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OMNITRONIC GNOME-202P Test

Praxis

An die Steckdose, fertig, los: Ein Einschaltknopf ist nicht verbaut – na ja. Beginnen wir auch gleich mit der Möglichkeit zur Wiedergabe digitaler Datenformate. Für den Gnome bedeutet dies zunächst USB oder Bluetooth. Im ersten Fall werden USB-Sticks mit einem Gesamtspeicher von bis zu 32 GB offiziell unterstützt. Das Dateiformat ist FAT32. Erwartungsgemäß wurde mein 32 GB Stick anstandslos erkannt, die 120er SSD nicht. Der Stick wird innerhalb von wenigen Sekunden eingelesen und ist startklar. Es lassen sich MP3-Dateien, aber auch unkomprimiertes WAV abspielen. Ordnerhierarchien werden nicht unterstützt, alle Titel liegen root vor und können über die Tasten durchgeskippt werden.

Große Datenmengen sind hier also eher weniger gut aufgehoben. Mal eben ’nen Track vom Kumpel anhören, einen Plattenwunsch im Partykeller einloggen oder einen „Autoplay-Stick“ abspielen lassen, da sehe ich kein Problem. Das Display ist allerdings echt klein geraten, auch wenn man aus der Nähe Informationen wie Titel und Artist, Titelnummer, Titelanzahl, Laufzeiten und Bitrate ablesen kann. Wer mehr Komfort will, greift lieber auf Bluetooth zu. Gesagt, getan.

Omnitronic GNOME-202P Bluetooth

Die Bluetooth-Verbindung wird beim Starten automatisch initiiert. Das lässt sich nicht abschalten. Per Tastendruck auf Pairing startet DJ auf Wunsch einen neuen Versuch. Nach einer Bestätigung auf dem mobilen Endgerät geht’s los. Ich habe dafür ein Galaxy neuerer Bauart verwendet. Die Übertragung war auf gut 5 m ohne Aussetzer möglich. Aber mal eben das Handy sicherheitshalber in die Tasche stecken und auf der Party zur Bar oder zum Buffet gehen, könnte aufgrund von Entfernung und Hindernissen schwierig werden. 

Und wie gesagt müsst ihr euch zwischen Stick und BT entscheiden, denn sie teilen sich denselben Mischpultkanal. Eigentlich schade. Die Bluetooth-Verbindung wird unterbrochen, sobald ein Stick eingesteckt wird – der hat Vorrang.

Klanglich trübten digitale Störgeräusche bei und während der Bluetooth-Verbindung den Gesamteindruck ein wenig, besonders wahrnehmbar, wenn kein Track abgespielt wird. Doch auch wenn kein BT-Endgerät angedockt ist und auf Line geschaltet ist, gab’s ein dezentes digitales Blubbern zu vernehmen. Läuft Mucke, fällt das nicht mehr wirklich ins Gewicht. Dennoch auch ein Aspekt, der Erwähnung finden muss.

Fotostrecke: 3 Bilder OMNITRONIC GNOME-202P im Praxistest
Fotostrecke

Omnitronic GNOME-202P Zuspieler-Reigen

Man könnte nun auch diverse Szenarien durchspielen, beispielsweise mit zwei Tablets, zwei CD-Playern, zwei externen Media-Playern, einem weiteren, klassischen MP3-Player, einem Mix aus allem oder was auch immer man hier anschließen möchte.

Klar, dass auch Streaming-Dienste mittlerweile eine willkommene Beschallungsmöglichkeit bieten. Spotify und Co bieten reichlich Musik. Schließt man zudem zwei Smart-Devices mit Ableton Link fähigen DJ-Apps an, können diese im Gleichtakt marschieren und man kann dann tatsächlich auch Beat-synchron mixen und mit dem Zweiband-EQ Klangeinstellungen vornehmen (Bässe rausdrehen etc.).

Ein durchaus gängiges Szenario dürfte beim GNOME wohl vielleicht auch sein: raus aus dem Laptop via Klinkenkabel oder vielleicht sogar zweimal mit einem weiteren 20 Euro USB-Stick oder einem Audio 2 DJ DJ-Interface oder, oder, oder. Dazu eine kostenlose DJ-Software wie MIXXX und das Low-Budget-Setup steht.

Man muss beim Mixen zwar mit den Fingerspitzen zu Werke gehen, aber der Cut/Boost ist ordentlich und die Pots verfügen über eine einrastende Mittelstellung, die alles wieder ins klangliche Lot bringt. Sind GAIN und EQ komplett auf null gestellt, ist trotzdem noch ein Signalanteil wahrzunehmen. Hier hilft einem dann rüberschieben des Crossfaders, der folglich nicht nur mangels Line-Fadern das Mix-Tool der Wahl darstellt, erledigt man dies nicht schon am Laptop oder in der DJ-App. 

Audio Samples
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Cut/Boost LowQ Cut/Boost HiQ

Mikrofon und Kopfhörer beim Omnitronic GNOME-202P

Wer mag, kann in seinem Zuspielermix auch Mikrofondurchsagen machen. Klar, hier müssen manuell die Pegel abgesenkt werden und das Mikrofon stets aufs Neue geregelt werden.

Und natürlich sollte auch noch das Thema Vorhören angesprochen werden. Ein Lautstärkeregler für den Kopfhörer ist an Bord und es gibt eine Vorhörmöglichkeit für die separaten Kanäle.

Dabei werden das Signale grundsätzlich auf die jeweilige Kopfhörerseite verteilt, sprich Kanal 1 links und Kanal 2 rechts. Dabei ist die Lautstärke auf dem Ohrbeschaller abhängig von den tatsächlichen EQ- und Gain-Einstellungen und es kann kein Kanal auf der Vorhörschiene stumm/hörbar geschaltet werden. Aber natürlich lassen sich so Tracks previewen, selektieren und cuen, kein Ding.

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