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PSI Audio A17-M Test

Praxis

Es ist schon ein Weile her, dass ich PSI-Audio-Speaker getestet habe, aber bereits nach wenigen Sekunden erinnerten sich meine Ohren und ich empfand bei den A17-M absolute Familienzugehörigkeit. Denn die Speaker klingen absolut unaufgeregt, sehr linear und ohne künstliche Schärfe.
Die tolle Phasenkorrektur macht sich bemerkbar, der Monitor klingt einfach nicht „processed“, was bei vielen anderen aktiven Speakern heutzutage leider oft der Fall ist. Man kann es meist nicht so richtig greifen, merkt es aber immer dann, wenn das Phasenverhalten einmal richtig sauber ist. Genauso ist es hier, dadurch empfindet man den Klang auch als weich, mit einem leichten Hi-Fi-Charakter, der aber gewiss nicht beschönigend wirkt. Ehrlich ist das allumschreibende Attribut.

1-Zoll Tweeter und 7-Zoll Woofer – analoger Monitor; so erklärt sich auch der Name der PSI Audio: A17-M.
1-Zoll Tweeter und 7-Zoll Woofer – analoger Monitor; so erklärt sich auch der Name der PSI Audio: A17-M.

Auch basstechnisch ist der kompakte Speaker solide aufgestellt und liefert präzise, knackige Bässe. Den Nachbarn kann man also auch mit den A17-M nachhaltig verärgern – eine fette Dubstep-Party ist aber sicherlich nicht drin. Anders ausgedrückt: Würden die Speaker tiefer spielen, ginge das nur zu Lasten der Präzision.

Guter Bass-Kompromiss

Mit der A14 kam ohne Subwoofer wenig Spaß auf, mit der A17 bin ich jedoch sehr zufrieden. Sie benötigt bei Einhaltung der angebenden Hörabstände meiner Einschätzung nach keinen Sub – ein guter Kompromiss hinsichtlich der Größe. Die A21 hab ich leider nicht direkt im Vergleich hören können, erinnere mich aber, dass sie mit ihren 8-Zoll-Woofer minimal träger sind, zumal sie deutlich tiefer trennen. Kurz: Lauter ja, besser im Klang wahrscheinlich nicht, aber auch nicht schlechter. Das sollte nicht überraschen und ist typisch für zwei Wege und acht Zoll. Wer spürbar mehr Qualität möchte, sollte dann gleich die 3-Wege-Speaker ins Auge fassen, die aber auch in einer ganz anderen Preisklasse spielen.

Profi oder Einsteiger

PSI Audio versucht die einzelnen Speaker auf ihrer Website den entsprechenden Verwendungszwecken nach einzukreisen, wodurch der Eindruck entstehen könnte, es handele sich hier um ein Einsteigersystem. Das ist aber gewiss nicht der Fall: Die A17 sind hochprofessionelle Werkzeuge, die hinsichtlich Power und Tiefgang jedem Home-Producer mehr als genügen sollten. Der Preis ist hinsichtlich der klanglichen Qualitäten und der Verarbeitung als absolut gerechtfertigt zu beschreiben.

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Profilbild von Tom Pisarewe

Tom Pisarewe sagt:

#1 - 29.07.2022 um 11:46 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich kann alles bestätigen, was hier über die PSI 17 gesagt wird. Für mich ein nahezu perfekter Studio Monitor. Wir haben einige Tage im Probe-Auswahlbetrieb PSI 17 gegen kalibrierte Genelec 8341 antreten lassen. Und so hervorragend homogen und tief(!) die Genelec klingen, sie klingen nicht richtig im Vergleich zu den PSI. Die DSPs in den Gens scheinen etwas zu viel des guten zu prozessieren. Niemals neutral, wenn auch beeindruckend, besonders EDM. Die PSI sind einfach neutral, die klingen einfach nicht und man hört vollends ermüdungsfrei.

    Profilbild von Felix Klostermann

    Felix Klostermann sagt:

    #1.1 - 29.07.2022 um 19:04 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Grüß dich Tom, freut mich, dass wir uns einig sind :-) So auch meine Erfahrung: DSP für Power-Sound und Poser-Feeling, aber der Ehrlichkeit tun digitale Filter kein Gefallen. Meine passiven PMCs MB2 haben nen dickem Bump im Bass, ordentlich Phase im Raum – aber ich vertrau ihn trotzdem mehr als jeder digitaler Room-Correction mit ungewiss-vielen Filtern. Keep it oldschool :-) LG; Felix

    Antwort auf #1 von Tom Pisarewe

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