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Die 10 berühmtesten geklauten Rock-Riffs

Kaum etwas ist in der Rockmusik wichtiger als ein ikonisches Riff. Das Problem: Viele legendäre Gitarrenparts klingen irgendwann verdächtig vertraut. Seit Jahrzehnten wird deshalb darüber diskutiert, wann Inspiration aufhört und musikalischer Diebstahl beginnt. Dabei ist die Sache komplizierter, als es oft wirkt. Rockmusik basiert seit jeher auf ähnlichen Akkordfolgen, Blues-Schemata und gegenseitigen Referenzen. Trotzdem gibt es Songs, bei denen selbst eingefleischte Fans kurz denken: „Moment mal … das kenne ich doch irgendwoher.

Atlantic Records, Public domain, via Wikimedia Commons

10. Hat Nirvana das Riff von „Come As You Are“ bei Killing Joke geklaut?

Das berühmte Gitarrenmotiv von Nirvanas Come As You Are“ gehört zu den bekanntesten Riffs der Grunge-Ära und gleichzeitig zu den umstrittensten. Schon kurz nach Veröffentlichung des Songs bemerkten viele Hörer deutliche Ähnlichkeiten zum Hauptriff von „Eighties“ der britischen Post-Punk-Band Killing Joke. Vor allem die Kombination aus Rhythmus, Tonfolge und dem leicht schwebenden Chorus-Gitarrensound wirkt erstaunlich nah beieinander.

Kurt Cobain war die Ähnlichkeit offenbar selbst bewusst. Laut mehreren Biografien soll er zeitweise Sorge gehabt haben, dass die Parallelen zu offensichtlich seien. Eine offizielle Klage gab es letztlich trotzdem nie, auch wenn die Diskussion Fans und Musikjournalisten bis heute begleitet. Der Fall zeigt außerdem ziemlich gut, wie eng Alternative Rock und Post-Punk Anfang der 90er musikalisch miteinander verbunden waren. Viele Bands griffen ähnliche düstere Gitarrenflächen, Bassläufe und Effekte auf. Und wie so oft in der Rockgeschichte gilt auch hier: Die Grenze zwischen Einfluss und Kopie verläuft manchmal erstaunlich unscharf.

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9. Led Zeppelin: „Whole Lotta Love

Wenn es um Diskussionen über angeblich geklaute Rock-Riffs oder übernommene Songideen geht, führt kaum ein Weg an Led Zeppelin vorbei. Die Band gilt bis heute gleichzeitig als eine der einflussreichsten und umstrittensten Gruppen der Rockgeschichte.

Besonders häufig wird dabei „Whole Lotta Love“ genannt. Der Song basiert in mehreren Teilen deutlich auf Willie Dixons Bluessong „You Need Love“, den ursprünglich Muddy Waters aufgenommen hatte. Vor allem einzelne Textzeilen und die Grundidee des Songs weisen starke Parallelen auf. Zeilen wie „Way down inside, woman, you need love“ wurden praktisch direkt übernommen.

In den frühen Jahren von Led Zeppelin war der Umgang mit musikalischen Vorlagen allerdings oft deutlich lockerer als heute. Viele britische Rockbands griffen amerikanischen Blues auf, interpretierten ihn neu und machten daraus lautere, härtere Versionen für ein junges Rockpublikum. Das Problem dabei: Die ursprünglichen Songwriter wurden häufig nicht ausreichend genannt oder beteiligt. Im Fall von Willie Dixon führte das später zu rechtlichen Konsequenzen. Nach einer Klage erhielt Dixon schließlich offizielle Songwriting-Credits für „Whole Lotta Love“.

