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Phaser – Gitarren-Effekte richtig einsetzen – Workshop

Der Phaser wurde in den 70er Jahren entwickelt. Vorbild des Sounds war der damals sehr beliebte Leslie- oder Rotary-Effekt, der durch rotierende Lautsprecher erzeugt wurde.


Bevor wir in die Details gehen, stellt euch Thomas Dill den Effekt jetzt zunächst einmal in einem Videoclip vor. Viel Spaß!

Die Basis des Effekts bildet eine Phasenverschiebung, daher auch der Name. Um diese zu erreichen, wird das Signal innerhalb des Phasers geteilt und die eine Hälfte anschließend phasenverschoben wieder ausgegeben. Die so entstehenden Löcher bzw. Auslöschungen im Frequenzgang sorgen für den charakteristischen Sound. Okay, nicht ganz. Denn um den typischen Phaser-Sound zu erzeugen, fehlt uns noch eine Komponente.
Zur Erklärung: Für Radiostationen wurden in den 50ern Geräte entwickelt, mit denen sich durch eine entsprechende Phasenverschiebung Störgeräusche aus dem zu sendenden Material herausfiltern ließen. Dreht man so einen Phasenverschieber manuell schnell im Frequenzspektrum hin- und her, entsteht ein Effekt, der in Kombination mit dem Originalsignal einen phasigen und filterigen Sound erzeugt, der an den Klang eines Leslie Cabinets erinnert. Die Anzahl der Löcher im Frequenzgang nennt man übrigens “Stages”.
Anfang der 70er Jahre arbeitete der legendäre Synthesizer-Entwickler Tom Oberheim im Auftrag Firma Maestro daran, diesen Klang mit einem Bodeneffekt zu erzeugen. Das Ergebnis seiner Bemühungen, das erste Phase Shifting Pedal (PS-1) kam 1971 auf den Markt. Sein Sound war dem Leslie zwar nicht besonders ähnlich, wurde aber trotzdem freudig begrüßt, da er in die Ära von Funk, Disco und Psychedelic-Rock passte.

Quasi jedes Instrument wurde im Laufe der Zeit mal durch den Phaser gejagt: egal, ob Gitarre, Bass, E-Piano oder Orgel. Bei den Gitarristen der Funk- und Disco-Bands wie z.B. Earth Wind & Fire, Funkadelic oder Sly And The Family Stone gehörte der Phaser in Verbindung mit einem cleanen Gitarren-Sound zum Standard-Programm. Das Riff des gleichnamigen Titelsongs aus dem Film Car Wash (Rose Royce) wurde mit einem Phaser eingespielt und ist ein Paradebeispiel für den Einsatz dieses Effekts in Verbindung mit funky Gitarrenparts. Aber auch die Rock-Gitarristen in den 70ern machten sich diesen Klang zu Nutze. David Gilmour verwendete den Phaser zur Erzeugung bestimmter Psychedelic-Sounds auf den Pink Floyd Aufnahmen, Eddie Van Halen ließ so manches Riff mit dem Phaser spacig klingen. Er benutzte hierfür die Pedale von MXR, den Phase 90 oder Phase 100. In den 80ern geriet der Phaser etwas in Vergessenheit, Chorus und Hall dominierten in dieser Ära. Durch die Grunge- und Alternative-Welle in den 90ern, deren Gitarristen aus unerklärlichen Gründen (aber zum Glück!) wieder auf die Pedale und Sounds der 60er und 70er zurückgriffen, kam der Phaser zu neuen Ehren und ist seitdem immer mal wieder zu hören.
Wie bereits erwähnt sind die MXR-Pedale (Phase 90, Phase 100) sehr beliebt. Der Phase 90 zum Beispiel auch wegen seiner einfachen Bedienung, denn er hat lediglich einen Regler für die Phasing-Geschwindigkeit. Wer den Klang etwas genauer einstellen möchte, der kann dies mit den Boss Effekten machen (PH-2, PH-3). Ein weiteres Kultgerät aus den 70ern ist der Small Stone von Electro-Harmonix.

Was kann man einstellen?

Type / Waveform
Auswahl des Effekttyps bzw. der Wellenform. Mit Stages werden die Anzahl der Löcher im Frequenzgang bezeichnet, das bedeutet:

4 StageVierstufen Phaser – Leichter Phaser Effekt
8 StageAchtstufen Phaser – Mittlerer (Standard) Phaser Effekt
12 StageZwölfstufiger Phaser – Extremer Phaser Effekt
Bi PhaseZwei Phaser werden hintereinander geschaltet
Step Phase“eckiger” Phaser Sound, fast Sequencer-artig

Rate / Speed – Einstellen der Geschwindigkeit des Effekts.
Depth – Regelt die Intensität des Effekts.
Manual – Regelt die mittlere Frequenz des Phasing-Effekts.
Feedback /Resonance / Regeneration – Regelt den Anteil des Phaser-Effekts, der wieder zum Eingang zurückgeführt wird. Je höher der Wert eingestellt ist, desto extremer wird der Sound.
Level – Regelt die Lautstärke des Phaser-Effekts. Der Effekt wird dem Originalsignal hinzugefügt.

Wie klingt der Effekt?

Hier ein paar Hörbeispiele mit unterschiedlichen Phasern.
Beispiel 1: Eine Tele über einen clean eingestellten Amp mit einer mittleren Einstellung am Phase 90 von MXR.

Audio Samples
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1. Clean Phase

Beispiel 2: Wieder die Telecaster mit einem Crunch-Sound in Verbindung mit dem Boss PH-3.

Audio Samples
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2. Crunch Phase

Beispiel 3: Der typische Seventies Funk Sound. Eine Telecaster mit Clean-Sound und dem Boss PH-3.

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3. Fonky

Beispiel 4: Ein etwas anderer Sound…. Der Mode Step wurde angewählt. Der Akkord ist nur einmal angeschlagen worden, der Rest wird vom Phaser erledigt.

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4. Step Phase

Beispiel 5: Hier kommt die Les Paul mit einem stark verzerrten Sound in Kombination mit dem MXR Phase 90 zum Einsatz.

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5. Dist Phase

Wo kann man den Effekt hören?

Neben den Funk-Kollegen aus den Siebzigern hat Eddie Van Halen auf dem ersten Van Halen Album ausgiebig Gebrauch vom Phaser (und auch Flanger) gemacht. Den Effekt stellte er dabei sehr dezent ein und erzeugte so einen leicht “schwebenden” Sound.
Hier ein paar Anspieltipps:
Car Wash – Rose Royce
Brazen – Skunk Anansie
Jamie´s Crying – Van Halen
Eruption – Van Halen

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von Thomas Dill

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Profilbild von JerryCan

JerryCan sagt:

#1 - 31.07.2014 um 16:12 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Wo ist der Artikel hin? Ich sehe hier nur eine leere Seite.

Profilbild von Vladi

Vladi sagt:

#2 - 23.12.2014 um 00:59 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich auch. Der Artikel ist weg

Profilbild von DerTyp

DerTyp sagt:

#3 - 10.05.2016 um 22:00 Uhr

Empfehlungen Icon 0
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seppdeisen sagt:

#4 - 14.06.2016 um 20:41 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich hab den Boss PH-3 jetzt zuhause. Bild ich mir das bloß ein, oder ist es tatsächlich so, dass der die Lautstärke schluckt? Im Bypass kommt mir mein Gitarrensignal lauter und bassiger vor als mit dem Effekt (v.a. bei Stage-Einstellung 4 und 8).

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