweise anfälliger für Einstreuungen. Piezo-Tonabnehmersysteme sollten zudem im besten Fall nicht rauschen oder zumindest nur eine sehr geringe Rauschentwicklung aufweisen. Wenn die Saiten vorab gedehnt wurden und sich trotzdem häufig verstimmen, kann dies von den Mechaniken oder aber auch vom Sattel oder der Brücke herrühren. Auch diese Probleme sollten bei einer qualitativ guten Gitarre nicht auftauchen.

Fotostrecke: 2 Bilder Auch die Hardware eines Instruments sollte …
Fotostrecke

Zu guter Letzt will ich noch darauf hinweisen, dass es nicht schaden kann, sich im Vorfeld zu folgenden Themen belesen zu haben:

  • Welcher Gitarrentyp passt am besten zu meinen Vorstellungen?
  • Welche Hersteller gelten als renommiert in dem Budgetrahmen, der mir zur Verfügung steht

Neben Kundenrezensionen im Netz gibt es glücklicherweise zu diesen Themen auch eine Menge Reviews auf unser Seite, die von erfahrenen Musikern gemacht wurden und darüber Auskunft geben, welche Vor- und Nachteile man bei dem jeweiligen Instrument erwarten kann.
Wie schon im Artikel erwähnt, setzt die klangliche Beurteilung und auch die Beurteilung der Bespielbarkeit im Detail ohne Frage eine gewisse Grunderfahrung voraus.
Für Anfänger ist also trotz der hier erwähnten Tipps sehr zu empfehlen, den eigenen Lehrer oder einen fortgeschrittenen Spieler aus dem Bekanntenkreis zur Shoppingtour mitzunehmen.
Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Suche nach eurem Instrument!

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von Michael Behm

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