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Bending Gitarre: Bendings richtig spielen

Bendings sind auf der Gitarre ohne Frage ein sehr ausdrucksstarkes Mittel zur Verzierung von Melodielinien. Trifft man die Zieltöne beim Ziehen der Saiten allerdings nicht ganz genau, kommen oft unschöne klangliche Ergebnisse zustande, die bei euren Bandkollegen und dem Publikum weniger gut ankommen.

(Bild: © Michael Behm / bonedo)
(Bild: © Michael Behm / bonedo)


Nachdem wir uns im ersten Workshop zum Thema Saitenziehen die richtige Technik angeeignet haben, soll es heute um praktische Tipps und Übungen gehen, mit deren Hilfe ihr zielsicher die richtigen Töne trefft und schon bald eure Gitarre zum Singen bringt.

Bending Gitarre Übungen

Bevor es losgeht, könnt ihr euch hier schon einmal alle Übungen zusammengefasst anschauen:

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Das Halbton- und Ganzton-Bending

Wie schon im vorausgegangen Workshop erwähnt, ist es am zielführendsten, die Bendings zunächst auf der g, b und e’ Saite zu üben und dabei den Ringfinger zum Ziehen der Saite zu verwenden. Heute liegt der Fokus auf dem Halbton- und Ganzton-Bending.

Bending Gitarre Übung 1:
Für unsere erste Übung könnt ihr euch im Prinzip einen beliebigen Startton aussuchen. Ich habe den Ton d’ auf dem 7. Bund der g-Saite gewählt, den wir um einen Halbton nach oben zum es’ ziehen wollen.
Um erst einmal vorzuhören, wie der Zielton bzw. der Tonsprung klingt, spielen wir ganz langsam das d’ und anschießend das es’. Diesen Vorgang könnt ihr selbstverständlich mehrere Male zur Verinnerlichung wiederholen.
Anschließend spielen wir dieselbe Tonfolge im selben langsamen Tempo mit Hilfe eines Halbton-Bendings, indem wir das d’ anschlagen und anschließend zum es’ ziehen. Um zu überprüfen, wie sauber ihr die Übung absolviert habt, könnt ihr anschließend die Töne, wie zu Beginn, einfach gegriffen erneut spielen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, könnt ihr alternativ auch ein chromatisches Stimmgerät zurate ziehen.

Bending Gitarre Übung 2:
In der zweiten Übung spielen wir denselben Tonschritt, addieren allerdings anschließend ein sogenanntes Release-Bend. Dafür hört ihr wieder zu Beginn die einfach angeschlagene Tonfolge. In diesem Fall spielen wir also ein d’, danach das es’, und anschließend wieder das d’. Danach spielt ihr dieselbe Tonfolge mit Hilfe von Bendings. Dafür zieht ihr, nachdem das d’ angeschlagen wurde, den Ton wieder zum es’, anschließend löst ihr die Spannung und kommt zurück zum Ausgangston. Es empfiehlt sich auch hier, die Tonfolge zunächst langsam zu üben um die Tonhöhe sicher kontrollieren zu können. Die Übungen sollten nach einer Zeit und bei mehr Sicherheit natürlich auch in einem höheren Tempo geübt werden.

Bending Gitarre Übung 3:
Übung 3 kümmert sich um das sogenannte Ghost-Bend, bei dem schon eine gewisse Treffsicherheit vorausgesetzt wird. Es ist also sinnvoll sich erst diese Übung vorzunehmen, wenn die beiden vorherigen sicher laufen.
Beim Ghost Bend ziehen wir die Saite “still” einen Halbton über den Ausgangston nach oben und schlagen erst dann die Saite an. Anschließend gehen wir zurück zum Ausgangston des jeweiligen Bunds.
Wenn ihr alle drei Übungen sicher beherrscht, könnt ihr diese selbstverständlich auch auf das Ganzton-Bending übertragen, wie im folgenden Notenbild erklärt. Hier geht es dann um den Tonschritt zum e’ (9.Bund – g-Saite).

An dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass die Übungen auch auf andere Saiten und Bereiche des Griffbretts übertragen werden sollten.

Die Tonleiter/Bending-Übung

Abschließend möchte ich euch noch eine hilfreiche Übung näherbringen, die in meinem Unterricht regelmäßig zum Einsatz kommt und die vorausgegangen Übungen kombiniert. Die folgende Aufgabenstellung verbindet dabei die Erkundung des Griffbretts mit dem Thema Tonmaterial sowie dem Üben von Halbton- und Ganzton-Bendings. Da die Saiten in den Abschnitten des Halses eine unterschiedliche Spannung aufweisen, ist es, wie eben schon erwähnt, absolut anzuraten, die Bendings über das ganze Griffbrett zu üben.
Wir nehmen uns für diese Übung die C-Dur-Tonleiter und spielen sie horizontal auf der h-Saite abwärts vom c” (13. Bund) zum e’ (5. Bund). Aufgrund der Intervallstruktur der Tonleiter begegnen uns hier zwei Halbton- und drei Ganztonschritte. Als erstes spielen wir die Tonleiter mehrere Male auf der h-Saite abwärts. Danach nehmen wir uns dasselbe Material mithilfe von Bendings vor, indem wir jeden Tonschritt einzeln abarbeiten.
So beginnen wir mit dem Halbton von c” zu h’. Wir hören den Tonabstand vor, wie schon in den vorausgegangen Übungen, und ziehen danach ausgehend vom h” die Saite zum c” und wieder zurück. Danach ist der Ganztonschritt h’ zu a’ an der Reihe, anschließend a’ zu g’ usw…
Die fortgeschrittene Variante erfolgt dann wieder mit Ghost Bends. Auch diese Übung kann auf andere Saiten übertragen und natürlich auch mit anderen Skalen kombiniert werden.

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(Bild: © Michael Behm / bonedo)

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von Michael Behm

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