Test: Peavey 6505 1992 Original – Wie authentisch trifft die Neuauflage Sound und Charakter des legendären 5150 Block Letter Amps?

Mit dem Peavey 6505 1992 Original besinnt sich der amerikanische Hersteller auf die Wurzeln des legendären 5150 Block Letters. Dieser Amp wurde 1992 in Zusammenarbeit mit Eddie Van Halen releast, allerdings musste der Name nach Eddies Abschied von Peavey einer neuen Zahlenkombination weichen. Die wiederum markierte die Zeit von 1965 bis 2005 und damit das 40-jährige Jubiläum der Firma. Aufgrund des Produktionswechsels nach China und leichter Veränderung der Komponenten kam es jedoch auch zu einer dezenten Abkehr vom originalen „Block Letter“-Sound. Jetzt will Peavey genau diesen ursprünglichen Charakter zurückbringen und liefert mit dem neuen Modell eine detailgetreue Hommage.

Peavey 6505 1992 Original Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • druckvolle Crunch- und High-Gain-Zerrsounds
  • bemerkenswerte Transparenz
  • effektive Resonance- und Presence-Regler
  • Klangverbesserungen gegenüber dem früheren 6505
  • robuste Bauweise
Contra
  • etwas unterkühlte Cleansounds
  • Nebengeräusche im Lead-Channel
Artikelbild
Test: Peavey 6505 1992 Original – Wie authentisch trifft die Neuauflage Sound und Charakter des legendären 5150 Block Letter Amps?
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Peavey 6505 1992 Original – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der Peavey 6505 1992 Original? Der Peavey 6505 1992 Original ist ein zweikanaliges Vollröhren-Topteil und eine überarbeitete Version des 6505.
  • Das legendäre Vorbild: Im Fokus stehen Sound und Charakter von Eddie Van Halens 1992er 5150 Block-Letter Signature-Amp.
  • Die wichtigsten Features: 120 Watt Leistung, Einschleifweg und flexible Einstellmöglichkeiten für Sounds von 80’s Rock bis High-Gain-Metal.
  • Was macht den 6505 1992 Original besonders? Rhythm-Kanal mit Bright- und Crunch-Mode, Lead-Kanal mit Resonance- und Presence-Regler und Gain satt.
  • Fazit: Der im Vergleich zum 6505 klanglich deutlich verbesserte Amp steht für den beeindruckend authentischen Sound und die Charakteristik des ikonischen 1992er 5150 Block-Letter Signature-Amps.

Das ist die Ausstattung des Peavey 6505 1992 Original

Der Peavey 6505 1992 Original präsentiert sich in einem robusten Topteilgehäuse, das mit schwarzem Tolex bezogen ist. Mit seinen Abmessungen von 660 x 295 x 250 mm (B x T x H) und einem Gewicht von rund 20 kg wirkt der Amp ganz schön wuchtig, aber 120 Watt Leistung wollen schließlich irgendwo untergebracht sein. Die Front wird von der typischen Metallgitter-Abdeckung dominiert, darunter befindet sich das silberne Bedienpaneel mit allen Reglern. 

Rhythm-Channel mit Crunch- und Bright-Schalter und Lead-Channel mit Gain satt

Der Rhythm-Channel verfügt über einen Bright- und einen Crunch-Schalter sowie über ein Pre-Gain-Poti, wie es auch der Lead-Channel besitzt. Beide Kanäle teilen sich eine gemeinsame Dreiband-Klangregelung mit Low-, Mid- und High-Regler. Für die Einstellung der Lautstärke stehen getrennte Post-Gain-Regler für Rhythm und Lead zur Verfügung. In der Endstufensektion lassen sich zusätzlich mit den Parametern Resonance und Presence das Low- und High-End anpassen. Ganz links auf der Front befinden sich die beiden Eingänge (High- und Normal-Gain) sowie der Channel-Switch.

Fotostrecke: 5 Bilder Im Fokus steht der Sound und Charakter von Eddie Van Halens 1992er 5150 Block-Letter Signature-Amp.

Die Rückseite bietet zwei Speaker-Ausgänge, die sich zwischen 4, 8 und 16 Ohm umschalten lassen. Außerdem stehen ein FX-Loop, ein Preamp-Out sowie der Anschluss für den im Lieferumfang enthaltenen Fußschalter bereit, über den sich sowohl die Kanäle als auch der Einschleifweg schalten lassen. 


