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Roland TR-06 Test

Praxis

„Analog“ genutzt ist die Roland TR-06 aus der Box sofort einsatzbereit: Mitgelieferte Batterien einlegen, einschalten – und los! Dank des eingebauten Speakers kann man sogar bequem vom Sofa aus Beats schrauben. 
Die echte 606 war eine wirklich puristische Drum Machine, die TR-06 hingegen punktet mit einer Vielzahl weiterer Features, die geschickt in ein zusätzliches Layer aus einem Encoder, funktionalem Display, Menu/Instrument und Tap-Button drum herum gebaut wurden. Die zusätzlichen Effekte sind gut gewählt und erweitern die klanglichen Möglichkeiten immens!

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Die kryptischen Abkürzungen auf dem 4-Segment-Display mögen auf den ersten Blick abstoßen, sind nach kurzer Eingewöhnung aber wirklich schnell in Fleisch und Blut übergegangen. Da war ich überrascht, denn generell war die Maschine trotz ihrer leichten Verschachtelung und meiner anfänglichen Skepsis ziemlich flüssig und musikalisch zu bedienen. Damit ist ein erster Vergleich zur RD-6 von Behringer möglich: Man kann hier eindeutig mehr machen, es fühlt sich auch geiler an – man hat aber Schwierigkeiten, über Einzelausgänge alles hübsch nach außen zu führen … Das nervt!

Audio Samples
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#1 Classic #2 Let´s roll! #3 Alternative #4 Sub-Steps & Flanger #5 Step-Loop & Delay

Möchte man die Boutique ins Studio integrieren wird es etwas ungemütlich. Zum einem nervt die Miniklinke des Main-Out aller Boutique-Geräte, zum anderen ist der obligatorische USB-Treiber umständlich in seiner Handhabung. Man muss an dieser Stelle allerdings Rolands Website loben, die für Apple Rechner individuelle Troubleshootings für High Sierra, Mojave und Catalina bereithält. Auf Big Surr funktionieren USB/MIDI und Audio noch nicht – an anderen Aira Geräten wie dem Roland Aira MX-1 Mixer hingegen unkompliziert. 
Faktisch sollte man die Maschine einfach in Dual-Mono verstehen, selbst wenn es über USB-Einzelausgänge gibt – mit kombinierten Audio-Interfaces, das funktioniert selbst auf dem Mac nicht auf Dauer gut. Die Behringer kostet auf der Straße aber auch nur ein Drittel der Roland, das muss man auch schlucken … Ich habe tatsächlich jetzt erst mal beide gekauft und bin gespannt, welche in drei Monaten wieder gehen darf. Warum hat die Roland nicht einfach mehr analoge Einzelausgänge auf dicker Mono-Klinke, ADAT oder eine Option, sie mit einem Class-Compliant Audiointerface zu koppeln? Meine Entscheidung wäre sofort klar.

Features over Sound: Gleich, aber doch nicht dasselbe – RD-6 oder TR-06 ?!

Also man kann eins mit Sicherheit sagen: Die Behringer klingt grundsätzlich schmutziger und roher, benötigt aber sicherlich immer etwas Outboard-Liebe. Die Roland wiederum ist „production-ready“, klingt kontrolliert, fast schon gelimited – insbesondre im Falle der Snare aber vergleichsweise auch lebloser, weil ihr Transienten und Atmung wie bei der RD-6 fehlen. Ferner klingt sie über einen längeren Zeitraum auch statischer.
Im folgenden Video hört man noch gut, um wie viel lauter die Kick der TR-06 ist, obwohl sie deutlich tiefer peaked als die Behringer. Dennoch bietet die Roland dank der vielen Optionen deutlich mehr Sweetspots – und man kann natürlich auch bei ihr noch nachträglich „analog zaubern“, beispielsweise mit einem Transienten-Designer oder einem Paar schöner Übertrager.

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Ein Matching der Sounds war mir deshalb nicht möglich, mal kam man dem Attack näher, dann stimmte wiederum das Tuning nicht – und so weiter. Es gibt einfach keine passenden Regler für die tatsächlichen Unterschiede. Jede der beiden „Sechser“ klingt also grundsätzlich anders. Zu einem allgemeingültigen besser oder schlechter kann ich mich aber nicht wirklich hinreißen lassen. Im Video habe ich auch einfach nach Snare und Bassdrum aufgehört, weil mir hier schon klar war: Unter Musiker-Nerds sind das zwei komplett verschiedene Welten, die ich nie auf einen Nenner bringen werde – für alle anderen ist es ein und dieselbe Techno-Soße 🙂
Folgende Videos möchte ich euch ebenfalls nicht vorenthalten. Ersteres stammt nicht von mir, vergleicht aber die RD-6 mit dem Original. Vielleicht ist das im Kontext auch ganz hilfreich, wobei ich sagen würde, dass Behringer wohl näher am Original ist als Roland heute – und das Original sowieso am geilsten klingt. Aber ehrlich gesagt: Wen interessiert das schon in einer tatsächlichen Produktion?

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