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8. Oasis: „Cigarettes & Alcohol

Oasis gingen mit ihren musikalischen Einflüssen nie besonders subtil um. Das Gitarrenriff von „Cigarettes & Alcohol“ erinnert deutlich an „Get It On“ von T. Rex. Vor allem Groove und Grundstruktur liegen hörbar nah beieinander. Noel Gallagher machte daraus allerdings nie ein Geheimnis. Für ihn gehörte das offene Zitieren schon immer zur Rockmusik dazu. Oasis verstanden sich weniger als musikalische Revolutionäre, sondern eher als Band, die klassische britische Rockelemente für die 90er neu zusammensetzte. Deshalb wirkt der Song bis heute weniger wie ein heimlicher Diebstahl als vielmehr wie eine sehr selbstbewusste Verbeugung vor den eigenen Vorbildern.

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7. Green Day: „Warning

Als Green Day im Jahr 2000 „Warning“ veröffentlichten, fiel vielen Hörern sofort die Ähnlichkeit zu „Picture Book“ von The Kinks auf. Vor allem das entspannte Akustikriff, der Rhythmus und das gesamte Songgefühl wirken erstaunlich vertraut. Der Song gilt bis heute als klassischer Grenzfall zwischen Hommage und zu deutlicher Orientierung am Original. Rechtliche Konsequenzen hatte das allerdings nie. Wahrscheinlich auch deshalb, weil Green Day sich auf dem Album bewusst stärker an klassischen Folk- und Garage-Rock-Strukturen orientierten als auf ihren früheren Punk-Platten.

Außerdem gehören die Kinks zu den einflussreichsten Bands der britischen Rockgeschichte. Ihr Stil taucht seit Jahrzehnten immer wieder in moderner Gitarrenmusik auf. Ganz spurlos kommt daran kaum jemand vorbei. Auch im Fall von „Warning“ wirkt die Ähnlichkeit eher wie eine Hommage an einen Klassiker als wie ein besonders kreativer Raubzug durchs Vinylregal.

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6. Jet: „Are You Gonna Be My Girl

Kaum erschien „Are You Gonna Be My Girl“ Anfang der 2000er, fühlten sich viele Rockfans sofort an „Lust for Life“ von Iggy Pop erinnert. Vor allem der treibende Rhythmus und die rohe Energie der Songs liegen auffällig nah beieinander. Jet verteidigten sich damals mit dem Hinweis, dass beide Songs stark von klassischen Motown-Grooves beeinflusst seien. Tatsächlich basiert der berühmte Beat von „Lust for Life“ selbst lose auf dem Supremes-Song „You Can’t Hurry Love“. Ganz aus der Luft gegriffen war die Erklärung also nicht.

Trotzdem blieb der Vergleich hartnäckig. Vor allem, weil „Are You Gonna Be My Girl“ nicht nur rhythmisch ähnlich wirkt, sondern auch dieselbe schweißtreibende Garage-Rock-Energie transportiert wie der Iggy-Pop-Klassiker. Der Fall zeigt ziemlich gut, wie schwer sich musikalische Einflüsse manchmal auseinanderhalten lassen. Denn gerade im Rock funktionieren viele Songs über ähnliche Drum-Grooves, einfache Basslinien und eingängige Wiederholungen. Oder anders gesagt: Irgendwann klingt jede verschwitzte Rockband automatisch ein kleines bisschen nach Iggy Pop.

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5. Warum wurde Radioheads größter Hit zum Plagiatsfall?

Die Geschichte hinter „Creep“ ist fast schon ironisch. Ausgerechnet einer der größten Alternative-Hits der 90er brachte Radiohead selbst Plagiatsvorwürfe ein. Vor allem Akkordfolge und Melodieführung erinnern deutlich an „The Air That I Breathe“ von The Hollies. Die Ähnlichkeiten waren so auffällig, dass die Songwriter Albert Hammond und Mike Hazlewood später offizielle Credits erhielten und an den Einnahmen beteiligt wurden.

Creep“ war ursprünglich gar nicht als großer Welthit geplant. Radiohead betrachteten den Song anfangs eher als seltsame Außenseiter-Ballade. Erst mit der Zeit entwickelte sich daraus eine Hymne für eine komplette Generation von Alternative-Rock-Fans. Besonders kurios wurde die Geschichte Jahre später, als Fans wiederum Parallelen zwischen „Creep“ und Lana Del Reys „Get Free“ diskutierten. Damit wurde ausgerechnet Radiohead selbst Teil jenes endlosen Popmusik-Kreislaufs, in dem sich Songs gegenseitig beeinflussen, kopieren und neu interpretieren.

