Anzeige

Omnitronic PM-222 Test

Praxis

Für den praktischen Test schließe ich meine Technics SL-1210 M5G an die Phono-Eingänge des Mixers an und diesen wiederum an meine Genelec-Studiomonitore. Zudem schleife ich ihn auch in einen Line-Eingang meines Pioneer DJ DJM-S11, um das Rauschverhalten und den Klang besser einschätzen zu können.

Omnitronic PM-222 Haptik und der Workflow

Seitens der Ergonomie und Handlichkeit gewinnt der Mixer meine volle Sympathie. Die Channelfader gefallen. Vor allem der Crossfader gleitet sehr leicht über seine Bahn und in Kombination mit den handlichen Fader-Kappen lassen sich sehr gut schnelle Cuts praktizieren. Aber auch die Knobs begeistern mich. Ordentlich Platz für schnelles Reglerspiel, dazu sehr angenehm gedämpft und griffig. Zudem rasten die EQ-Regler leicht in der 12-Uhr-Position ein.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Knob-Sektion des Omnitronic PM-222
Fotostrecke

Fadercurves und EQs

Bei einem Mixer dieser Preisklasse ist es selbstverständlich, auf einstellbare Fadercurves zu verzichten, zumal sich auch die weiche Linefader-Kurve zum Ein- und Ausblenden sehr homogen anhört. Ebenso ist die Crossfader-Kurve ziemlich weich definiert, wobei ihr ein recht kurzer Cut-in gegönnt wird und das Signal etwas härter als bei herkömmlichen weichen Kurven anspricht. Somit klingen Scratch-Cuts nicht schwammig, sondern überraschend recht scharf. Lediglich mit zunehmend geöffnetem Crossfader fällt die ansteigende Lautstärke des Scratch-Signals auf.

Dennoch, lieber Hersteller, der Crossfader ist eindeutig zu Höherem berufen! Denn nicht umsonst flutscht er über die Bahn, kann ausgewechselt werden und besitzt diesen recht kurzen Cut-in. Entsprechend schlage ich vor, den Mixer zukünftig auf eine harte Kurve umzurüsten, schließlich mixt man mit den Up-Fadern und nicht mit dem Crossfader. Der ist für mich eindeutig zum Cutten bestimmt!

Sowohl Low- als auch High-EQ dämpfen lediglich bis -24 dB, wodurch die beiden Frequenzbänder nicht komplett ausgelöscht werden können, sondern leichte Signalanteile zurückbleiben, was für gängiges DJ-Mixing mit Bass-Cuts und dergleichen ausreicht.

Dagegen übererfüllen +12 dB an Boost ihren Soll, denn nicht wenige DJ-Mixer kommen mit +6 dB aus. Damit ist genügend EQ-Luft nach oben für klangliche Aufbesserung und effektvolle Knöpfchen-Schrauberei.

Klang

In dieser Disziplin spürt man den Kompromiss an den Preis. Fährt man den Mixer vom Gain und Master am Limit, rauscht es deutlich auf dem Line-Kanal. Der Phono-Kanal legt gar auf das typische und elektronisch bedingte Rauschen noch ein „köchelndes“ Signal drauf.

Dennoch gibt es Entwarnung, denn bei normaler Zimmerlautstärke geht dies unter. Außerdem kann man zu diesem Preis einfach keinen gehobenen Sound erwarten. In der Summe empfinde ich den Omnitronic PM202 klanglich recht ausgewogen und damit durchaus überzeugend. Sowohl Höhen als auch Bässe spielt das Pult recht sauber aus, liefert dazu einen soliden Pegel zur Bedroom-Beschallung. Der Kopfhörerausgang liefert einen ordentlichen Lautstärkepegel, aber unter dem Kopfhörer rauscht es ein wenig.

Obwohl der Hersteller die Klangregelung für das Mikrofon einspart, hört sich meine Stimme mit dem angeschlossenen Shure SM58 sehr ausgeglichen und damit gut verständlich an.

Audio Samples
0:00
Der Sound, die EQs und die Fadercurves als Hörbeispiel Der Mikrofon-Test Der Line-Eingang mit voller Lautstärke Das Grundrauschen des vollaufgedrehten Phono-Eingangs
Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.