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Universal Audio UAD Software 7.0 Preview

Das aktuelle Universal Audio UAD-Update auf Software 7.0 bietet eine Bandbreite neuer Features. Zentraler Baustein ist aber sicherlich das Ocean Way Plug-In, das den Sound legendärer Studioräume in die DAW holt. Die 7.0-Version der UAD-Software bietet erweiterte Features für das Apollo-Interface (die u.a. die Kaskadierung mehrerer Einheiten und das Realtime-Processing betreffen) und gleich drei neue Plug-Ins.

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Beim SPL TwinTube Processor und dem Sonnox Oxford Inflator handelt es sich um anerkannte Prozessoren, die schon länger für andere Plattformen bzw. den nativen Einsatz erhältlich waren. Deswegen lassen wir diese beiden – zweifelsohne qualitativ hochwertigen – Plug-Ins im Rahmen dieses Previews einfach mal links liegen und widmen uns direkt dem neuen Prozessor, der eine Neuentwicklung von Universal Audio ist und der zu Recht die meiste Aufmerksamkeit verdient hat.
Das Ocean Way Plug-In ist im Kern eine Faltungs-Engine, die den Raumklang eines der berühmtesten Studios der Popmusikgeschichte in der DAW verfügbar macht. Dafür hat Universal Audio eigens ein proprietäres Verfahren entwickelt, das sich „Dynamic Room Modeling“ nennt.

Ocean Way Studios: Eine der legendärsten Recording-Locations der Welt

Bevor wir uns jedoch den Funktionsumfang des Plug-Ins anschauen, blicken wir erst einmal zurück – und zwar auf die Geschichte dieses Studios, das zu Recht zu den größten Legenden zählt, und dessen wechselvolle Vergangenheit von Anfang an untrennbar mit Universal Audio verbunden ist. In den 50er-Jahren arbeitete Bill Putnam, der Engineer, Recording-Pionier und spätere Firmengründer von Universal Audio, noch in Chicago, wo er sich mit seinen bahnbrechenden Produktionen schnell einen Namen machte. Putnams Neuerungen, wie der erste Einsatz einer Hallkammer bei einer Pop-Produktion, sprachen sich schnell herum und schon bald galt er als Lieblings-Engineer von Frank Sinatra. Als der Crooner dem Ruf der aufstrebenden Filmindustrie folgte und an die Westküste zog, musste Putnam mitkommen. Er gab sein Studio Universal Recorders in Chicago auf und baute ein neues in Hollywood, nicht zuletzt mit der Unterstützung von Frank Sinatra, dessen Label Reprise Räumlichkeiten im selben Gebäude bezog – United Recorders war geboren.

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Schnell wurde der 1958 eröffnete Recording-Tempel einer der musikalischen Hotspots der Glam-Metropole, in dem neben Sinatras „Rat Pack“ die Größen aller Genres ein- und ausgingen. Und so eröffnete Putnam 1962 das Schwesterstudio „Western Recorders“ (heute: EastWest Studios); mit beiden Komplexen bildete das „United Western“ für Jahrzehnte eines der bedeutendsten Recording-Imperien weltweit. Beide Studios tragen durch und durch Bill Putnams Handschrift, denn der Tausendsassa zeichnete nicht zuletzt auch für den Akustik-Ausbau der Säle verantwortlich, die Allen Sides einmal sehr treffend als „Miniatur-Konzerthallen“ bezeichnete. Für eine Weile befanden sich auch der Universal-Audio-Firmensitz und die Equipment-Produktionsstätten in diesem Gebäudekomplex. 1985, wenige Jahre vor seinem Tod, verkaufte Bill Putnam den Studiokomplex an Allen Sides, seinerseits Engineer und Entrepreneur, welcher den älteren Teil der Studios, das United, kurzerhand in „Ocean Way Studios“ umbenannte.

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Bis heute zählt das Studio zu den legendärsten Recording-Einrichtungen der Welt, und auch wenn Sides den Komplex erst kürzlich an die benachbarten Sunset-Gower-Studios verkaufte, soll doch der Studiobetrieb wie gewohnt weitergeführt werden. Hoffentlich ist dies auch der Fall, gibt es doch in den USA Stimmen, die dem Studio den Wert eines kulturellen Erbes von nationalem Rang zusprechen.

Ocean Way für alle

Doch unabhängig von der Frage, wie es mit dem Ocean Way langfristig weitergeht, wurde sein Raumklang nun schon einmal von Universal Audio für die Ewigkeit konserviert – und als netter „Nebeneffekt“ uns allen zugänglich gemacht.

Das Ocean Way Plug-In arbeitet in zwei grundsätzlichen Betriebsmodi: Im Reverb-Modus wird es wie ein gewöhnlicher Hallprozessor, also in der Regel als Send-Effekt, in den Signafluss integriert. Je nach gewünschter Signalquelle (also etwa: „Drums“, „Solo Vocals“ etc.) kann eine Position im Aufnahmeraum gewählt werden, die sich aufgrund jahrzehntelanger Recording-Erfahrung besonders für die jeweilige Quelle eignet. Daneben stehen die üblichen Parameter wie Pre-Delay und auch ein EQ für das Raumsignal zur Vefügung.
Daneben bietet das Ocean Way Plug-In noch den Re-Mic-Modus, in dem der Prozessor als Insert-Effekt zum Einsatz kommt. Hier wird das Originalsignal dann vollständig mit dem Effektisgnal ersetzt, und neben dem Raumklang auch noch der Charakter einer „originalen“ Aufnahmekette simuliert. Hier werden dann Dank Convolution auch die klanglichen Effekte von einigen Mikrofon-Raritäten aus Allen Sides’ legendärer, mehrere hundert Vintage-Exemplare umfassender Sammlung mit abgebildet.

Im Re-Mic-Modus stehen drei Mikrofon-Ebenen zur Verfügung, „Near“, „Mid“ sowie „Far“. Für jede diesder drei Ebenen stehen individuelle Parameter zur Verfügung, Panorama/Balance ebenso wie Hoch- und Tiefpassfilter sowie eine Einstellmöglichkeit der „virtuellen“ Mikrofondistanz. Dazu kann aus einer Handvoll erlesener Mikros gewählt werden, darunter Neumanns M50, U47 und U67 sowie KM54, das AKG C12 und auch das Sennheiser MKH20, wobei teilweise auch unterschiedliche Richtcharakteristiken zur Wahl stehen.
Im ersten Eindruck kann das Ocean Way Plug-in mit einem höhenreichen, lebendigen und doch dichten Hallklang überzeugen. Beide Räume bieten einen unterschiedlichen Nachhall-Charakter, der sich mit den zur Verfügung stehenden Einstellmöglichkeiten in einem gewissen Rahmen sehr vielschichtig anpassen lässt. Ich bin selbst mehrfach in den betreffenden Räumen im Ocean Way gewesen und fühle mich tatsächlich sehr an den beeindruckenden Klang dieser Studios erinnert. Insbesondere der Charakter von Studio B mit seinem unwahrscheinlich dichten Decay kommt auch auf Anhieb im Plug-in gut rüber.

Wie sich dieses ausgesprochen interessante Plug-in in der Praxis im Detail schlägt, werden wir in Kürze in einem ausführlichen Test besprechen!

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von Hannes Bieger

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