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4. Coldplay: „Viva La Vida

2008 gerieten Coldplay plötzlich mitten in eine der größten Urheberrechtsdebatten der modernen Pop- und Rockgeschichte. Gitarrenvirtuose Joe Satriani verklagte die Band wegen angeblicher Ähnlichkeiten zwischen „Viva La Vida“ und seinem Instrumentalstück „If I Could Fly“. Im Mittelpunkt stand vor allem die zentrale Melodielinie des Songs. Satriani argumentierte, Coldplay hätten wesentliche melodische Elemente übernommen. Viele Musiker und Fans diskutierten den Fall damals intensiv, weil die Ähnlichkeit tatsächlich hörbar ist, gleichzeitig aber auch kein eindeutiger Eins-zu-eins-Klon vorliegt.

Genau das machte den Streit so interessant. Anders als bei klassischen Blues- oder Rock’n’Roll-Vorbildern ging es hier nicht um offensichtliche Referenzen oder traditionelle Songstrukturen, sondern um moderne Popmelodien und die Frage, wie einzigartig eine bestimmte Tonfolge überhaupt sein kann. Coldplay bestritten die Vorwürfe stets. Der Fall wurde schließlich außergerichtlich beigelegt, konkrete Details wurden nie veröffentlicht. Und obwohl die Diskussion den Song lange begleitete, blieb „Viva La Vida“ trotzdem einer der größten Rock- und Pop-Hits der 2000er. Selbst Anwälte konnten diesen Refrain offenbar nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

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3. Queen & David Bowie: „Under Pressure

Streng genommen auch kein klassischer Rocksong, musikalisch aber einer der berühmtesten Fälle der Popgeschichte. Denn die ikonische Bassline von „Ice Ice Baby“ stammt praktisch direkt aus „Under Pressure“ von Queen und David Bowie. Das Problem dabei: Anfangs wurden weder Queen noch Bowie offiziell genannt oder beteiligt. Erst nachdem der Song weltweit explodierte und die Ähnlichkeit unmöglich zu ignorieren war, kam es zu rechtlichen Einigungen und nachträglichen Songwriter-Credits.

Legendär wurde der Fall aber vor allem wegen Vanilla Ices damaliger Erklärung. In Interviews behauptete er ernsthaft, seine Version unterscheide sich vom Original durch einen zusätzlichen Ton in der Bassline. Musikfans diskutieren bis heute darüber, ob das ein mutiger Verteidigungsversuch oder einfach nur ein historischer Fehlgriff war. Trotz allem wurde „Ice Ice Baby“ ein gigantischer Erfolg und machte die Bassline von „Under Pressure“ endgültig unsterblich.

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2. Led Zeppelin: „Stairway to Heaven

Kaum ein angeblicher Rock-Plagiatsfall wurde so lange und intensiv diskutiert wie dieser. Im Mittelpunkt stand das berühmte Intro von „Stairway to Heaven“ von Led Zeppelin und dessen Ähnlichkeit zum Instrumentalstück „Taurus“ der Band Spirit. Vor allem die gezupfte Akkordfolge zu Beginn der Songs ließ viele Hörer über Jahrzehnte stutzig werden. Besonders interessant wurde der Fall dadurch, dass Led Zeppelin und Spirit Ende der 60er tatsächlich gemeinsam auftraten. Die Möglichkeit, dass Jimmy Page den Song kannte, galt deshalb als ziemlich wahrscheinlich.

Der Rechtsstreit begann allerdings erst Jahrzehnte nach Veröffentlichung von „Stairway to Heaven“ und entwickelte sich schnell zu einer Grundsatzdebatte darüber, wie viel Eigentum es an bestimmten Akkordfolgen oder Gitarrenarrangements überhaupt geben kann. 2016 entschied zunächst eine Jury zugunsten von Led Zeppelin, später wurde das Urteil erneut bestätigt. Juristisch war der Fall damit abgeschlossen. In der Rockwelt selbst hörte die Diskussion allerdings nie wirklich auf. Denn egal auf welcher Seite man steht: Sobald irgendwo die ersten Töne von „Stairway to Heaven“ erklingen, dauert es meistens nicht lange, bis irgendjemand wieder „Taurus“ erwähnt.

