Anzeige

the t.bone EP 3 Test

Praxis

Zwar sind die EP-3-Hörer durch den verwendeten Werkstoff schwerer als Kunststoffhörer, doch sitzen sie recht gut, solange man nicht die typischen Indikatoren für die Verwendung angepasster oder zumindest anatomisch geformter Hörer besitzt. Diese Indikatoren sind insbesondere starke Bewegung des Kopfes und des Kiefergelenks. Es zeigt sich im Umgang mit den t.bones, dass es sinnvoller ist, sie mit eher größeren Ohrstücken zu verwenden. Durch den Sitz etwas weiter außen stört dann die Knickschutztülle am Kabelauslass nicht. Diese ist nämlich in Wirklichkeit gar keine, zumindest funktionell: Da sie nicht elastisch ist, kann sie das Abknicken des Zugangskabels (und damit den Aderbruch!) nicht verhindern, sondern vergrößert diese Gefahr sogar noch. “Form follows function” ist das beileibe nicht. Was aber hinreichend gut  funktioniert, ist die Dämmung von Kabelgeräuschen. Viele andere Hörer übertragen diese nämlich sehr stark in den Gehörgang – und das kann ungemein nerven. 

Die verstärkte Stelle am Kabelauslass ist starr.
Die verstärkte Stelle am Kabelauslass ist starr.

Klanglich rufen die EP 3 keine Begeisterungsstürme hervor. Auch bei gutem Sitz ist der Bass schwammig und schal, ja geradezu lustlos. Von einer wirklichen Tiefbasswiedergabe sind die Hörer zudem ebenfalls weit entfernt. Nun gut, für viele Signale ist dies nicht so wichtig, da die wesentlichen spektralen Anteile, etwa beim Gesang, deutlich weiter oben liegen. Doch auch in den Tiefmitten zeigen sich die In-Ears alles andere als differenziert, kontrolliert und trocken. Sie neigen zur Kompression schon bei mittleren Abhörlautstärken, zudem kann man resonierende Bestandteile und große Nonlinearitäten ausmachen – übrigens auf beiden Seiten identisch. Auch die Hochmitten drücken etwas zu sehr. Zwar sind sie recht stark ausgeprägt, was der Verwendung als Monitor eigentlich entgegenkommt, doch sind die EP 3 hier wieder nicht detailgetreu genug und neigen dazu, Transienten zu verschleifen. Die Höhen, vor allem der zweistellige Kilohertzbereich sind ein recht leeres Feld: Hier ist im Vergleich zu den Mitten der Pegel so gering, dass man sie tatsächlich suchen muss. Für Monitoringanwendungen ist das nicht zwingend nötig, aber ein wirklicher Wohlklang ist das nicht. Und bei Monitoring gilt: Je besser das Signal, desto besser performt der Musiker.

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.