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the t.bone RM-700 Test

Preiswertes Ribbon-Mikrofon the t.bone RM-700 im Test: Klassisches Lollipop-Design ist eine der einfachsten Möglichkeiten, ein Bändchenmikrofon zu bauen.

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Das formschöne Äußere teilt sich das t.bone RM-700 mit anderen Ribbon-Mikes, etwa dem Coles 4030L. Dabei gibt sich das RM-700 sehr spartanisch und geradlinig, es kommt ohne jegliche Besonderheiten aus: Besondere Features, Schaltfunktionen und dergleichen würde man bei diesem Bändchen nicht finden, einzig eine elastische Halterung und eine Holzschatulle wären in diesem Zusammenhang zu nennen.
Der Preis des Ribbons ist nicht auf den geringsten machbaren Preis für ein derartiges Mikrofon gedrückt, liegt aber mit 89 Euro Straßenpreis in einem Bereich, der für jeden Interessenten erreichbar erscheint. Kann man dafür auch schon klangliche Leistung wie von deutlich teureren Vertretern dieser Gattung verlangen?

Details

RM-700: Klassischer Motor

Beim Ribbon-Mikrofon empfängt das zickzack gefaltete und eingespannte Aluminiumbändchen den Schall und wandelt gleichzeitig die Schwingung in Spannung: Als Leiter in einem Magnetfeld induziert es eine geringe Spannung, die anschließend hochtransformiert wird. Diese rechteckige Empfänger-/Wandlereinheit, beim Ribbon „Motor“ genannt, ist mit kleinen Magneten gebaut und findet im formgebenden, runden Kopf Platz. Wie üblich, gibt es Schutzgitter aus Metallgewebe und feiner Gaze, die unter anderem als Schutz vor Luftstößen fungiert.  

Bei abgeschraubtem Frontgitter wird der Blick auf die Konstruktion des Bändchenmotors des the t.bone RM-700 frei: In der Mitte sieht man das gefaltete Ribbon, links und rechts davon die Magnetschuhe.
Bei abgeschraubtem Frontgitter wird der Blick auf die Konstruktion des Bändchenmotors des the t.bone RM-700 frei: In der Mitte sieht man das gefaltete Ribbon, links und rechts davon die Magnetschuhe.

Unterhalb des Korbes befindet sich der „Griff“ des Mikrofons, wenngleich man die Aufgabe, das Mikrofon festzuhalten, lieber einem Stativ und der mitgelieferten Spinne überlassen sollte. Schaltbar ist wie gesagt nichts, das the t.bone RM-700 ist durch das Bändchenprinzip auf eine Richtcharakteristik festgelegt, und zwar die mit Abstand häufigste bei Ribbons, die bidirektional abbildende Acht. Durch die ist das Mikrofon von vorne wie hinten gleich empfindlich und gibt bei seitlicher Besprechung aus 90° und 270° sehr wenig Pegel aus.

Im Fußteil des RM-700 ist kein Platz für viel Elektronik und riesigen Übertrager – muss auch nicht.
Im Fußteil des RM-700 ist kein Platz für viel Elektronik und riesigen Übertrager – muss auch nicht.

t.bone RM-700 Test: Proximity

Eine Bedämpfung des Bassbereichs wird bei den meisten Mikrofonen dann notwendig, wenn die Schallquelle ihm sehr nah ist. Der sogenannte Nahbesprechungs- oder Proximity-Effekt ist bei Bändchenmikrofonen sehr ausgeprägt, da ist auch das RM-700 keine Ausnahme. Der Blick in den grafischen Pegelfrequenzgang offenbart diesen Umstand, dort ist eine sehr solide Abweichung von der geglätteten Linie bei höherem Abstand zu erkennen. Zwar sind die genauen Messabstände nicht genannt, doch es wird deutlich, dass das 700 sehr deutlich bassig sein wird, wenn es nah besprochen wird, was keine Überraschung ist. Ein Hochpassfilter oder Shelf muss bei Bedarf dann also beim Preamp aktiviert werden.  

Seitenansicht des t.bone RM-700: Je näher man ihm kommt, desto stärker der Bass. Der Proximity-Effekt ist bei Bändchenmikrofonen besonders ausgeprägt.
Seitenansicht des t.bone RM-700: Je näher man ihm kommt, desto stärker der Bass. Der Proximity-Effekt ist bei Bändchenmikrofonen besonders ausgeprägt.

the t.bone RM-700: Datenlage

Die bei Bändchen typischerweise leicht wellige Übertragung bricht oberhalb von 5 kHz stark ein. Auch das ist eine typische Eigenschaft von Ribbons, die im Vergleich mit Kondensatormikrofonen eher höhenarm, dafür aber gerne rund und wohlig klingen. Ein Vorteil von Bändchen zeigt sich aber auch beim RM-700: Das Pattern ist sehr stabil. Lediglich oberhalb von 10 kHz sind die notwendigen Aufbauten um das Bändchen, vor allem die seitlichen Magnete, dem Schall etwas im Weg, sodass es hier ein wenig stärker durcheinander geht.  

Ein Bändchen kann eine hervorragend stabile Richtcharakteristik Acht erzeugen – zumindest in der Theorie.
Ein Bändchen kann eine hervorragend stabile Richtcharakteristik Acht erzeugen – zumindest in der Theorie.

Nicht verstecken muss das Mikrofon seine technischen Werte, denn der Feldleerlaufübertragungsfaktor ist mit 2,7 mV/Pa höher als bei manchem Klassiker (Coles 4038: 0,56 mV/Pa!) und liegt im Bereich üblicher Tauchspulenmikrofone. Dafür ist die Impedanz mit 600 Ohm recht hoch – das beschert bei Preamps mit umschaltbarer Impedanz aber angenehme Klangvariationen. Mit 13,4 dB(A) ist der Rauschpegel recht gering für ein Mikrofon mit diesem technischen Prinzip. Bei 136 dB (SPL) wird 1% THD+N erreicht. Das ist geringer als bei den meisten Kondensern und Tauchspulen, aber die Art und Weise, mit der Ribbons ein hochpegeliges Signal mit Harmonischen anreichern, wird meist als angenehm empfunden, nicht als „böse“.

Ordentliche Daten kann es vorweisen, das RM-700 von the t.bone.
Ordentliche Daten kann es vorweisen, das RM-700 von the t.bone.

Bändchens Beiwerk

Eine Holzkiste zur Aufbewahrung und die Spinne, das sind die beiden wesentlichen Dinge, die man im Paket nach dem Kauf eines the t.bone RM-700 dazu erhält. Auch ein kleines Metallköfferchen ist dabei. Eine vernünftige Aufbewahrung ist immer praktisch, beim empfindlichen Ribbon-Mikro sogar notwendig: Staub, Feuchtigkeit und besonders Metallteile im Staub sind der langjährigen Funktionalität des Bändchenmotors nicht gerade zuträglich.  

Fotostrecke: 3 Bilder Wer ein so preiswertes Mikrofon kauft, bekommt nur das Mikro in ‘ner Pappschachtel? Nix da!
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