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1. Warum wurden Led Zeppelin immer wieder Plagiatsvorwürfe gemacht?

Dass Led Zeppelin in dieser Liste mehrfach auftauchen, ist kein Zufall. Kaum eine andere Band wurde im Laufe ihrer Karriere so häufig mit Vorwürfen konfrontiert, sich musikalisch etwas zu großzügig bei älteren Blues-, Folk- oder Rock’n’Roll-Songs bedient zu haben. Neben „Whole Lotta Love“ sorgten unter anderem auch „Dazed and Confused“, „The Lemon Song“ oder „Bring It On Home“ immer wieder für Diskussionen. In mehreren Fällen kam es später zu nachträglichen Songwriter-Credits oder finanziellen Einigungen mit den ursprünglichen Autoren.

Gerade in den frühen Jahren bewegte sich die Band oft in einer musikalischen Grauzone. Viele Songs basierten auf traditionellen Bluesstücken oder auf Material eher unbekannter amerikanischer Musiker, das Led Zeppelin neu interpretierten und massiv verstärkten. Das Problem dabei: Die Originalautoren wurden anfangs nicht immer ausreichend genannt. Erst Jahre später wurden einige Credits angepasst. Trotzdem greift es zu kurz, die Band einfach nur als „Riff-Diebe“ abzustempeln. Denn Led Zeppelin kopierten die Vorlagen selten eins zu eins. Stattdessen machten sie daraus etwas völlig Eigenes. Jimmy Pages Gitarrenarbeit, John Bonhams wuchtiges Schlagzeug, John Paul Jones’ vielseitige Bassarrangements sowie Robert Plants markanter Gesang verwandelten klassische Bluesideen in monumentalen Hardrock.

Deshalb bleibt die Diskussion bis heute so spannend. Einerseits profitierte die Band eindeutig von musikalischen Vorlagen anderer Künstler. Andererseits prägte kaum jemand den Sound des Hardrock stärker als Led Zeppelin selbst. Viele ihrer Songs wurden wiederum zur Vorlage für Generationen späterer Bands. Die Ironie der ganzen Debatte: Eine Band, der über Jahrzehnte musikalische Aneignung vorgeworfen wurde, gehört heute selbst zu den meistkopierten Gruppen der Rockgeschichte.

Wann ist ein Rock-Riff wirklich geklaut?

Die Diskussion um angeblich geklaute Rock-Riffs wird vermutlich nie endgültig verschwinden. Dafür ist die Geschichte der Rockmusik viel zu eng mit Blues, Folk und gegenseitigen Einflüssen verbunden. Viele der größten Songs aller Zeiten basieren auf ähnlichen Akkordfolgen, bekannten Grooves oder musikalischen Ideen, die seit Jahrzehnten weitergegeben werden. Natürlich gibt es Fälle, in denen Grenzen klar überschritten wurden. Gerade wenn originale Songwriter weder genannt noch beteiligt werden, wird aus Inspiration schnell ein Problem. Gleichzeitig lebt Rockmusik aber auch davon, dass Künstler vorhandene Ideen neu interpretieren, weiterentwickeln und in einen anderen Kontext setzen.

Viele der hier genannten Songs wurden trotz aller Diskussionen selbst zu Klassikern, die wiederum spätere Generationen beeinflusst haben. Rockmusik funktioniert eben oft wie ein endloser Verstärkerkreislauf: Ideen werden weitergegeben, lauter gemacht und irgendwann selbst Teil der Musikgeschichte. Wahrscheinlich gibt es irgendwo gerade jetzt eine junge Band, die unbewusst ein Riff schreibt, das verdächtig nach Led Zeppelin klingt.

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