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Harley Benton MiniStomp Green Tint/Dr. D/Dealbreaker/Dropkick/Plexicon Test

Green Tint

Der Green Tint wird für den Praxisteil an einen Tweed Deluxe Amp angeschlossen. Der Verstärker ist mit einer 1×12 Box (Celestion Alnico Blue) verbunden, die mit einem Beyer Dynamic M160 abgenommen wird. Ihr hört im folgenden Beispiel zuerst den puren Amp Sound und danach die beiden Modes Normal und Boost.

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Green Tint: Bypass / Normal / Boost (Stratocaster)

Klanglich greift das Pedal mit Reglern in der mittleren Position beim Normal Mode leicht ins Geschehen ein, der Ton ist etwas weicher, die Höhen sind leicht abgesenkt. Beim Boost Mode gibt es ordentlich Schub in den unteren Mitten, der den Tweed Deluxe schon zu leicht fuzzigen Sounds anregt. Der Tube Screamer-Charakter ist vorhanden, allerdings nicht in kompletter Güte wie beim Original oder hochwertigen Replikaten. 

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Green Tint: Max. Gain (Stratocaster) Green Tint: Max. Gain – Guitar Volume 10 > 7 (Les Paul)

Plexicon

Beim Plexicon und den folgenden Pedalen ist ein clean eingestellter Sovtek MIG-50H mit Marshall 4×12 Box (Celestion G12M) im Einsatz. Die Box wird mit einem Neumann TLM-103 abgenommen. Das Plexicon ist im Vergleich zu einem Plexi-Amp etwas dezenter im Höhenbereich. Das betrifft auch den Bright-Mode. Auch im Vergleich zum Bypass-Signal werden die Höhen bei neutralem Tone-Regler abgesenkt. Dafür kann man aber im Gegenzug dessen komplette Bandbreite nutzen, ohne dass es in den Ohren klingelt. Der Klangcharakter der britischen Amps ist beim Plexicon getroffen, es gibt einen ordentlichen und klaren Zerrsound mit einem durchsetzungsfähigen Mittenbereich. Bei maximalem Gain erhält man ein saftiges Zerrbrett, das schon eher an einen gepimpten Plexi erinnert. Die dynamische Ansprache ist auch in Ordnung– im dritten und vierten Beispiel hört ihr die gleiche Einstellung am Pedal, einmal mit leichtem Anschlag (Hals-Pickup) und dann im vierten Beispiel ist der Steg-Pickup mit hartem Anschlag an der Reihe. Die typischen Merkmale des Vorbilds sind somit getroffen, bei der klanglichen Güte muss man natürlich Abstriche machen. Die Auflösung bei höheren Zerrgraden ist nicht so gut, im Bassbereich wird es da auch matschiger und der Sound neigt dazu, etwas pappig zu klingen. Aber trotz allem ist die Performance im Verhältnis zum Preis sehr gut.

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Plexicon: Bypass / Normal / Bright (Les Paul) Plexicon: Max. Gain (Les Paul) Plexicon: Gain 15 Uhr – Soft Picking (Stratocaster) Plexicon: Gain 15 Uhr – Hard Picking (Stratocaster)
Die Harley Benton MiniStomp Overdrive- und Distortion-Pedale Green Tint, Plexicon, Dr. D, Dealbreaker und Dropkick liefern mehr, als man von einem Pedal für weniger als 20 Euro erwarten würde.

Dr. D

Natürlich ist es gewagt, Dumble-Sound für knapp 20 Euro anzubieten. Aber hier war ich wirklich überrascht, und zwar positiv. Eines ganz klar vorweg: Das Dr. D-Pedal kann klanglich mit den hochpreisigen Dumble Klon-Pedalen wie dem Vertex Ultraphonix nicht mithalten, der kostet auch gleich das Zehnfache. Aber der Dr. D klingt definitiv nicht zehnmal schlechter! Der warme Overdrive-Ton ist auf jeden Fall getroffen und mit dem Voice-Regler bietet sich eine stufenlose Anpassung an die Frequenzstruktur des benutzten Amps und der Gitarre. Bei niedrigen Settings erhält man einen warmen, fast muffigen Zerrsound, im weiteren Verlauf nimmt der Klang dann an Schärfe zu. Die dynamische Ansprache und die mögliche Steuerung der Verzerrung über den Anschlag an der Gitarre ist auf jeden Fall gegeben und die Bandbreite reicht von einem leicht angezerrten Ton bis zum satten Leadsound mit viel Sustain.

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Dr. D: Voice Check – 7-10-14-17 Uhr (Les Paul) Dr. D: Max Gain – Guitar Volume 7 > 10 (Les Paul) Dr. D: Gain 9 Uhr (Telecaster)

Dealbreaker

Der Dealbreaker ist im Zerrspektrum etwas reduzierter, hier geht es von leicht übersteuerten Tönen bis zum dezenten Mid-Gain. Der Sound ist recht offen und reagiert sehr gut auf die Anschlagsdynamik. Für Blues-Styles und dezente Zerrsounds ist das Pedal gut geeignet und man kann es mit einem vorgeschalteten Boost-Pedal auch ganz gut in et-was aggressivere Zerrgefilde navigieren. Der klangliche Unterschied zwischen Normal- und Bright-Mode ist nicht so drastisch, für mehr Schärfe kann man mit dem Tone-Regler bei Bedarf nachhelfen, dabei wird der Ton aber auch etwas harsch.

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Dealbreaker: Normal / Bright – Gain 12 Uhr – Anschlagsdynamik (Les Paul) Dealbreaker: Max Gain (Les Paul) Dealbreaker: Gain 15 Uhr (Stratocaster)

Dropkick

Die drei Modes beim Dropkick liegen auch recht nah beieinander und unterscheiden sich leicht in der Frequenzstruktur. Normal ist am dezentesten in den Höhen und oberen Mitten, bei Tense und Soft werden diese Bereiche etwas stärker. Bei mittlerem Gain erhält man ein ordentliches Zerrbrett, das aber noch einigermaßen gut Akkorde darstellen kann. Bei höheren Gain-Einstellungen wird der Klang etwas dichter mit stärkerem Kompressionsverhalten. Der Sound hat eine gute Durchsetzungskraft, neigt aber auch dazu, etwas pappig und steril zu klingen. Verglichen mit preislich höher angesiedelten Distortion-Pedalen ist auch ein klarer Unterschied in der Klanggüte zu hören, aber trotz allem liefert der Dropkick einen ordentlichen Sound, der auch bei höheren Zerrgraden noch auf die Einstellung des Volume-Potis an der Gitarre reagiert.

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Dropkick: Normal / Tense / Soft – Gain 12 Uhr (SG) Dropkick: Tense – Gain 13 Uhr (PRS Holcomb) Dropkick: Soft – Gain 16 Uhr (Stratocaster) Dropkick: Normal – Gain 15 Uhr (Les Paul)
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