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iOS App Tuner/Stimmgeräte Test

Ohne Stimmgerät aus dem Haus? Einfacher war es nie, immer seinen Tuner dabei zu haben, denn der passt heute in jedes Smartphone oder Tablet. Ein Segen, wenn man selbst spontan eine Gitarre in die Hand nimmt, die noch etwas Feinjustierung braucht, oder ein Kollege sein Stimmgerät vergessen hat.

(Bild: © fotolia / ipopba)
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Ein modernes Smartphone hat alles an Bord, was man zum Stimmen braucht: einen leistungsstarken Prozessor, eine hochaufgelöste Grafik, einen Lautsprecher und ein Mikrofon. Über letzteres wird das Signal analysiert und die Stimmung in der entsprechenden App angezeigt – auf dem Bildschirm eines Tablets noch komfortabler als auf einem Smartphone. Das einzige Problem ist die Tonerkennung und die Kommunikation zwischen internem Mikrofon und App. In der Regel kann die Tuner-App auch über ein angeschlossenes Audio-Interface von der E-Gitarre oder dem Pickup einer Akustikgitarre angesteuert werden. In diesem Fall ist man auf der sicheren Seite, was die Sauberkeit des Signals angeht, denn Hintergrundgeräusche spielen keine Rolle. Wir haben beide Varianten mit unterschiedlichen Apps getestet. 

Cleartune

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Wer auf herkömmliche Stimmgerät-Optik steht, der wird mit der Cleartune-App gut klarkommen. Hier wird die Stimmung in zwei Anzeigen dargestellt. In der unteren Grafik sind alle Halbtöne auf einer sich drehenden Scheibenskala versammelt, die obere Anzeige dient der Feinjustierung, und zwar in Richtung b oder # in jeweils 24 Cent. Auf dem iPad ist das natürlich richtig komfortabel, aber auch auf dem iPhone lohnt sich diese App, denn die Anzeige ist wenigstens genau so groß wie bei vielen Stimmgeräten. Die Tonerkennung über das Mikrofon funktioniert mit der Akustikgitarre gut, der angeschlagene Ton wird schnell erfasst und die Anzeige bricht auch nicht unmittelbar ab, sodass man eine Saite wirklich entspannt stimmen kann, ohne permanent neu anschlagen zu müssen. Am iPad wackelte die Anzeige etwas, das iPhone hingegen war über das Mikrofon und per iRig-Interface absolut ruhig in der Darstellung. Für diejenigen, die lieber nach Gehör stimmen, gibt es auch einen Referenzton. Dazu wird die Funktion “Stimmpfeife” aufgerufen, die bei Bedarf alle 12 Töne in unterschiedlichen Oktaven abspielt, die Frequenz des Referenztons ist dabei frei wählbar. Darüber hinaus bietet die App eine große Anzahl von zusätzlichen Einstellmöglichkeiten, die für uns Saitenkünstler eher weniger relevant sind. Aber dass beispielsweise die Nadeldämpfung in drei Werten wählbar ist oder sich auch die Frequenz in Hertz anzeigen lässt, hat durchaus ihren Nutzen.

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Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Bitcount ltd.
  • Modell: Cleartune
  • Typ: Tuner App
  • Kompatibilität: iOS 4.3 oder höher (iPhone, iPad, iPod Touch)
  • Preis: 3,99 Euro

Precision Strobe Tuner

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Strobe-Tuner sind zwar nicht neu, erleben aber in letzter Zeit eine Renaissance. Ein Grund ist die Präzision, die diese Konzeption bietet. Der Precision Strobe Tuner kostet 4,99 Euro und kommt mit Dartscheiben-Optik, wobei der äußere Ring in roten Balken die Stimmung per Lauflicht anzeigt. Laufen die Balken rechts herum, ist die Saite zu hoch, laufen sie links herum, ist sie zu tief gestimmt. In der nächsten inneren Reihe sind die 12 Töne in einzelnen Feldern dargestellt und ganz in der Mitte wird der gerade zu stimmende Ton genannt. Eine Kalibrierung des Referenztons ist um ± 60 Cent (425,01 Hz bis 455,52 Hz) möglich, außerdem bieten sich jede Menge Feineinstellungsmöglichkeiten. So kann im Note Tracking Mode zwischen Chromatic, Guitar, Bass und der manuellen Notenanwahl gewählt werden, außerdem lässt sich ein Filter-Modus aktivieren, der Nebengeräusche reduzieren und damit etwas genaueres Stimmen möglich machen soll. Das hat allerdings nicht so ganz mit eingebautem Mikrofon und Akustikgitarre funktioniert, denn die tiefe E- und die A-Saite wurden versehentlich als B- bzw. D-Saite angezeigt. Auch mit angeschlossener E-Gitarre über das iRig2 Interface dauert es fast zwei Sekunden, bis ein Ton erkannt wird und die Anzeige auf den entsprechenden Notennamen umschaltet. Nutzt man die manuelle Notenanwahl, funktioniert zwar der Tuner problemlos, aber bei jeder neuen Saite muss der Ton neu ausgewählt werden. Hier klemmt es im Gegensatz zu anderen Apps doch einigermaßen. Obwohl es beim iPhone mit dem Mikrofon insgesamt besser klappte, steht die Anzeige im Vergleich zu anderen Tuner-Apps nicht so lange stabil und braucht auch einen Hauch länger für die Tonerkennung. Daher kann ich diese App für ungeduldige Gitarristen nicht unbedingt empfehlen.

