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Ultrasone Signature Pulse Test

Praxis

Der Tragekomfort

Bei der Größe spielt der Signature Pulse in der mittleren Kopfhörer-Liga. Seine 310 Gramm tragen spürbar auf, das ist allerdings vor allem seinem straffsitzenden Bügel zuzuschreiben. Zwar sind sowohl Bügel als auch Earpads reichlich gepolstert, aber der Schaumstoff wirkt nicht sehr flauschig, sodass sie weniger den Druck als andere Modelle abnehmen und längere Hörsessions unangenehm auf den Ohren sein könnten. Allerdings kommt es dem Einsatz in der DJ-Kanzel, wofür der Pulse konzipiert ist, zugute. Schließlich verleiht es Sicherheit, und der Kopfhörer verharrt in seiner Position, selbst bei heftigeren Kopfbewegungen.
Ultrasone preist den Pulse auch mit seinem DJ-freundlichen Gelenk an, das sich allerdings nicht für einseitiges Monitoring eignet. Zum Glück ist der Bügel flexibel und kräftig genug, dass ich einfach eine der beiden Kapseln hinter das Ohr klemmen kann, ohne verunsichert dem Gefühl zu erliegen, der Hörer rutscht vom Kopf.  
Tragekomfort nochmal anders interpretiert, das beigelegte Case ist wie besagt sehr robust, aber zu unpraktisch und sperrig. Da sich die Muscheln in den Bügel einklappen lassen und der Hörer damit auf Kleinstmaß schrumpft, hätte man sich über ein zweites, handliches Täschchen als Bonus sehr gefreut.

Fotostrecke: 3 Bilder Der Signature Pulse sitzt!
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Klang und S-Logic 3 Technologie

Bevor es an das Eingemachte geht, sprich der Signature Pulse seinen Klang unter Beweis stellt, noch ein paar Worte, warum Ultrasone sein eigenes Süppchen kocht. Die Antwort: die S-Logic-Technologie, die wie bei herkömmlichen Lautsprechern den Raum in die Akustik mit einbezieht. Der Vorteil: eine natürlichere Raumtiefe und bessere Ortung der Instrumente. Zudem soll es das Ohr schonen. In der Praxis funktioniert es wie folgt: Das Signal trifft nicht wie bei herkömmlichen Kopfhörern direkt auf das Ohr, sondern indirekt durch eine leicht angewinkelte beziehungsweise dezentrale Anordnung der Treiber. Diesem Prinzip bleibt auch die dritte Auflage der Technologie treu, allerdings sorgen Ultrasone Double Deflector Fins für eine direkte Verteilung des Signals am Treiber, wodurch es noch mehr der Abbildung wie in einem Raum gleichen soll. 

Fotostrecke: 3 Bilder Das S-Logic 3-Logo peppt den Kopfhörer noch etwas auf
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Natürlich gehört der Signature Pulse als DJ-Kopfhörer zu Testzwecken an einen DJ-Mixer angeschlossen, in meinem Fall an einen Rane Seventy-Two MKII. Bei den ersten Musikproben mit dem ohrumschließenden Hörer fällt vor allem sein kräftiger, aber nicht überzogener Bass auf, den er zackig auf den Punkt serviert. Es groovt ungemein, wie in Daft Punks Intro zu „Lose Yourself To Dance“. Aber auch Elektronisches wie Moderats „A New Error“ steht ihm gut. Wenn dessen wappernder Sequenzer einsetzt, leisten die Treiber Präzisionsarbeit. Die anderen Frequenzbänder schüchtert das nicht ein, sondern es wird ihnen ein warmer, dennoch feinstrukturierter Teppich gewebt, um sich auf ihm nach Herzens Lust auszutoben. Sowohl die Mitten als auch Höhen sind sehr homogen abgestimmt, wodurch Leadsounds und auch Vocals eine ihnen würdige Plattform erhalten. Sie legen einen hervorragenden Auftritt hin.
Besonders zu loben sind seine brillanten Höhen wie bei peitschenden Hi-Hats, die weder zischeln noch klirren und damit wie ein Stich aufs Trommelfell wirken könnten. Im Vergleich zum HD-25 schicken die Mylar-Treiber einen noch gefälligeren, runderen und etwas lauteren Sound auf die Lauscher.
Aber sein eigentliches Ass spielt der Pulse mit der räumlichen Abbildung aus, was natürlich am S-Logic 3 liegt. Im Innenraum der Kapseln positionieren sich die einzelnen Instrumente beziehungsweise Spuren hörbar, das Kopfkino läuft auf Hochtouren. Besonders fällt mir dies bei dem Album „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd auf, ein Album, das ich am liebsten von Vinyl genieße und dessen Instrumentarium ich förmlich in meinem Kopf abgespeichert habe. Selbst das digitale Duplikat als geremasterte AIFF-Version klingt einfach fett mit den Deluxe-Lauschern. Ob man natürlich in der DJ-Kanzel diesen Sound genießen kann, darf man sicher bezweifeln. Vielmehr profitiert man hier von der ohrschonenderen Signaleinspritzung, die nicht direkt erfolgt. Zudem schirmen auch die geschlossenen Kapseln von der störenden Geräuschkulisse gut ab. 

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