Das EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey ist ein komplett analoger Bass-Preamp, der eine umfangreiche Klangregelung mit einer Overdrive-Schaltung kombiniert. Entwickelt wurde das Scrolls in Zusammenarbeit mit dem japanischen Bassisten Kentaro Nakao, der vor allem durch seine Arbeit mit Number Girl bekannt wurde. Nakao brachte dabei eine konkrete Idee in die Entwicklung ein: ein analoges Preamp-Pedal, das den eigenen Bass möglichst flexibel an unterschiedliche Amps und Situationen anpassen kann. Herausgekommen ist ein zweikanaliges Konzept aus EQ und Overdrive, das sowohl im Studio als auch auf der Bühne als zentrale Klangzentrale dienen soll. Ob das Scrolls dem großen Anspruch gerecht wird?
- vielseitige und hervorragend abgestimmte EQ-Sektion
- eigenständige Drive-Sektion mit vielen klanglichen Möglichkeiten
- umfangreiche Anschlüsse inklusive FX-Loop und Parallel Out
- kompakte Bauform trotz üppiger Ausstattung
- hochwertige Verarbeitung und robuste Bauweise
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Welchen ersten Eindruck vermittelt das EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey?
Wie in der Einleitung bereits erwähnt, hat der neue Bass-Preamp von EarthQuaker Devices zwei dezidierte Kanäle für Equalizer und Verzerrung, die jeweils mehrere Möglichkeiten zur klanglichen Abstimmung bieten. Man kann es daher schon erahnen: Auf der Oberseite des Pedals ist einiges los – ganze elf Regler und fünf Schalter (!) finden sich hier.
Angesichts dieses Funktionsumfanges fällt das Scrolls allerdings überraschend kompakt aus: Es misst 121 x 114 x 57 mm und macht sich auf einem Pedalboard daher nicht allzu breit. Hergestellt wird das Pedal in den USA und die Qualität ist absolut tadellos – das Metallgehäuse ist extrem robust und alle Komponenten wirken hochwertig und langlebig.
Welche Anschlussmöglichkeiten bietet das EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey?
Die Anschlüsse sind auf die Seitenflächen verteilt. Auf der Rückseite finden wir den Klinkeneingang „I“ für den Bass, den Klinkenausgang „O“ zum Anschluss an den Amp und einen weiteren Klinkenanschluss mit der Bezeichnung „P“. Bei Letzterem handelt es sich um einen gepufferten Parallel-Ausgang, der ein komplett unbearbeitetes Signal ausgibt – immer schön, wenn man auch den Sound ohne Effekte zur Verfügung hat.
Die Bezeichnungen der Anschlüsse könnten vielleicht etwas ausführlicher ausfallen, aber wer etwas Erfahrung mit Pedalen mitbringt, wird damit schon klarkommen. Ansonsten hilft natürlich auch die ausführliche Bedienungsanleitung, die online bereitsteht. Ebenfalls auf der Rückseite sitzt der Netzanschluss. Benötigt wird ein handelsübliches 9-Volt-Netzteil mit innenliegendem Minuspol, wobei das komplett analoge Pedal moderate 70mA Strom zieht.
Der symmetrische XLR-Ausgang samt Ground-Lift-Schalter sitzt an der linken Gehäuseseite. Er bietet eine analoge Speakersimulation, die laut EarthQuaker Devices sehr subtil ausfallen soll – mehr dazu dann im Praxisteil. Auf der rechten Seite finden wir die verbleibenden Anschlüsse des Pedals: Hier sitzen Send und Return des Effektwegs, der zwischen EQ- und Drive-Sektion angeordnet ist.
Wie wurde das Cockpit des EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey gestaltet?
Die Bedienelemente auf der Oberseite befinden sich in farblich getrennten Bereichen, sodass optisch schnell klar wird, welche Regler zum EQ und welche zur Drive-Sektion gehören. Links auf einem ockerfarbenen Bereich finden wir die komplette EQ-Sektion.
Ganz oben sitzt hier der Level-Regler, mit dem sich die Lautstärke des bearbeiteten Signals anpassen lässt. Darunter folgen die drei klassischen EQ-Bänder Bass, Middle und Treble, die allesamt als Cut/Boost-Regler ausgelegt sind. Soweit, so normal – beim Scrolls bleibt es aber natürlich nicht bei einem gewöhnlichen Dreiband-EQ: Mit dem Vari-Freq-Regler lässt sich nämlich zusätzlich die Frequenz bestimmen, an der der ebenfalls als Cut/Boost ausgelegte Vari-Regler ansetzt. Der Regelbereich reicht dabei von sehr tiefen 20Hz bis hinauf zu 10kHz – damit kann man quasi in den gesamten relevanten Frequenzbereich des Basssounds eingreifen.
Ergänzt wird die Klangregelung von drei EQ-Presets, die mit Schaltern bedient werden: Deep sorgt für einen Boost bei 80Hz, Process senkt die Low-Mids für einen modernen Scoop-Sound ab, und Bright hebt bei 5kHz die Höhen an. Mit den EQ-Tools sollte man den Grundcharakter des Basses schon ziemlich ordentlich auf links drehen können – von dezentem Feintuning bis zu heftigen Eingriffen ist hier wohl alles möglich.
Auf der rechten Seite schließt sich die schwarz gehaltene Drive-Sektion an. Auch hier ist die Bedienung relativ übersichtlich: Mit dem Drive-Regler bestimmt man die Intensität der Verzerrung, während der Tone-Regler als Tiefpassfilter arbeitet und die Höhen mehr oder weniger stark absenkt. Der Blend-Regler mischt das verzerrte Signal zum trockenen Basssignal, sodass sich auch bei kräftiger Zerre die Klarheit des Sounds erhalten lässt. Mit dem Level-Regler wird schließlich die Lautstärke der Drive-Sektion angepasst.
Richtig interessant wird es beim Bandwidth-Regler, der bestimmt, in welchem Frequenzbereich das Clipping am stärksten ausgeprägt ist. Dreht man ihn nach links, liegt der Schwerpunkt im Bassbereich und die Zerre klingt entsprechend wärmer, weicher und runder. Nach rechts wandert das Clipping in die höheren Frequenzbereiche, was einen fokussierteren Zerrsound mit strafferen Bässen zur Folge hat.
Welche Funktionen haben die Fußschalter des EarthQuaker Devices Scrolls Bass Odyssey?
Vorne am Pedal sitzen die beiden Fußschalter für die EQ- und die Drive-Sektion. Mit dem linken Schalter lässt sich der EQ aktivieren beziehungsweise umgehen, während der rechte für die Drive-Sektion zuständig ist. Zwei Status-LEDs zeigen dabei zuverlässig an, welche Sektion gerade aktiv ist.
Für das Bypass-Signal setzt das Scrolls auf eine relaisbasierte True-Bypass-Schaltung, die allerdings eine Stromversorgung voraussetzt. Der Drive-Fußschalter beherrscht außerdem den Flexi-Switch-Modus: Ein kurzer Druck schaltet die Zerre wie gewohnt dauerhaft ein oder aus, während sie bei gedrücktem Schalter nur so lange aktiv bleibt, wie man den Fuß darauf lässt. Für kurze Zerr-Akzente oder einzelne Passagen ist das eine durchaus praktische Zusatzfunktion – ein cooles Feature, das man bei anderen Basspedalen kaum findet!






























