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Phil Jones M-300/Piranha C8 Test

Praxis

Sound/Performance

Was mein Phil Jones Test-Rig von allen anderen Bassanlagen unterscheidet, die ich bisher gespielt habe, ist seine ungeheure Schnelligkeit und Direktheit im Klang. Egal, womit ich das Türmchen füttere: der Sound ist sofort da und die kleinen 5-Zöller folgen blitzschnell der Spieldynamik, auch bei den ganz tiefen Tönen eines Fünf- oder Sechssaiters. Die H-Saite wird extrem straff abgebildet und matscht noch nicht einmal, wenn man die Bassfrequenzen am Verstärker kräftig reindreht. Die Rechnung von Phil Jones scheint also in der Tat aufzugehen: die C8 verarbeitet die tiefen Frequenzen deutlich effektiver und schneller und bildet sie letztendlich transparenter ab, als beispielsweise eine herkömmliche Box mit einem großen und relativ trägen 15″-Lautsprecher.

Die Firma PJB Bass ist eine Tochtergesellschaft von American Acoustic Development, die Phil Jones 1998 gründete.
Die Firma PJB Bass ist eine Tochtergesellschaft von American Acoustic Development, die Phil Jones 1998 gründete.

Der Klang der C8 ist deshalb aber keineswegs hart oder harsch! Das liegt zum einem daran, dass die Piranha ohne Hochtöner auskommt und keine nervenden Höhenfrequenzen produziert, zum anderen besitzt die Box eine deutliche Tiefmittenbetonung, die ebenfalls für das warme, runde und organische Klangbild verantwortlich ist. Der etwas mittenbetonte Klang ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, er besitzt aber eine immense Durchsetzungskraft und funktioniert im Bandsound meist besser als eine komplett ebenmäßige Auflösung. Gewundert habe ich mich allerdings schon über die Klangfärbung der C8, weil Phil Jones Bass die Hifi-mäßige Wiedergabe seiner Bassanlagen doch sehr in den Vordergrund stellt. Für den Verstärker, den kräftigen M-300, trifft das allerdings auch zu. Er schickt im Wesentlichen hinten raus, was man vorne hinein gibt: jeder Bass behält seinen eigenen Charakter und wird mit einem klaren und fein aufgelösten Klangbild verstärkt.

Das Boxenkonzept von Phil Jones darf als weltweit einmalig gelten!
Das Boxenkonzept von Phil Jones darf als weltweit einmalig gelten!

Der graphische Fünfband-Equalizer ist ein tolles Werkzeug zur Feinabstimmung des Sounds. Der 50Hz-Bereich liefert mächtige Tiefbässe, die von der Piranha-Box auch wirklich voluminös übertragen werden, die drei Mittenbänder bieten eine Menge Möglichkeiten, den Charakter des Sounds relativ grundlegend zu verändern, und der 12kHz-Regler versorgt den Bass bei Bedarf mit einem wunderbaren Höhenschimmer. Die sehr hohe Einsatzfrequenz des Höhenreglers bei 12kHz wäre dann auch meine einziger Kritikpunkt am ansonsten sehr ergebnisorientierten EQ des M-300. Wirklich hörbar wird der ultrahohe Bereich nämlich nur mit modernen Bässen, die auch dementsprechend hohe Frequenzen bereitstellen. Für den durchschnittlichen bzw. einen Vintage-Bass wäre eine etwas tiefere Abstimmung bei den crispen Höhen um die 7 oder 8kHz vermutlich effektiver. Gänzlich ohne Tadel arbeitet der Limiter: wer sein Signal wirklich sauber halten will, kann die Schwelle mithilfe des Threshold-Reglers und der Peak-LED problemlos justieren und erhält musikalische Resultate ohne Pumpen oder Artefakte. Zum Abschluss stellt sich vermutlich für viele Leser die Frage, ob man mit meiner Test-Kombination, bestehend aus dem M-300 und der neuen Piranha C8, auch Live-Gigs mit einer relativ lauten Band absolvieren kann. Nun, für eine deftige Metal-Band würde ich sicherlich eine stärkere Motorisierung mit einer voluminöseren Lautsprecherbox empfehlen. Wer allerdings auf einen sauberen und knackigen Basssound steht und mit seiner Band in normalen Clubs unterwegs ist, wird mit dem Phil Jones-Rig bestens klarkommen und nicht allzu schnell an die Leistungsgrenze stoßen.

Audio Samples
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PJB M300 & C8 – Flat PJB M300 & C8 – Vintage PJB M300 & C8 – Slap PJB M300 & C8 – Rock
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