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Tool Time #6 – Gitarren Tricks – Netzteile für Effektpedale – Basiswissen

Steht der Kauf eines Netzteils an, sollte man vorher seine Effektgeräte überprüfen und herausfinden, was jedes einzelne an Energie benötigt, also welche Spannungen und Stromstärken angesagt sind, um das Pedal bestmöglich zu versorgen. Hier gibt es nämlich kleine, aber feine Unterschiede.

(Bild: © Shutterstock / Credits: panitanphoto)
(Bild: © Shutterstock / Credits: panitanphoto)

Spannung

Die meisten Effektgeräte werden mit 9 V (Volt) versorgt, normalerweise auch per Batterie. Üblicherweise handelt es sich dabei um eine Gleichspannung, die im Englischen mit dem Kürzel DC (Direct Current Voltage) bezeichnet wird. Einige Geräte allerdings benötigen Wechselspannung – die Bezeichnung dafür lautet AC (Alternating Current Voltage) – andere sogar 12 V oder 18 V.
Beim Bewerten sollte auch in Betracht gezogen werden, dass angeschlossene Geräte Leistung fordern und beim Netzteil unter Umständen für einen Spannungsabfall sorgen. Bei einem guten Stromversorger sollte das kaum ins Gewicht fallen und auch bei Volllast (alle Ausgänge belegt) sollte die Nennspannung nicht wesentlich absinken.

Stromstärke

Die Stromstärke ist der zweite wichtige Faktor. Wie viel Strom braucht jedes einzelne Pedal? Hier gibt es gravierende Unterschiede, denn analoge Pedale wie Verzerrer oder Kompressoren sind recht sparsam im Stromverbrauch, digitale (Delays, Modeling Geräte) hingegen benötigen wesentlich mehr. Die Angaben über die Stromstärke findet man entweder auf dem Pedal oder in der Bedienungsanleitung. Man sollte die angegebenen Stromstärken aller Pedale, die man benutzen will, addieren. Das ist der Mindestwert an Strom, den das zukünftige Netzteil liefern sollte. Hier sind ein paar Beispiele von gebräuchlichen Pedalen:

Verzerrer

Boss BD-3 Blues Driver: 13 mA
Boss FZ-3 Fuzz: 5 mA
Electro Harmonix Big Muff: 4 mA
Ibanez Tube Screamer: 8 mA
Line 6 Über Metal: 70 mA
Digitech Black 13: 300 mA

Compressor/EQ/Wah

Digitech Synth Wah: 110 mA
Dunlop Cry Baby: 2 mA
MXR Dynacomp: 20 mA
Morley Bad Horsie Wah: 12 mA
Vintage Vox Wah: 1 mA 

Modulation

MXR Phase 90: 20 mA
Boss CE-5 Chorus: 22 mA
Boss BF-3 Flanger: 40 mA

Delay/Reverb

Boss DD-7 Digital Delay: 55 mA
Boss DD-20 Digital Delay: 200 mA

Sonstiges

Boss HR-2 Harmonist: 75 mA
Line 6 FM4 Filter Modeler: 1200 mA
Boss RC-20 XL Loop Station: 120 mA

Eine sehr ausführliche Liste mit dem Strombedarf von Pedalen, nach Herstellern sortiert, findet ihr auf der Website www.stinkfoot.se/power-list.

Anschluss

Im Laufe der Zeit hat sich bei den Pedalen der sogenannte DC-Anschluss, der oft auch als Barrel-Plug bezeichnet wird, durchgesetzt. Dies sind die Stecker und Buchsen, die z.B. Boss- und Ibanez-Pedale benutzen. Einige Tretminen der älteren Generation nutzen Mini-Klinkenstecker zur Verbindung mit der externen Stromversorgung.
Unter anderem sind das die alten Electro Harmonix Teile wie Big Muff oder Small Stone Phaser, einige DOD Effektgeräte oder The Rat von Proco. Wer mehrere solcher Pedale besitzt, der sollte darauf achten, dass genügend Miniklinkenkabel zur Stromversorgung mitgeliefert werden oder nachbestellt werden können. In den beiliegenden Adaptersortimenten sind sie eher rar gesät. Es gibt auch kurze Adapter Kabel mit einem weiblichen Barrel-Plug auf männliche Mini-Klinke.

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Galvanisch getrennte Anschlüsse

Bei Netzteilen mit wirklich getrennten Anschlüssen verhält es sich quasi so, als hätte man tatsächlich unterschiedliche Netzteile für jedes angeschlossene Pedal zur Verfügung. Dies ist natürlich das Optimum. Nicht getrennte Anschlüsse sind in der Regel parallel geschaltet, auch wenn sie als Einzelausgänge am Gehäuse bereitstehen. Im Grunde handelt es sich dabei im Prinzip um die verbesserte Ausführung eines Kabelstrangs mit mehreren Abzweigungen.

Einige Multioutput Netzteile bieten galvanisch voneinander getrennte Ausgänge: hier der Palmer PWT08
Einige Multioutput Netzteile bieten galvanisch voneinander getrennte Ausgänge: hier der Palmer PWT08

Wah Pedal – Brummen

Ein Wah Pedal reagiert oftmals nicht sehr erfreut, wenn ein Netzteil ihm zu nahe kommt. Das magnetische Feld des Trafos sorgt für Einstreuungen, die von der Wah-Spule eingefangen werden und das äußert sich meistens in mehr oder weniger lautstarkem Brummen. Ihr solltet daher das Netzteil am besten nicht zu nah am Wah positionieren.

Netzteile mit Akku

Da die Lithium Ionen Akkus immer leistungsstärker geworden sind, haben einige Hersteller nun auch Multi-Stromversorgungen mit Akkus im Programm. Der Vorteil hierbei ist, dass man beim Betrieb die Stromversorgung nicht am Netzstrom hängen hat, was unter Umständen bei Brummschleifen auf Bühnen mit “schlechtem Strom” hilfreich sein kann. Wichtig ist natürlich, dass man die Ladekapazität seines Akkus kennt. Diese verringert sich, je höher der Strombedarf der angeschlossenen Geräte ist. Wer eine Armada von digitalen Pedalen benutzt, dem würde ich nicht zu einem Akku-Netzteil raten. Wer aber nur eine paar analoge Treter im Einsatz hat, der könnte auch über diese Variante mal nachdenken.

Weitere Infos zum Thema findet ihr in unserem Vergleichstest Multioutput-Netzteile für Gitarreneffekte

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von Thomas Dill

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