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Zoom G11 Guitar Multi Effect Test

Praxis

Zunächst spiel ich das G11 stereo direkt in mein Audiointerface, ein RME Fireface UFX. Zu Beginn steppe ich durch ein paar Werks-Presets, um mir einen grundlegenden Eindruck zu verschaffen. Wie so oft vermitteln diese keine wirklich guten Eindrücke , welches Potenzial im Gerät steckt, und kommen zu effektbeladen daher, dennoch zeigen sie einen guten Querschnitt einiger Sounds

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001 – Krampus 002 – DBL Pollex 003 – CLNLoom 012 – OctDown 017 – Funky Wah 023 – Recto Pan 024 – FD Clean

Nun gehts an ein paar Eigenkreationen und ich bin nach dem Hören der Werkspresets erstaunt darüber, was hier alles noch möglich ist.
Ihr hört zu Beginn einen Fender Bassman, bei dem ich die interne Cabinetsimulation einsetze, die nicht auf Faltungsbasis beruht und erhalte einen schönen Cleanton. Die Simulation des Tubescreamers ist ebenfall gut gelungen und Stevie Ray Vaughan Sounds sind in Kombination mit dem Bassman ein Kinderspiel. Die Mitten werden gut herausgestellt und die typischen Charakteristika sind gut getroffen:

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Bassman – Spring Reverb Tube Screamer – Bassman – Spring Reverb

Ich bleibe bei der Fendersektion und schalte zu einem Twin Reverb, den ich diesmal mit einer internen IR belege, was eine deutliche Aufwertung ist, und mit einem Compressor und EP Booster ankitzele. Der Sound ist schön perlig und wirkt durchsetzungsfähig.

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Fender Twin – Fender IR – Compressor – EP Booster

Ich erhöhe das Gain und gehe in den Crunch-Bereich. Ihr hört zunächst einen AC30, gespielt mit einer Telecaster. Auch hier überzeugt mich der Grundsound. Zoom ist auf jeden Fall ein deutlicher Sprung im Bereich der Klangqualität gelungen. Auch dynamische Nuancen werden sehr gut wiedergegeben und es kommt schon fast Echt-Amp-Feeling auf.

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Vox AC 30 Vox AC 30 – Dynapick
Das G11 hat im Vergleich mit seinen Vorgängern klanglich einen gehörigen Schritt nach vorne gemacht.
Das G11 hat im Vergleich mit seinen Vorgängern klanglich einen gehörigen Schritt nach vorne gemacht.

Ich bleibe im Mid-Gain-Sektor und wechsle zu einem 1959er Plexi, diesmal setze ich jedoch eine Marshall Greenback Pre Rola M75 Faltung ein. Das typische Marshallklirren wird sehr gut umgesetzt und obwohl der Crunchsektor immer ein heikles Thema bei Modellern ist, muss sich das G11 nicht hinter den Konkurrenzprodukten ähnlicher Preiskategorien verstecken.

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Plexi mit eigener Greenback Faltung

Ein Sololick mit dem Bogner Ecstasy wird hier mit einem Ping Pong Delay garniert. Auch hier wirkt die Zerrstruktur sehr organisch und das Spielen bereitet richtig Freude.

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Bogner Ecstasy Lead

Hören wir uns nun ein paar weiter Effekte an. Zum einen ein harmonisch waberndes Tremolo und einen polyphonen Oktaver. Pitch-Shifting-Effekte gelten als besonders ressourcenhungrig, vor allem, wenn diese nun auch noch mehrstimmig sein sollen. Der Oktaver arbeitet aber mit einem tadellosen Tracking und kommt auch beim Ausklingen ohne Glitches aus.

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Tremolo Polyphoner Octaver

Hier hört ihr noch ein Beispiel im Songkontext, wobei alle Spuren durch das G11 gespielt wurden:

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Praxisbeispiel

Nun hänge ich das Zoom G11 direkt vor die Vorstufe eines Peavey Classic 20, den ich im Cleankanal einsetze. Die interne Speakersimulation wird selbstverständlich deaktiviert. Zum Abschluss spiele ich direkt in den Return des Peaveys, sprich, das Zoom fungiert als Vorstufe und Effekteinheit.
Auch diese Einsatzbereiche funktionieren problemlos und liefern überzeugende Ergebnisse. Man kann es nicht anders sagen: Auch wenn in der Vergangenheit Zoom-Produkte, was das Ampmodelling anging, bei bonedo-Tests eher im Mittelfeld lagen, muss ich dem G11 zumindest klanglich eine drastische Verbesserung attestieren.