So klingt der Peavey 6505 1992 Original in der Praxis

Für die Soundfiles schickt der Peavey 6505 Original 1992 sein Signal über eine Fractal Audio Loadbox in eine 4×12“ V30 IR. Für die Demonstration des Preamp-Outs spiele ich den Boliden in mein Audio-Interface, eine RME Fireface UFX, und belege den Sound mit einer IR. Die Gitarren werden jeweils angegeben.

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Der Rhythm-Channel beherrscht im Crunch-Mode Sounds von Classic-Rock bis Medium-Gain-Metal

Der Rhythm-Kanal besteht aus einem Clean- und einem Crunch-Mode, die sich am Frontpanel schalten lassen. Spielt man den Clean-Mode an, wird schnell klar, dass hier sicherlich nicht die Stärken des 6505 liegen. Der Sound ist zwar funktional und bei Pre-Gain-Werten von 2 – 3 werden je nach Ausgangsleistung der Tonabnehmer auch halbwegs saubere Sounds generiert, aber insgesamt wirkt alles etwas unterkühlt und wenig ansprechend. Dreht man den Pre-Gain-Regler weiter auf, kommen jedoch durchaus passable Mid-Gain-Rocksounds zustande. Die Schwächen im Clean-Bereich sind für mich allerdings kein wirklicher Party-Crasher, denn wohl kaum jemand erwartet von einem High-Gain-Monster wie dem 6505 perlige Fender-Country-Cleans. Dieser Amp ist ein Spezialist auf seinem Gebiet, und das sind Metal-Töne.

Der Crunch-Mode präsentiert sich da schon deutlich überzeugender. Hier gibt es alles, von Classic-Rock bis Medium-Gain-Metal, mit einer tighten und druckvollen Textur. Der Bassbereich ist stark ausgeprägt, aber dank Low- und Resonance-Regler bietet das Topteil ausreichend Korrekturoptionen. Die Dynamik ist hier relativ gut und Spielnuancen werden tadellos umgesetzt.

Audio Samples
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Clean Mode: Mid Setting – Les Paul Bright On Clean Mode: Medium Gain – Stratocaster Bright On Crunch Mode: Low Gain – Les Paul Bright On Crunch Mode: Mid Gain – Les Paul Crunch Mode: High Gain – Les Paul Crunch Mode: Dynamic Picking – Les Paul

Singende Leadsounds mit endlosem Sustain verspricht der legendäre Lead-Kanal des Peavey 6505 1992 Original

Der Lead-Kanal ist das, was Kenner des Amps lieben. Hier gibt es Gain ohne Ende und der Kanal liefert eine Zerrtextur, die sich damals nur mit wenigen etablierten Marken vergleichen ließ. Der Sound hat Biss, kommt überaus aggressiv mit prägnanten Hochmitten, wirkt aber dennoch sehr ausgewogen. Der Amp klingt für meinen persönlichen Geschmack bei Post-Gain-Stellungen jenseits der 12-Uhr-Marke am überzeugendsten, was jedoch auch bedeutet, dass wir es hier mit extremen Lautstärken zu tun bekommen. Das Tonestack des 6505 arbeitet solide, auch wenn man den Grundsound nicht allzu stark umbiegen kann. Ganz anders verhält es sich mit dem Resonance- und dem Presence-Regler. Gerade der erstgenannte kann allzu „wummrige“ Frequenzanteile bei Palm-Mutes einigermaßen entschärfen. In Produktionen setzt man dennoch gerne zusätzliche Zerrpedale als gezielte „Bassverschlanker“ ein, wie z.B. den Ibanez Tubescreamer oder den Boss SD-1. Auch dieses Szenario funktioniert mit dem 6505 1992 Original ganz hervorragend und der Sound wird griffiger.

Peavey 6505 1992 Original Test

Die Dynamik zeigt sich bei extremen Gainsettings etwas eingeschränkt und auch die Nebengeräusche sind nicht ganz ohne. Das ist natürlich eine Eigenschaft, die man schon beim 5150-Modell immer wieder kritisiert hat und die auch nur durch ein Noise-Gate in den Griff zu bekommen ist. Beim Solospiel hat man den Eindruck, dass sich der 6505 1992 Original fast von alleine spielt. Der Amp kann singende Lead-Sounds hervorbringen, die durch endloses Sustain und tolle Präsenz punkten. Der Preamp-Out liefert eine solide Lösung, um das Vorstufensignal abgreifen zu können. Da aber hier kein interner Dummy-Load greift, muss der Speaker-Out dennoch mit einer Last verbunden sein.

