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Image-Line Deckadance 2 Preview

In letzter Zeit war es still um die DJ-Software Deckadance von Image-Line und mancher DVS-Protagonist früher Stunden fragte sich vielleicht verwundert, wann und ob überhaupt das „angestaubte“ DJ-Programm das Versionsupdate schafft und mit zeitgemäßen Features ausgestattet wird – oder gar in der Versenkung verschwindet, so wie es Veteran Torq trotz des 2011er Upgrades ergangen ist. Nun hat das Warten ein Ende und knapp sechs Jahre nach der Markteinführung von Deckadance heißt es: Vorhang auf zur nächsten Runde.

Teaser_Imageline_Deckadance_2


Zu den wichtigsten Neuerungen zählt wohl, dass die Anzahl der virtuellen Player nun auf vier angestiegen ist. Ferner halten Smart Knobs für multiple Effekt- oder EQ-Zuweisungen, das aus FL-Studio bekannte GrossBeat zum Programmieren von individuellen Glitch-, Stutter- und Scratch-FX sowie Isolator-Effects mit bis zu drei von zehn Effekten pro Abspieleinheit Einzug ins Programm. Für die Freunde ausgiebiger Sample-Schlachten gibt es einen 16-Slot-Sampler samt Loop-Recorder mit One-Shot, Trigger, Retrigger und Loop-Play. Zudem ist Deckadance VST-Host und -Client, was bedeutet, es kann auch mit weiteren Effekten als den integrierten bestückt werden. Smart Panels, unter anderem für Loops, Cues, Grids und digitale Vinyl-Systeme, erlauben ein individuelles Layout der grafischen Benutzeroberfläche und erhöhen den Überblick während der Performance. Und das ist noch nicht alles, denn das Programm ist Controller- und DVS-kompatibel und verfügt zudem über einen MIDI-Editor mit Lernfunktion. Das liest sich gut, doch wie es um die Performance und Praxistauglichkeit, den Workflow und die Qualität der Software-Funktionen bestellt ist, steht auf einem anderen Blatt. Warum also nicht mal gleich einen kleinen Probelauf mit Turntables, Mixer und Controllern anzetteln, der sich nach Download der 67 Megabyte großen Installer-Datei wie folgt gestaltete.

Details

Mit einem Gesamtdatenvolumen von 112 MB setzt Deckadance zum Landeanflug an und erstrahlt auf dem Bildschirm meines MacBooks nach wenigen Klicks in runderneuerter Optik. Auf jeder Seite residieren zwei Decks, die in gewohnter Manier einen zentralen Mixer einrahmen, der standesgemäß mit Dreiband-EQ, Kills und Kanalfilter aufwartet. Statt des Mixerpanels könnt ihr alternativ ein FX-, Sample-, VST-, GrossBeat- oder Scratch-Panel (mit vertikalen Wellenformen) einblenden. Das gefällt, weil es dann nicht so „busy“ auf dem Screen ist. Nachteil: Man muss zwischen einigen Funktionen in der Software hin und her schalten, um sie mit der Maus zu bedienen oder ein optisches Feedback zu Controller-Bewegungen zu erhalten.
Die untere Screen-Hälfte belegt der Browser, der auf der linken Seite Links zur Musik- und iTunes-Bibliothek, der Automix-Liste und den (Smart-) Playlists beherbergt. Ein Vorhördeck, ein Vorschaufenster für die Cover-Art, ein Eingabefeld zur Titelsuche und diverse MP3-Filter dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Optional mit Vertikal-Wellenformansicht.
Optional mit Vertikal-Wellenformansicht.

