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Peavey Windsor Head Test

GEHÄUSE/OPTIK
Geht Euch das auch so? Man sieht einen Verstärker und zieht aus der Optik sofort Rückschlüsse auf den Klang. Dieser Verstärker macht im Schwarz-Weiß-Gold-Design einen vintagemäßigen Eindruck, und da es sich auch noch um einen Einkanaler handelt, schießt mir sofort die Assoziation Marshall Plexi in den Kopf. Dass der Schein trügt, werden wir später im Praxisteil noch genauer besprechen.

Jetzt kümmern wir uns zunächst einmal um die technischen Details. Der Verstärker leistet 100W in kompromissloser Röhrenschaltung mit vier selektierten EL34 in der End- und drei 12AX7 in der Vorstufe.   Das Multiplexgehäuse ist mit schwarzem Kunstleder überzogen, lediglich auf der Frontseite wurde in der unteren Hälfte weißes benutzt. An den Ecken gibt es schwarze Metallbeschläge, die den Amp vor den oft leider unvermeidlichen Kollisionen „on the road“ schützen. Stellt man ihn ab, steht er sehr stabil und rutschfest auf seinen Gummifüßen, wird er getragen, funktioniert auch das recht komfortabel mit dem Kunststoffgriff an der Oberseite. Angenehm ist dabei, dass der Griff ein entsprechendes Profil hat und somit beim längeren Tragen nicht in die Finger einschneidet. Der Amp hängt sehr gut ausbalanciert an der Hand und das Gewicht von 20 kg ist auch noch akzeptabel.

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BEDIENFELD
Der Verstärker ist schlicht konzipiert: ein Kanal mit Master-Volume. Auch wenn er optisch im Vintage-Style daherkommt, kann er in der Mastersektion mit ein paar modernen Features aufwarten. Der Aufbau des Bedienfeldes gestaltet sich sehr übersichtlich: Links finden wir die vier Regler für die Vorstufe und auf der rechten Seite die vier Regelmöglichkeiten der Mastersektion. Getrennt werden die Regler in der Mitte durch die beiden Buchsen des Effektweges Send und Return. Die Verzerrung der Vorstufe wird mit dem Preamp Volume-Regler eingestellt, der Klang mit Bass, Middle und Treble individualisiert. Die Skalierung der gesamten Regler hat übrigens ein augenzwinkerndes Schmankerl parat, hier geht es bis 12!! Nigel Tufnel von Spinal Tap hätte seine wahre Freude daran, denn der Amp ist dadurch ja „two louder“ ;-))

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Das war ja bisher noch alles standardgemäß, wie wir es von anderen (Vintage-) Amps auch kennen. Wie eben schon erwähnt, kommen in der Mastersektion aber ein paar neuere Funktionen zum Einsatz.  Da wäre zum einen der Resonance-Regler, mit dem das Bassfundament eingestellt werden kann. Dreht man den Regler weit auf, bekommt der Amp noch eine Portion fetten Druck von ganz unten . Auf der anderen Seite kann man den Tiefbassbereich etwas absenken, wenn man in problematischen Räumen spielt, die genau diese Frequenzen extrem zum Wummern bringen. Den Gegenpart übernimmt der Presence-Regler. Er regelt den oberen Höhenbereich. Neben dem üblichen Master-Volume für die Gesamtlautstärke finden wir in der Sektion noch einen Regler mit der Bezeichnung Texture. Nie gehört? Dabei handelt es sich um eine patentierte Schaltung von Peavey, mit der man per Regler stufenlos zwischen Class A und Class A/B wechseln kann. Bei vielen Amps gibt es dafür einen Schalter, hier kann man durch den stufenlosen Betrieb bestimmte Mischverhältnisse erzielen und nach Gusto die Endstufenzerrung mal mehr und mal weniger in Anspruch nehmen. Die Kontroll-LED und die Schalter für Power und Standby lauern auf der rechten Seite und ganz links warten die zwei Eingangsbuchsen High- und Low-Gain auf Zuwendung. Eine Besonderheit gibt es auch hier: Beide Inputs können gleichzeitig, also mit zwei Gitarren genutzt werden. Allerdings ist dann der Pegel gleich, nämlich dem Low-Input entsprechend. Zum Umschalten auf Solo-Lautstärke gibt es den Boost-Schalter, mit dem der Pegel und die Mitten angehoben werden können.

RÜCKSEITE
Auch die  Rückseite macht einen aufgeräumten Eindruck. Hier finden wir zwei Lautsprecherbuchsen und einen Schiebeschalter zum Einstellen der Impedanz, mit dem zwischen 4, 8 und 16 Ohm gewählt werden kann. Auf der rechten Seite ist die Klinkenbuchse für den separat erhältlichen Fußschalter montiert, mit dem die Boost-Funktion und der Effektweg per pedes ein- und ausgeschaltet werden können. Und last, but not least parkt auf der linken Seite noch der Anschluss für das Netzkabel.

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