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Mit diesen Tricks stimmt man die Gitarre nach Gehör

Eine Gitarre zu stimmen gehört zu den Disziplinen, die jeder Gitarrist zu Beginn seiner Karriere unbedingt erlernen sollte. Mit einem Stimmgerät oder mithilfe einer Smartphone-App hat man diese Hürde schnell gemeistert. Was aber, wenn man keine technische Hilfe zur Hand hat?

(Bild: © Shutterstock/LightField Studios)
(Bild: © Shutterstock/LightField Studios)


In diesem Fall könnt ihr euer Instrument natürlich auch so stimmen, wie es vor der Erfindung des Stimmgerätes jahrhundertelang nicht anders möglich war: nach dem eigenen Gehör. Auch wenn diese Technik am Anfang etwas Übung benötigt, sollte man sie in jedem Falle erlernen, da sie gleichzeitig auch die Gehörbildung positiv beeinflusst.
Im heutigen Workshop zeige ich euch, wie ihr eure Gitarre nach dem Ohr stimmen könnt.

Den Kammerton abnehmen

Gitarren werden in der Regel nach dem Standard-Kammerton a gestimmt, der auf 440 Hz schwingt. Um eure Gitarre in die richtige Stimmung zu bringen, braucht ihr also zunächst einen Referenzton, den ihr beispielsweise von einem Klavier, von einer schon gestimmten Gitarre eines Mitmusikers oder auch von einer Stimmgabel abnehmen könnt.
Nach diesem Ton stimmt ihr dann die A-Saite. Lasst euch dabei Zeit und versucht, die Saite beim Stimmvorgang möglichst klingen zu lassen, um die Veränderung in der Tonhöhe genau wahrzunehmen.
Wenn ihr eine Stimmgabel verwendet, ist es für das Gehör übrigens einfacher, das Flageolett auf dem 12. Bund der A-Saite mit dem Ton der Stimmgabel abzugleichen.

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Die Gitarre am 5. Bund stimmen

Unsere Gitarre wird bis auf eine Ausnahme, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen, in Quarten gestimmt.
Da die Gitarre in Halbtonschritten bundiert ist, hat dies zur Folge, dass man auf dem 5. Bund einer Saite den Ton der nächsthöheren Saite wiederfindet.
Wenn ihr also den 5. Bund der E-Saite greift und die Saite anschlagt, erklingt ein A und damit der Ton der leer schwingenden A-Saite. Und da wir diese mithilfe eines Referenztons bereits in die richtige Stimmung gebracht haben, können wir nun die E-Saite mit diesem Trick stimmen, indem wir das auf dem 5. Bund gegriffene A an das korrekte A der leeren A-Saite anpassen.
Ganz wichtig:
Achtet darauf, dass ihr den Ton ganz sauber greift. Wenn ihr die Saite nur leicht zieht oder zu fest runterdrückt, ändert sich die Tonhöhe und führt zu einem unsauberen Ergebnis.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Saiten lassen sich am 5. Bund …

Ist die E-Saite sauber gestimmt, greift ihr als nächstes den 5. Bund der A-Saite und vergleicht diesen mit der leerschwingenden d-Saite. Anschließend gleicht ihr die d-Saite an die Tonhöhe des gegriffenen Tons an.
Dasselbe Spiel wiederholt ihr beim Stimmen der g-Saite. (g = 5. Bund der d-Saite). Nun kommen wir zur schon angesprochenen Ausnahme. Der Intervallabstand zwischen der g-Saite und der h-Saite beträgt statt einer Quarte “nur” eine große Terz. Dies hat zur Folge, dass ihr den 4. Bund der g-Saite greifen müsst, und das h zu hören. Beim Stimmen der hohen e-Saite geht ihr abschließend wie gewohnt vor und stimmt nach dem 5. Bund der h-Saite.

Die Gitarre mithilfe von Flageoletts stimmen

Zum Abgleichen des Kammertons war zu Beginn schon einmal von den Flageoletts die Rede.
Diese Obertöne, die auf allen Saiteninstrumenten zu finden sind und durch das bloße Auflegen des Fingers auf dem 5., 7. oder 12. Bund entstehen, können aber auch beim Abgleichen der Saiten untereinander helfen. Allerdings werden hier die Töne nach den reinen Obertönen gestimmt und nicht nach der Kompromissstimmung, die durch die Bundierung bedingt ist. Deshalb kann es zu leichten Unsauberkeiten im Gesamtkontext kommen. Da sich aber mit dieser Methode die Tonhöhenunterschiede sehr gut ausmachen lassen und Flageoletts sehr lange schwingen, kann diese Variante dennoch zur grundlegenden Justierung der Saiten sehr hilfreich sein.

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Bei dieser Technik vergleichen wir erneut zunächst zwei benachbarte Saiten miteinander, indem wir das Flageolett auf dem 5. Bund einer Saite mit dem Flageolett auf dem 7. Bund der folgenden Saite abgleichen. Am Beispiel der E- und A-Saite bedeutet dies, dass ihr das Flageolett am 5. Bund der E-Saite mit dem Flageolett am 7. Bund der A-Saite abgleicht. Anschließend führt ihr dieses Prinzip wieder auf den folgenden beiden Saitenpaaren fort. (A-Saite zu d-Saite / d-Saite zu g-Saite).
Da uns die Stimmung der Gitarre dann erneut einen Strich durch die Rechnung macht, stimmt ihr abschließend die offene h-Saite mithilfe des Flageoletts am 7. Bund der tiefen E-Saite. Die hohe e-Saite könnt ihr ebenfalls mit dem Flageolett am 7. Bund der tiefen A-Saite oder dem am 5. Bund der tiefen E-Saite abgleichen.

Die Mischung macht’s!

Wenn ihr etwas Routine im Stimmen nach dem Gehör bekommen habt, werdet ihr merken, dass die Mischung aus beiden Techniken am Ende zu den besten Ergebnissen führt. Aufgrund ihrer Konstruktion lässt sich eine Gitarre nämlich nicht hundertprozentig sauber stimmen.
Um Akkorde noch etwas mehr zum “Strahlen” zu bringen, finde ich es persönlich sehr hilfreich, abschließend noch ein paar Akkorde aus der Tonart des zu spielenden Stücks anzuschlagen und die Tonhöhen einzelner Saiten ganz dezent anzupassen.
Zum Stimmen der Gitarre findet ihr übrigens bei uns auch einen ausführlichen Videoworkshop, der beide Stimmmethoden anschaulich aufzeigt.

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(Bild: © Shutterstock/LightField Studios)

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