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Moog Prodigy Werkstatt-Report

Ein gebraucht gekaufter Moog Podigy kann defekt sein und muss in die Werkstatt. Wie in meinem Fall. Was ich erlebt habe, berichte ich im folgenden Moog Prodigy Werkstatt-Report. Welcher wahre Synthesizer-Freak träumt nicht davon, mal einen „echten“ Klassiker der ersten Stunde zu besitzen? Wie zum Beispiel den Moog Prodigy! Ein Synthesizer, nachdem sogar eine Band benannt war. Aber worauf muss man beim Gebrauchtkauf achten? Und wie sieht es mit Servicemöglichkeiten für ein so altes Instrument aus? Dieser Video-Werkstatt-Report aus unserer Vintage Synth Specials-Serie wirft Licht ins Dunkel der Geschichte, um den Moog Prodigy wieder zum Leben zu erwecken.

Moog Prodigy Werkstatt-Report: klassischer Analog-Synthesizer
Moog Prodigy Werkstatt-Report: klassischer Analog-Synthesizer, der nach vielen Jahren auch defekt werden kann.

Prompt fand ich einen für diese Werkstatt-Story passenden Moog Prodigy auf Ebay, ersteigerte ihn und ließ mich überraschen. Als Neugeräte-Verwöhnter sollte man sich natürlich bewusst sein, dass man trotz der inzwischen wieder stolzen Preise um die 1.000 Euro für das Modell kein Neugerät erwarten. Ein solcher Vintage Synth hat locker mehr als 30 Jahre auf dem Buckel. Und das sieht man in der Regel auch!

Woran sollte man vor dem Kauf eines Vintage Synthesizers denken?

Vor dem Kauf eines Synthesizer-Oldtimers gehört es zum Pflichtprogramm, aussagekräftige Fotos anzufordern. Auch Fragen bezüglich Funktionsfähigkeit und Stimmstabilität sollten geklärt werden. Einige alte „Schätzchen“ können sich nämlich als wahre singende Sägen mit völlig freier Tonhöhenentfaltung entpuppen: Und je nach Modell und Serie kann man das nicht mal so eben abstellen. Bei einigen Synthesizern, wie den frühen Prophet- 5S, war das schon ab Werk so. Will man so ein Designproblem in den Griff bekommen, muss man tief in die Tasche greifen, falls es überhaupt geht! Worauf man sich bei Instrumenten mit VCO-Oszillatoren allerdings einstellen muss, ist eine gewisse Warmlaufzeit – wobei der vorliegende Moog Prodigy allerdings ohne die im Netz erwähnten 15 Minuten auskommt. Sogar da scheint es Unterschiede in der Serie zu geben. Glück gehabt bei diesem Exemplar!

Moog Prodigy Werkstatt-Report: Defekter Moog Prodigy
Moog Prodigy Werkstatt-Report: Defekter Moog Prodigy

Leidiger Zufall: Moog Prodigy stand im Raucher-Haushalt

Eine Frage, die ich vor dem Kauf des Moog Prodigy besser gestellt hätte, war, ob es sich um ein Rauchergerät handelt. Und in meinem Fall konnte ich schon bei der Paketöffnung feststellen, dass der Vorbesitzer offenbar jahrelang einen Geheimvorrat an Gauloises ohne Filter gehortet und unmittelbar neben dem Gerät geraucht hatte. Trotzdem machte das Instrument einen ordentlichen optischen Eindruck. Eine oberflächliche Grundreinigung brachte auch das Weiß der Tasten wieder zum Vorschein. Neben der optischen Patina ist bei solchen Geräten natürlich auch innen meist viel Staub zu finden. Den sieht man dann auch im Video weiter unten.

Moog Prodigy im Allgemeinen

Der Moog Prodigy ist ein solides Gerät: Holzgehäuse, stabiles Blech – da wackelt anders als z. B. beim sensiblen Sequential Pro One nichts! Da er ursprünglich als Einsteigergerät konzipiert wurde, ist er recht übersichtlich. Was auch heißt, dass weniger kaputtgehen kann. Einzig die Potis sind etwas wackeliger, als man das beispielsweise vom Moog Minimoog gewohnt ist.

Moog Prodigy muss in die Werkstatt

Beim ersten Funktionscheck war noch alles in Ordnung. Als ich den Synthesizer dann allerdings über das offenbar nachträglich eingebaute CV/GATE-Steuerinterface in mein MIDI-Setup integrierte, passierten seltsame Dinge. Da ich aber für den Moog Prodigy sowieso einen Boxenstopp in der Werkstatt eingeplant hatte, blieb ich erstmal entspannt und brachte ihn zum Service in die Werkstatt meines Vertrauens. Was dann passierte, sieht man im folgenden Video.

Moog Prodigy Werkstatt-Video (Dank an Amptown-ASC für die Unterstützung bei diesem Projekt!)

Features

  • Polyphonie: monophon
  • Oszillatoren: 2 VCO’s mit Dreiecks-, Sägezahn- und Pulsewelle (Narrow/Rechteck)
  • LFO: mit Rechtecks- oder Dreickswelle
  • Filter: 24 dB Resonanz-Lowpassfilter mit Filterhüllkurve
  • VCA: Attack, Decay, Sustain
  • Keyboard: 32 Tasten
  • Spielhilfen: Pitchrad, Modulationsrad zur Steuerung der LFO-Intensität
  • Ext. Anschlüsse: ab Bj. 1981 mit CV/Gate. CV/Gate Interfaces lassen sich bei älteren Modellen jedoch gut nachrüsten!
  • Speicherplätze: keine
  • MIDI: nicht vorhanden
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von Ralf Schluenzen

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