Die runde 8000er-Serie gilt als bekannteste Genelec-Baureihe, früher prägten aber vor allem große Holzkästen das Portfolio der Finnen. Darunter Modelle wie die 1032 sowie 1037 und 1038, die Genelec allesamt mit neuem Innenleben und Produktcodes weiterführt. Aus rein analogen Lautsprechern wurden digitale SAM-Monitore mit integrierter Raumentzerrung sowie Gruppen-Regelung für das Immersive. Wir nehmen die Genelec 1237A stellvertretend in Stereo unter die Lupe.

Die neue Genelec 1237A beziehungsweise 1237APM ersetzt damit die alten, analogen Modelle der 1037-Serie. Die Buchstabensuppe ist dabei weniger entscheidend: Wichtiger ist die „2“ an zweiter Stelle, die bei Genelec hier für die digitale SAM-Generation steht.
Trotz identischen Looks handelt es sich bei der 1237 dennoch um einen gänzlich neuen Speaker, da dank neuer Weiche und automatischer Raumentzerrung wenig Differenzt entsteht. Die Unterschiede zwischen der alten 1037 und 1038 waren nämlich nicht unerheblich.
- Präziser, knackiger Bass
- SAM-Raumkorrektur
- Großer Sweetspot
- GLM-Kit praktisch Pflicht
DETAILS
Aktiv, digital & mächtig: 1237A
Die neue Genelec 1237A ist ein aktiver und digitaler 3-Wege-Studiomonitor für mittlere Hörentfernungen ab 1,5 Metern. Die Signalverarbeitung übernimmt ein DSP, welcher die Übergangsfrequenzen bei 450 Hz und 3 kHz setzt. Die Optik ist kantig und sexy.

Drei unabhängige Endstufen sorgen anschließend für den Vortrieb: 500 Watt Class-D für den Tieftöner, 250 Watt Class-D für den Mitteltöner und nochmals 200 Watt Class-AB für den Hochtöner. Die Mittel-/Hochton-Einheit sitzt dabei in einer eigenen Kammer, der 12-Zoll-Tieftöner werkelt indes auf einem Volumen von rund 65 Litern.
Zwei schlitzartige Bassreflexöffnungen sorgen für die Beatmung des Chassis. Das Gehäuse misst dabei üppige 68 x 40 x 38 cm und bringt stramme 42 kg pro Lautsprecher auf die Waage. Auch der Korpus besteht weitestgehend aus MDF und ist intern ordentlich versteift.
Den Mitteltonbereich übernimmt ein 5-Zoll-Konus mit Phase-Plug, darüber arbeitet eine 25-mm-Metallkalotte als Tweeter. Beide sitzen im Directivity Control Waveguide (DCW), der das Abstrahlverhalten in die Breite kontrolliert sowie den Mittel- und Hochtöner auch akustisch besser auf der Schallachse zusammenführt.

Zum Material des Treiber macht Genelec indes keine Angaben. Optisch erinnert die Woofer-Membran aber an beschichtetes bzw. laminiertes Papier – ein etabliertes Material für Tieftöner, das ein günstiges Mix-Verhältnis aus Steifigkeit, geringem Gewicht und innerer Dämpfung darstellt. Dadurch lassen sich unerwünschte Partialschwingungen und Aufbrechmoden wirkungsvoll kontrollieren.
Die Genelec 1238 ist übrigens nochmal eine ganze Nummer größer, entsprechend auch mit einem 15-Zoll Woofer ausgestattet sowie dann gleich ganze 57 kg schwer.
XLR- und AES/EBU-Anschlüsse
Signale nimmt die Genelec 1237A analog über XLR oder digital per AES/EBU entgegen. Zusätzlich befinden sich RJ45-Buchsen auf der Rückseite, über die sich das GLM-System durchschleifen lässt. So geht es von einem Speaker zum nächsten und am Ende an das GLM-Kit.
Das optionale GLM-Kit besteht dabei aus einem kleinen USB-Interface und kalibriertem Messmikrofon; die Einrichtung läuft über die kostenlose GLM-Software am Computer. Pro Setup braucht man allerdings nur ein Kit, egal wieviele Lautsprecher man benötigt.
Optional sind auch eine kabellose Fernbedienung (9101B), ein kabelgebundener Lautstärke-Regler (9310BM) sowie ein noch dickerer Monitor-Controller (Genelec 9320A) für das GLM-Kit erhältlich.
Die Einmessung erfolgt unkompliziert über Sinus-Sweeps. Anschließend berechnet GLM Korrekturen für den Frequenzgang bis 2 kHz, gleicht dabei vor allem Raummoden im Bassbereich aus und korrigiert auch Pegel- sowie Laufzeitunterschiede zwischen den Lautsprecher.
Das verbessert nicht nur die tonale Balance, sondern vor allem die Stabilität der Stereoabbildung. Manuelle Eingriffe bleiben indes weiterhin möglich und sind in der Praxis auch absolut sinnvoll, da messtechnisch linear und subjektiv neutral nicht immer dasselbe bedeuten.
Abnehmbarer Amp
Eine weitere Besonderheit ist die abnehmbare Elektronikeinheit auf der Rückseite. Sie lässt sich bei Bedarf vom Lautsprecher trennen und extern unterbringen. Das ist beim bündigem Wandeinbau absolut sinnvoll, da es ansonsten zum Hitzestau kommen würde. Gleichzeitig entkoppelt Genelec die Elektronik über Gummipuffer vom Gehäuse, was Mikrofonie-Effekte reduzieren soll.



Klassische DIP-Schalter zur Klangkorrektur gibt es bei der 1237A übrigens nicht. Die Anpassung erfolgt vollständig über GLM, weshalb das optionale Genelec Loudspeaker Manager Kit faktisch Pflicht ist. Schade in dem Zusammenhang: nicht mal ein GLM-Bypass-Taster ist an der Rückseite vorhanden.
































