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Ninja Tune Jamm Pro Test

Die Firma Ninja Tune ist eine brisante Mischung aus Record Label und App-Hersteller, die von dem Coldcut-Mitglied Matt Black mitbegründet wurde. Dieser hatte auch bei der iPad-App Jamm Pro seine Finger im Spiel – und was dabei herauskommt, wenn musikalische Vollprofis in die Entwicklung derartiger Tools involviert sind, lest ihr in unserem Kurztest.

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Besonders hat uns dabei interessiert, was kann man mit Ninja Tune Jamm Pro alles anstellen kann und wie die Bearbeitung mit der Remix-App klingt?

Details & Praxis

Prinzip & Aufbau

Das grundsätzliche Funktionsprinzip von Jamm Pro basiert auf dem Abspielen von Samples (Clips), die entweder in einem Slot (1 bis 8) der vier verfügbaren (Haupt-)Spuren geloopt wiedergegeben werden oder per One-Shot im Stabmodul getriggert werden können. Mit Ausnahme des aktivierbaren Subbass-Moduls, das tonal definierbare Basstöne erzeugt, verfügt die App über keine interne Klangerzeugung. Somit stehen je Set insgesamt bis zu 41 Clips (inklusive 9 Stabs) zum Remixen und Performen unter Nutzung der zahlreichen Effekte zur Auswahl.
Je Spur verfügt Jamm Pro über Slice-Effekte, Distortion, Filter (mit LFO), Delay und Hall, außerdem gibt es diverse Master FX und rudimentäre Klangbearbeitungsmöglichkeiten im Mixer. Da alle Clips der Matrix (Spur 1 bis 4) synchron laufen, ergeben sich vielfältige Kombinations- und Arrangementmöglichkeiten, die sich als Patch sichern lassen. Je Soundset stehen hierfür 64 Speicherplätze zur Verfügung. Performances, Remixes und Arrangements, die man mit der App kreiert, lassen sich wahlweise als Mix oder als Multitrack-Stems exportieren, sogar an die Option Pre-/Post FX hat man hierbei gedacht. Da geht der Daumen natürlich nach oben!

Fotostrecke: 4 Bilder Das Hauptfenster ist nur auf den ersten Blick etwas verwirrend – das System dahinter ist schnell durchschaut.
Fotostrecke

Performance und Bedienung

Ich gebe zu: Der erste Anblick von Jamm Pro hat mich als primären DAW-User (Logic, Pro Tools) ein wenig erschlagen, aber schon nach kurzer Zeit verinnerlicht man den eigentlich sehr logischen und zweckdienlichen Aufbau der App dann doch. Während man im zentralen „Play“-Fenster Zugriff auf die wesentlichen Funktionen und Manipulationsmöglichkeiten aller Spuren hat, erreicht man tiefergehende Parameter oder größere Performance-Pads in den sinnvoll gewählten Menüs am unteren Bildschirmrand. Lediglich die kryptischen Symbole zur Ansteuerung der Slice- und Reverse-artigen Effekte im Coldcut-Menü (CCut) besitzen ein Restpotenzial zur Verwirrung meines kahlen Schädels.

Fotostrecke: 4 Bilder Der Subbass versteckt sich im „Master-Menü“.
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Wie klingen die Effekte von Jamm Pro?

Die Audiobeispiele 1 bis 3 basieren auf einem der drei internen Soundsets, während ich in den letzten beiden Hörbeispielen einer Jamm-Pro-Performance einen cleanen Mix aus vier langweiligen Stems, die die ich aus Apple Logic importiert habe, gegenüberstelle. Hierbei ist anzumerken, dass hörbare Verzerrungen beabsichtigt sind. Im Verlauf meines Tests sind allerdings auch sporadische Knackser aufgetreten, vorwiegend beim Umschalten verschiedener Ansichten in der App. Ob es sich hierbei um kleinere Bugs der noch sehr jungen Programmversion handelt oder, ob mein ordinäres 2019er iPad (kein Pro) temporär überfordert ist, kann ich nicht zweifelsfrei beurteilen. Ich vermute aber, dass dies ein vorübergehendes Problem ist.
Fotostrecke: 3 Bilder Der Clip-Import funktioniert auch per Dropbox.
Fotostrecke
Audio Samples
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Synth-Spur mit Pump- + Delay-Effekt Subbass off/on + Stabs (One-Shot) Patch mit diversen FX Logic Stems – unbearbeitet Logic Stems – bearbeitet

Fazit

Jamm Pro von Ninja Tune macht Laune und hat gute Karten, sich zum beliebten DJ-Tool sowohl für Live als auch im Studio zu entwickeln. Die Kreativmöglichkeiten sind immens und die Im-/Export-Optionen der Audiofiles sowie die Integration in diverse Setups (Ableton Link, MIDI, IAA) sind absolut praktikabel – ein heißer iOS-Tipp!
Hier geht es zur App!

PRO
  • umfangreiche Auswahl an Tools zur Beat- und Soundmanipulation
  • Sample Import
  • Multitrack Stem Export wahlweise Pre-/Post FX
  • hoher Spaßfaktor
  • angesichts der hohen Funktionalität gut bedienbar
CONTRA
  • vereinzelte Knackser während der Bedienung
  • teilweise etwas kryptische Symbole
FEATURES
  • iOS-Remix-App für iPad
  • bis zu 64 Patches aus 4 Spuren mit jeweils bis zu 8 Clips (Sample Loops)
  • 9 Slots für Stab Samples
  • Subbass Modul
  • 3 enthaltene Soundsets (weitere Soundsets als In-App-Kauf verfügbar)
  • Sample Import und Aufnahme per Mikrofon, Audiobus/AUM und File Import
  • Resampling und Stem Export
  • je Kanal Klangregelung und FX (Distortion, Filter, Delay, Reverb, Sidechain Pump)
  • Mixer und Master FX
  • Slice Sequencer, Smart Pitchbend und umfangreiche Beat-Manipulation / DJ FX
  • Ableton Link
  • MIDI Input zur Effektsteuerung per Controller
Preis
  • 10,99 EUR (Einführungspreis)
Unser Fazit:
Sternbewertung 4,5 / 5
Pro
  • umfangreiche Auswahl an Tools zur Beat- und Soundmanipulation
  • Sample Import
  • Multitrack Stem Export wahlweise Pre-/Post FX
  • hoher Spaßfaktor
  • angesichts der hohen Funktionalität gut bedienbar
Contra
  • vereinzelte Knackser während der Bedienung
  • teilweise etwas kryptische Symbole
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von Peter Könemann

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