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Shure PGA27 Test

Praxis

Für ein Budget-Mikrofon schnell, klar und überraschend präzise

Klanglich zeigt sich sofort deutlich, dass man von einem 2015 erschienenen Budget-Mikrofon wie dem Shure PGA27 durchaus eine Menge erwarten kann. Das gilt vor allem dann, wenn es nicht an der Untergrenze des Machbaren kratzt und von einem Markenhersteller kommt, der ja immer auch einen Ruf zu verlieren hat. 

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Shure PGA27, 10 cm Shure PGA27, 40 cm Shure PGA27, 10 cm, 45 Grad Shure PGA27. HPF AKG C 214, 40 cm Mojave MA-201FET, 40 cm

Vergleich mit teureren Mikros

Sicher, stellt man Vergleiche mit höherwertigen Mikros an, wird deutlich, dass ein Studio-Kondensatormikrofon dieser Preisklasse natürlich nicht mit den großen Kindern mitspielen kann. Wie so häufig zeigt sich dies besonders dann, wenn größere Eingriffe mit dem EQ nötig werden oder stark komprimiert wird. Besonders im Bass wird das Shure dann schnell etwas inkonsistent. Kräftigere Boosts in den Hochmitten und Höhen lassen das Mikrofon leicht kratzen. Im Vergleich mit teureren Mikros muss man damit rechnen, dass die Detailzeichnung in den Mitten etwas geringer ist und das Signal insgesamt etwas weniger „vorne“ und präsent ist – allerdings insgesamt mehr als nur vertretbar, wenn man den Preis nicht außer Acht lässt. 

S-Laute verkraftet das PGA27 gut

Bewegt man sich mit den Pegeln vor dem Mikrofon im Normbereich, zeigt das Shure-Kondensatormikro eine nicht zu einengende Dynamik, welche im Zusammenhang mit dem wichtigsten aufzunehmenden Signaltyp gut harmoniert: Gesang. Den kritischen Bereich der S-Laute verkraftet das PGA gut, allerdings kann es bei höheren Pegel schnell kratzig werden. Gute Arbeit verrichtet das Hochpassfilter. Dafür, dass es sehr weit oben ansetzt, ist es im kritischen Grenzbereich sehr sauber.

Das Hochpassfilter arbeitet angenehm sauber.
Das Hochpassfilter arbeitet angenehm sauber.

Nahbesprechungseffekt zurückhaltend

Selbst bei sehr naher Besprechung wird das Audiosignal nicht allzu mulmig und bassig, sondern behält seine Klarheit und Verständlichkeit. Das ist insofern nicht unwichtig, als dass das PGA27 sicher häufig nah besprochen wird – etwa am typischen Computerarbeitsplatz. Wenn man sich aus der Hauptaufsprechrichtung heraus bewegt, bleibt das Signal bis etwa 45 Grad recht konstant, dahinter bricht es aber stark zusammen. Wirklich wichtig wird das dann, wenn man viel mit Raumanteilen arbeitet, etwa bei der Aufnahme von Akustikgitarren. Hier muss man damit rechnen, dass die Raumrückwürfe etwas gefärbt vielleicht sogar leicht phasig klingen. Aber genau dieser Umstand rechtfertigt die Anschaffung teurerer Mikrofone, die ja auch Shure im Angebot hat, etwa aus der Beta-Serie.

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Vocals mix-ready, mit Begleitung
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