MIDI-Controller

Doch so ungern ich das auch zum Auftakt sage: Keiner der lokalen DJ-Controller neuerer Generation wird von Deckadance nativ unterstützt. Stattdessen befinden sich überwiegend betagtere Gerätschaften im Portfolio – vielleicht sollte ich spaßeshalber mal das Preset „Wii-Remote“ ausprobieren. Aber allen Ernstes: Abgesehen von Vestax und American Audio tummeln sich hier Objekte der letzten oder vorletzten Generation sowie eine Handvoll fernöstlicher Entry-Level-Konsolen des gleichen Zeitraums. Zumindest in Sachen Controller-Unterstützung – was ja heutzutage essentiell für eine DJ-Software ist – der erste Kritikpunkt. Klar, Traktor-User, die sich einen S4 gekauft haben, Seratorianer, die einen Numark NS6 besitzen oder Virtual-DJs, die mit einem Pioneer-Ergo um die Häuser ziehen, wird es vielleicht nicht unbedingt zu DD locken. Die Jungs von Image-Line waren in der letzten Zeit sowieso eher als LE-Ausstatter für DJ-Tech und Co unterwegs, daher finden sich natürlich deren Produkte (und neuerdings Behringers CMD-Armada) ganz vor ein. Dennoch halte ich dies für strategisch bedenklich, denn Mappings für viele aktuell beliebte Controller, wie Native Instruments Palette, Numarks NS6 und Mixtrack Pro 2, Denons MC-Reihe oder Pioneers-Kommandozentralen sind auch im Forum kaum aufzufinden. Ich könnte jetzt in den MIDI-Editor wechseln und erst mal drauflos mappen, würde mir dies aber für den vollständigen Testbericht aufsparen und stattdessen den DVS-Check mit Timecode und meinem altgedienten Stanton-SCS3D durchführen, der von Haus aus unterstützt wird.

Timecode

Ein Blick ins Register zeigt die native Unterstützung von DD-Control CD (Trägersignal-Generator ist implementiert) sowie die zeitcodierten Vinyls Marke MS Pinky, Torq, Reflex und Generic Vinyl. Kein Serato, kein Cross, kein Native Instruments TC. Versucht doch mal in unseren Breitengraden, einen MS Pinky Timecode beim Record-Store aufzutreiben. Quasi die Nadel im Heuhaufen. Für Torq gilt das Gleiche. Das Handbuch sagt jedoch, dass die anderen Scheiben über den Lern-Modus ebenfalls eingebunden werden. Ich bin dann mal so frei, lerne Seratos Control Vinyl V2 an, generiere eine Deckadance CD-Timecode, der auf einen Datenträger gebrannt werden will, schließe an den dritten Kanal das iPad mit der Tonetable-App an und verbinde letztlich den Stanton SCS3D mit dem Notebook.

Fotostrecke: 2 Bilder Timecodesauswahl für den DVS-Schnelltest
Fotostrecke

Gross Beat

Als kleinen Vorgeschmack auf unseren vollständigen Testbericht, bei dem wir den verschiedenen Programmfunktionen detailliert auf den Zahn fühlen werden, hier also noch ein kurzer Ausblick auf das kreative Arsenal. GrossBeat erinnert entfernt an vormaligen Relooper, bietet jedoch mehr Möglichkeiten der (auch individuellen) Konfiguration. Acht Patterns pro Deck unterliegen dem Direktzugriff und sind unterteilt in diverse Kategorien mit teilweise 20 oder mehr Presets zur Auswahl.

Fotostrecke: 2 Bilder Effekt-Panel
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Audio Samples
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Gross Beat

Sampleplayer und VST

Zum guten Ton einer DJ-Software gehört mittlerweile ja auch ein Sampler/Player. Hier anzutreffen in Form von 16 Slots, über denen ein Loop-Recorder thront, mit dem sich Material voreingestellter Größe (1/32-16) aus einem laufenden Deck extrahieren, auf eines der Samplepads schaufeln und abspielen lässt.
Bei den VST-Plug-ins gilt: je ein VST pro Deck. Grundsätzlich erst einmal eine prima Idee, denn so ist der DJ nicht auf das Repertoire des Herstellers angewiesen, sondern kann seinen Lieblingseffekt verwenden oder sich aus dem Fundus freier und kostenpflichtiger Tools bedienen. Eines, nämlich „Effektor“, wird gleich mitgeliefert.
Soviel zum Schnellcheck. Deckadance 2 hat aber noch einiges mehr zu bieten, was wir in Kürze auf bonedo.de vorstellen und testen.

Fotostrecke: 2 Bilder VST-Plug-in Effektor
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Audio Samples
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Effektor-Plugin

Unser Fazit:

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von Peter Westermeier

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