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Vergleichstest Dreadnought Gitarren bis 500 Euro

Die Dreadnought Gitarre von Martin feiert in diesem Jahr ihren 100sten Geburtstag. Es gibt heute kaum noch einen Gitarrenproduzenten, der nicht einen Abkömmling dieser legendären Steel-String im Line-Up führt. Inwieweit unterscheiden sich die modernen Ableger überhaupt von ihren Urahnen und den aktuellen Modellen, die Martin heute produziert?

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Wir haben den Markt durchforstet und uns neun Replikate diverser Marktführer ins bonedo-Studio geholt. Welche Unterschiede gibt es in Bezug auf Material, Verarbeitung, Bespielbarkeit und Klang? Wir haben den Fokus vor allem auf aktuelle Cutaway-Westerngitarren-Modelle im Preissegment zwischen 300 und 500 Euro gerichtet. Unsere Wahl fiel auf folgende Vertreter:

Da alle Gitarren mit einem Tonabnehmer/Preamp-System ausgestattet sind, wollen wir euch auch nicht vorenthalten, wie sie sich klanglich in unserem Test geschlagen haben. Für die akustischen Aufnahmen kamen zusätzlich zwei Neumann-Mikrofone zum Einsatz. Um einen objektiven Vergleich zu ermöglichen und Einflüsse durch unterschiedliche Werksbesaitungen auszuschließen, wurden alle Gitarren ausnahmslos mit einem neuen Satz Elixir 80/20 Bronze Light .012 -.053 bespannt. Die tiefen Frequenzen wurden zwischen 100 Hz bis 50 Hz ausgeblendet, um das Soundbild zu entrumpeln, ansonsten wurden die Aufnahmen nicht weiter bearbeitet. Die Position der Mikrofone musste im Verlauf der Session mehrmals geändert werden, um den unterschiedlich Spielstücken und damit Lautstärken Rechnung zu tragen. Alle Dreadnought Gitarren benötigten beim Strumming mehr Abstand und bei einem Picking mehr Nähe. Der Abstand der Membran zum Schallloch betrug ca. 1,50 bis 2,00 Meter in einer Höhe von ca. 1,30 bis 1,60 m.

History

Eigentlich reagierten die beiden Geburtshelfer Frank Henry Martin und Harry Hunt im Jahr 1916 auf die wachsende Nachfrage nach einem durchsetzungsfähigen Instrument, denn zu diesem Zeitpunkt mussten sich Gitarren noch mit einem relativ zierlichen Korpus begnügen. Der Musikalienhändler Ditson verkaufte die voluminöse D-1 und die D-2, die martialisch nach einem britischen Schlachtschiff benannt wurde, zunächst in seinem Store in New York. Als Ditson die Pforten seines Shops schloss, setzte Martin die Produktion der Dreadnought Gitarre fort und präsentierte 1931 – jetzt unter eigenem Label – zwei neue Modelle: die D-18 mit Boden und Zargen aus Mahagoni und die D-28 mit Boden und Zargen aus Palisander. Beide Modelle erhielten 1934 ihre endgültige Gestalt, als Martin den Neck-Joint am 14. Bund ansetzte. Schon bald wurde die Dreadnought Gitarre auch unter dem Namenssuffix “Bassgitarre” bekannt, denn der voluminöse Resonanzkörper produzierte einen außergewöhnlich satten Sound mit vielen Bassanteilen. Jetzt stiegen auch die Verkaufszahlen der beiden Dreadnoughts, die Anfang der Siebziger Jahre ihren Höhepunkt erreichten. Zusätzlich gab es hausinterne Konkurrenz mit der D-35, die seit 1965 gebaut wurde und von der Martin 1975 weit über 6000 Exemplare verkaufte. In dieser Zeit begann auch der weltweite Siegeszug der Westerngitarren schlechthin und in dessen Folge konnten sich auch neue Hersteller mit günstigeren Repliken Zugang zum Markt verschaffen, denn die Originale von Martin erforderten Investitionen, die das schmale Budget vieler Gitarristen sprengte. Ein Grund, warum preiswertige Produkte aus Fernost den Markt regelrecht überschwemmten.

Nachfolgend könnt ihr euch alle Daten der getesteten Dreadnought-Modelle in einer Vergleichstabelle als PDF downloaden:

Hier noch einmal zum Abgleich die Maße der Martin Dreadnought Gitarre:

Breite am Unterbug:39,5 bis 39,7 cm
Breite am Oberbug:29,7 cm
Länge am Korpus:50,5 cm bis 51 cm (ohne Halsfuß)
Zargentiefe am Knopf:12,4 cm bis 12,5 cm
Zargentiefe am Halsfuß:10,0 cm
Mensur:64,37 cm

Unser Fazit:

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von Bernd Strohm

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