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Technische Spezifikationen
  • Hersteller: James Campbell
  • Modell: Precision Strobe Tuner
  • Typ: Tuner App
  • Kompatibilität: iOS 6.1 oder höher (iPhone, iPad, iPod Touch)
  • Preis: 4,99 Euro

Peterson iStrobo Soft

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Peterson, als Hersteller hochwertiger Stroboskop-Stimmgeräte bekannt, hat seine Technologie auch für iOS-und Android-Geräte) geöffnet. Zwar ist die App mit knapp zehn Euro im Vergleich zu anderen Software-Stimmgeräten nicht gerade günstig, sorgt aber für eine zuverlässige Anzeige und Stimmung. Vier laufende Balkenreihen zeigen den Status Quo an, ist der angezeigte Ton zu tief, laufen die Balken nach unten, ist er zu hoch, laufen sie in die andere Richtung. Bewegt sich die Anzeige nicht mehr, stimmt der Ton hundertprozentig. Der Name der entsprechenden Note wird groß in der unteren Hälfte dargestellt, die aktuelle Verstimmung in Cent neben dem Ton angegeben. Die Anzeige ist erstklassig und lässt sich, was die Tonerkennung anbelangt, noch in einigen Parametern über das Menü an der linken Seite anpassen. Dort stehen beispielsweise ein Noise-Filter und eine Boost-Funktion parat, die Nebengeräusche absenken und das Eingangssignal anheben sollen. Weiterhin kann in den Advanced Tuner Settings ein Algorithmus aktiviert werden, der eine optimalere Erkennung der tiefen Frequenzen ermöglichen soll. Beim Test ergab sich generell das Problem, dass auf dem iPad der Ton der tiefen E-Saite nur relativ kurz angezeigt, sodass schnelles Stimmen gefragt war, weil sonst die Anzeige erlosch. Bei den restlichen Saiten war das nicht der Fall, allerdings war die Performance des iPhones insgesamt wesentlich besser und stabiler. Das Ganze scheint eine Frage der Mikrofonqualität zu sein, die beim iPhone offensichtlich etwas höher angesiedelt ist. Mit iRig2 Interface und E-Gitarre war alles perfekt. Die Anzeige ist auch auf dem kleineren iPhone-Display absolut in Ordnung, sie wackelt nicht und läuft auch bei leicht verstimmten Saiten ruhig. Per in-App Kauf gibt es weitere spezielle Features, wobei ich für Gitarre die Sweetened Tunings noch als sehr sinnvoll erachte. Zwar schlägt dieser Kauf mit 5,99 Euro preislich in einer Region auf, die andere komplette Stimm-Apps nicht kosten, ist meiner Meinung nach aber sein Geld wert. Diese speziellen Stimmungen kompensieren die typischen Merkmale bestimmter Instrumente, die beim Stimmen mit normalen Stimmgeräten keine Rolle spielen, dafür aber beim Spielen unangenehm auffallen können. Bei der Westerngitarre betrifft das beispielsweise den Druck der Finger beim Greifen, durch den die Saite leicht nach oben verstimmt wird, oder das Spiel mit einem Kapo. Wer sich für das komplette Paket mit allen Sweetened Tunings, Tuning Tools (u.a. Oszillator-Anzeige), Harmonic Tuning Screen, Extended Frequency Modes u.a. entscheidet, der muss 59,99 Euro locker machen. Das ist prinzipiell zum Stimmen der Gitarre aber nicht nötig, die Grundausstattung reicht völlig aus. Wer seine Gitarre mit einer App akkurat stimmen möchte, dem kann ich die iStrobo Soft App wärmstens empfehlen.

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Technische Spezifikationen
  • Hersteller: Peterson
  • Modell: iStrobo Soft
  • Typ: Tuner App
  • Kompatibilität: iOS 7.0 (iPhone, iPad, iPod Touch)
  • Preis: 9,99 Euro
  • In App Käufe: Sweetened Tunings: 5,99 Euro

Unser Fazit:

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von Thomas Dill

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