Was unterscheidet den Peavey 6505 1992 Original vom 6505 Vorgänger?

Nun stellt sich natürlich die Frage, was den 6505 1992 Original von dem vorangegangenen 6505 unterscheidet. Da ich sowohl einen Block Letter 5150 aus den 90ern als auch die beiden im Vorsatz erwähnten Modelle zum Vergleich hatte, kann ich mit gutem Gewissen sagen: Der 1992 liegt schon erstaunlich nahe am Block-Letter-Sound. Im Unterschied zum Standard 6505 fällt vor allem der deutlich cremigere und weniger giftige Mittenbereich auf. Die Auflösung ist insgesamt wesentlich harmonischer und der Amp liefert generell einen kultivierteren Grundsound. Gut gemacht, Peavey!

Audio Samples
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Mid Setting – Les Paul Low Gain Les Paul High Gain – Mid Boost– Les Paul High Gain – Mid Scoop – Drop C High Gain plus Maxon OD808 – Mid Scoop – Drop C Lead-Sounds Preamp Out in IR – Les Paul

Fazit

Der 6505 1992 Original ist eine gelungene Neuinterpretation des klassischen 5150-Konzepts. Er liefert genau das, was man von Van Halens Signature-Amp erwartet: druckvolle Zerrsounds, massives Gain, ein straffes Fundament und eine charakteristische Klangtextur. Damit verdient sich dieses Modell völlig zurecht den Status eines modernen Klassikers, der auf zahllosen Produktionen zu hören ist. Zwar wird der 5150 bzw. 6505 gelegentlich als „One Trick Pony“ bezeichnet, doch im verzerrten Betrieb zeigt er durchaus klangliche Nuancen. Dafür sorgen nicht nur der separate Crunch-Mode im Clean-Kanal und der beliebte Lead-Channel, sondern auch die wirkungsvollen Resonance- und Presence-Regler. So beherrscht der Amp sowohl modern interpretierten 80s-Rock als auch druckvolle High-Gain-Metal-Sounds mit Leichtigkeit.

Natürlich bleibt auch dieser Amp – wie schon das Original – nicht ohne die bekannten Schwächen. Die Cleansounds wirken wenig überzeugend, die Dynamik ist etwas begrenzt, und im aufgedrehten Lead-Channel treten hörbare Nebengeräusche auf. Allerdings sollte man dabei im Blick behalten, dass der 6505 klar für Medium- bis High-Gain-Anwendungen konzipiert ist, mit ordentlich Schub und ohne den Anspruch, glasklare Clean-Töne zu liefern. Im Vergleich zum bisherigen 6505 zeigt unser Testkandidat deutliche klangliche Verbesserungen, insbesondere im Mittenbereich: Hier wirkt die Neuauflage ausgewogener und weniger harsch in den oberen Mitten. Fans des legendären 5150-Block-Letter-Sounds müssen also nicht länger auf dem Gebrauchtmarkt suchen – der 1992 bringt diesen ikonischen Klang überzeugend zurück.

Ikonischer Look, ikonischer Sound: Der 6505 1992 Original steht vor allem für kompromisslosen High-Gain.
Ikonischer Look, ikonischer Sound: Der 6505 1992 Original steht vor allem für kompromisslosen High-Gain.
  • Hersteller: Peavey
  • Name: 6505 1992 Original
  • Typ: Verstärker-Topteil
  • Herstellungsland: China
  • Leistung 120 Watt
  • Röhrenbestückung: 5 x 12AX7 (Vorstufe) und 4 x 6L6 (Endstufe)
  • Kanäle: 2
  • Regler: 2 x Pre- & Post-Gain, Low, Mid, High, Resonance & Presence
  • Schalter: On/Off, Channel, Crunch, Bright, Speaker-Impedanz
  • Anschlüsse: 2 x Input, 2 x Speaker-Out (4 bis 16 Ohm), FX-Loop, Preamp-Out, Fußschalter
  • Abmessungen (B x T x H): 660 x 295 x 250 mm
  • Gewicht: 20,16 kg
  • Ladenpreis: 1359,00 Euro (Stand: Januar 2026)

Herstellerseite: https://peavey.com

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