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Bassman – Return Bassman Input Plexi – Return Plexi Input Recto – Return Recto Input
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Profilbild von Alexander Braeuer

Alexander Braeuer sagt:

#1 - 14.11.2020 um 00:48 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Was für ein blödes Testfazit,"Keine Symmetrischen Ausgänge"..Das Teil gibt Line Pegel (unsymmetrisch) aus S/N Ratio dürfte kein Problem sein und jedes halbwegs ernstzunehmende Studio wird wohl noch ne arbeitslose DI Box rumliegen haben, wenn man das (Line) Ausgangsignal nun mal unbedint symmetrieren möchte...(warum auch immer)."Plastikgehäuse"..indiskutabel, ob Plastik oder Metall auf die Verarbeitung kommt es an. Zu unterstellen und zu behaupten, dass ein Plastikgehäuse im Gegensatz zu Alu oder Stahlblech nicht "Roadtauglich" ist, ist absoluter Blödsinn es sei denn man macht mal Bühnentests damit. Plastik bricht, Metall verformt sich. Wäre Interessant zu wissen, ab welcher Druckkraft ein Metallhelix oder ein Plastikzoom im Eimer ist.Das Geilste aber, "Bootzeit 39 Sekunden"...Moin ist euch schon mal eine Endstufenröhre on Stage abgeraucht? Oder aber, wie kurz sind denn die Bootzeiten der Platzhirsche ala Kemper,Boss;Fractal etc..? Wo ist da ein Ausschlusskriterium zu erkennen? Keine Empfehlung für lowlatencyinstantguitarplayers??....Meine Güte, zum Totlachen.Was mich und vielleicht viele andere auch interessiert hätte:Wie schlägt sich das Teil im Vergleich zu den Platzhirschen?Ist das audio Interface eine ernstzunehmende Alternative zu den üblichen USB Lösungen?Wie siehts mit Verzögerungen bei Patchwechseln aus?Klingts geil oder eher mies?Sorry, aber ich hab schon einige Zoom Teile gespielt (4040Player/GT7U.T/GT5)...hoffe die Namen sind korrekt, mich würde es wirklich interessieren ob Zoom Dinge wie Dynamik, Latenz und Spielgefühl mittlerweile auf die Kette gekriegt haben, Ich spiele set 2018 einen Atomic Amplifire AA12 und bin absolut zufrieden und glücklich dmit, trotzdem habe ich noch ein offenes Auge für Neuentwicklungen auf dem Modeler Markt, da tut sich ja einiges.
Wie gesagt, das Testfazit fand ich erbärmlich, die bereitgestellten Audiofiles sind bei aller Liebe auch für die Tonne, das es gerade bei digitalkisten auf das individuelle Spielgefühl ankommt (Mein Hauptgrund für den AA12)
Just my 2C

    Profilbild von Haiko Heinz

    Haiko Heinz sagt:

    #1.1 - 14.11.2020 um 07:25 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo Alexander,
    Danke für Deinen Kommentar! Das Fazit fällt genau im Vergleich zu den Platzhirschen aus, die z.B, symmetrische Ausgänge haben.Die Bootzeit eines vollgepackten Axe Fx III oder Helix Stomp beträgt, wie du oben hättest lesen können, nur 19 Sekunden, also die Hälfte, das macht schon einen Unterschied. Der User hat sich vielleicht genau aus dem Grund, dass keine Röhre abrauchen kann, einen Modeller gekauft.Zum Thema Plastik: Ich weiß nicht, wieviele Tourneen Du bereits in einem Nightliner, Sprinter mit Equipmenthänger o.ä. gespielt hast, aber nach meiner persönlichen Erfahrung von 25 Jahren Touralltag, machen solide verbaute Komponenten da einen gewaltigen Unterschied im long run, und das muss natürlich in ein Review rein.
    Der Soundunterschied zu den Platzhirschen wurde erwähnt - wäre etwas anderes störend aufgefallen (z.B. der Presetwechsel), wäre das ebenfalls Gegenstand des Tests gewesen. Stellungnahme zu Sound, Dynamik und Spielgefühl hättest du im Praxisteil lesen können. Ansonsten, schade, dass dir der Test nicht gefallen hat, aber wie du schon schriebst: so hat halt jeder das Recht auf seine 2C ;)

    Antwort auf #1 von Alexander Braeuer

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