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Bad Cat Cougar 15 Test

Die amerikanische Gitarrenamp-Schmiede Bad Cat, bekannt für handgestricktes Röhrenwerk der Boutique-Amp-Klasse, macht sich auch bei uns ganz allmählich einen Namen. Zu verdanken hat der Hersteller aus Süd-Kalifornien dies in erster Linie seiner Cougar Serie, die zwar in den USA entwickelt, aber im fernen China gefertigt wird. Das wiederum hat den Effekt, dass man trotz eines angenehm niedrigen Preises nicht auf ein hohes klangliches Niveau verzichten muss.

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Mit dem Cougar 15 stellen wir euch den großen Bruder des bereits getesteten Cougar 5 vor. Dank der dreifach höheren Leistung eignet sich unser Kandidat deshalb nicht nur zum Üben im heimischen Wohnzimmer, mit ihm lassen sich bereits erste Ausflüge in den Proberaum oder sogar in kleine Clubs realisieren.

DETAILS

Der Cougar 15 ist ein reinrassiger Gitarren-Vollröhrencombo mittlerer Größe, die Endstufe leistet bis zu 15 Watt und ist mit zwei EL84 Röhren ausgestattet, die im Class-A/B-Gegentaktbetrieb arbeiten. Der Amp insgesamt präsentiert sich mit seiner einkanaligen Vorstufe recht puristisch, bietet aber trotzdem eine überraschend große Klangvielfalt, wie wir noch hören werden.

Das Klangregelnetzwerk besteht im Prinzip lediglich aus Treble, Bass und Presence, allerdings verfügt der Combo zur Frequenzverbiegung über ein weiteres Feature, das man bei Amps von der Stange recht selten vorfindet. Neben dem Volume-Poti, das für den Gain zuständig ist, liegt der sogenannten Tone-Regler, der extrem in den Mittenbereich und die komplette Soundgestaltung eingreift, aber dazu später mehr. Als weitere Feature wartet der Combo mit einem integrierten Federhall sowie einem serielle Einschleifweg auf.

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Bei wenig Master lässt sich die Vorstufe mit ihren drei 12AX7 Glaskolben durchaus zum Zerren überreden, ohne dass man mit übergroßer Lautstärke die Nachbarschaft auf die Palme treibt. Aber richtig Spaß macht es natürlich erst im Proberaum, wo auch gerne die Endstufe ins Geschehen eingreifen darf und man je nach Musikrichtung und Lautstärke des Schlagzeugers durchaus klarkommt. Auf größeren Bühnen allerdings wird man mit dem Amp nicht unbedingt so richtig glücklich werden, weil er sich mit seiner limitierten Endstufenleistung im lauten Bandkontext kaum durchsetzen kann.
Konstruktion
Der Cougar 15 gehört zur Familie der einkanaligen Comboverstärker und macht schon rein äußerlich einen gut verarbeiteten und stabilen Eindruck. Knappe 20 Kilo sind für einen Gitarrencombo dieser Größe absolut im Rahmen, und verglichen mit meinem alten Fender Twin Reverb Combo haben wir es hier mit einem echten Leichtgewicht zu tun. Das hinten offene Gehäuse aus 16 mm starkem Birkensperrholz ist mit abriebfestem schwarzem Kunstleder bezogen, die Ecken werden durch Kappen geschützt und für sicheren Halt auf glatten Oberflächen sorgen vier Gummifüße. Das schwarz lackierte Blechpaneel mit den Bedienelementen ist frontseitig leicht versenkt angebracht und ermöglicht komfortables Arbeiten. Die weiße Beschriftung hebt sich gut lesbar vom dunklen Untergrund ab, genau wie die cremefarbenen Chickenhead-Knöpfe, die sich leichtgängig und spielfrei bewegen lassen. Ein 12 Zoll Vintage 30 Speaker aus dem Hause Celestion sorgt für die Schallwandlung, geschützt von einem braun/beigefarbenen Bespannstoff, der stramm befestigt ist und einen robusten Eindruck macht. An dem genähten Lederhandgriff an der Oberseite lässt sich der Verstärker bequem und sicher tragen.
Die Bedienelemente
Die bereits erwähnte Klangregelung des Amps besteht aus den vier Potis Tone, Bass, Treble und Presence.

Der Tone-Regler ist im Grunde genommen kein Poti, sondern ein Schalter mit vier Positionen. Je weiter man ihn nach rechts dreht, umso dicker bzw. mittiger wird der Sound, ganz nach links tendiert er zwar in Richtung Fender Twin, hat aber etwas weniger von diesen glasigen Höhen, was mir persönlich sehr gut gefällt. Spielt man eine Gitarre, die sowieso dünn klingt oder zu viele Höhen produziert, lässt sich das mit dem diesem Regler sehr gut ausgleichen, indem man den Sound mithilfe der zweiten oder dritten Stufe mittig schön unterfüttert. Bei meinen Audios habe ich eine PRS Custom verwendet, die nachträglich mit Kloppmann PAFs bestückt wurde. Hierbei handelt es sich um Vintage Humbucker mit moderatem Output. Für die cleanen Sounds habe ich den Tone-Regler meist in der ersten Position belassen. Soll es etwas breiter und jazziger sein, kommt man mit der zweiten Position im Zusammenspiel mit dem Halspickup seinem Ziel ein ganzes Stück näher. Fürs Solieren im High Gain Bereich lohnt es sich aber, die Positionen drei oder vier einmal anzuwählen. Ohne Matschen liefert der Amp einen saftigen Sound, der früher nur mit teuren Umbauten möglich war. Als das Frisieren von Marshalls in den 80er Jahren modern wurde, gab es eine ähnliche Modifikation von Paul Rivera. Mit einem Stufenschalter, den er nachträglich in den Amp einbaute, konnte man die Frequenzen, mit denen die erste Bratstufe angefeuert wurde, verändern. Ähnlich, aber in abgeschwächter Form, verhält es sich beim Bad Cat Cougar 15. Diese Schaltung hat etwas von einem Mittenbooster und arbeitet äußerst effektiv. Genau so wenig wie das Poti für den integrierten Federhall sollen Volume- und Masterregler vergessen werden, aber besonders die beiden Letzteren werden im folgenden Praxisteil führende Rollen einnehmen.

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