Focusrite iTrack Dock Test

Praxis

Zur Benutzung des iTrack Docks ist zwingend eine Stromversorgung notwendig, da der Betrieb über den eingebauten Akkus des iPads nicht möglich ist. Das schränkt die mobile Nutzung zwar etwas ein, ist aber auch kein Beinbruch, zumal so das iPad immer geladen wird und auch Class Compliant MIDI Equipment mit über USB versorgt wird. Apropos MIDI, schade das der iTrack Dock selbst keine DIN-MIDI-Buchsen zu bieten hat.
Die eigentliche Benutzung des Focusrite iPad Halters ist allerdings wirklich einfach und auch völlig selbsterklärend, den knappen, gedruckt beiliegenden englischen Getting-Started Guide habe ich also nicht gebraucht.
Auf die mitgelieferte bzw. kostenlose App „Tape by Focusrite“ werde ich noch genauer eingehen, prinzipiell funktioniert das iTrack Dock aber natürlich auch mit jeder anderen App und das sogar mit bis zu 24 Bit/96 kHz Qualität, sofern es die App hergibt. Leider gehört „Tape by Focusrite“ momentan noch NICHT dazu. Doch dazu wie gesagt später mehr, die hier vorzufindenden Files sind allerdings allesamt mit Tape aufgenommen. Und die hören wir uns jetzt erst einmal an.

Audio Samples
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Brauner VM1 – Mono Git. AKG C414 – Mono Git. VM1/C414 – Stereo Git. VM1/C414 – Stereo Shaker

Das klingt doch gar nicht mal schlecht. Die Mitten sind gut aufgelöst, wenn auch nicht besonders detailliert. Auch die Höhen sind schön crisp, die Bässe stramm. So habe ich übrigens auch den Qualitätsunterschied zwischen dem Kopfhörerausgang meines iPad Minis und dem des iTrack-Docks wahrgenommen, wobei dieser positiverweise doch noch mal etwas lauter ausspielt. Doch zurück zu den Audiobeispielen und den Preamps. Diese bleiben weitestgehend rauschfrei, wenn man sie nicht bis zum Anschlag aufreißt. Für die meisten Anwendungen ist das Leistungsvermögen somit vollkommen ausreichend, zumal wenn man den Preis bedenkt. Um das Husten von Flöhen mit einem Bändchenmikro aufzunehmen, fehlt es dem Preamp allerdings dann doch an Puste. Trotzdem bleibt die Phantomspannung stabil und liegt bei gemessenen 45 Volt.
Ebenfalls positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass ein Aufnahmesystem, bestehend aus iPad und iTrack Dock, faktisch nebengeräuschfrei ist und somit einen entscheidenden Vorteil gegenüber herkömmlichen Lüfter-gekühlten Laptops o.ä. bietet. Gerade akustische Künstler, die sich gern selbst aufnehmen wollen, dürfte das freuen. Anderseits dürfte dieser Umstand bei Demoaufnahmen, für die das iTrack-Dock nun mal am prädestinierten ist, relativ egal sein.
Kommen wir nun zu der mitgelieferten „Tape by Focusrite“ App, die an sich ziemlich witzig gemacht ist und auch erfreulich einfach gehalten ist. So kann man beispielsweise, indem man „an den Bändern kurbelt“ vor- und zurückspulen. Aber auch ein Metronom/Click ist vorhanden und lässt sich BPM genau einstellen. Weiterhin kann man eine Software-interne Monitoring-Funktion aktivieren und mit dieser zwischen Mono-  und Stereo-Ausgabe wählen, allerdings wird der zweite Kanal bei mono dubioserweise unterschlagen.

Fotostrecke: 9 Bilder Die Tape by Focusrite App ist zwar optisch durchaus liebevoll gestaltet, im Detail allerdings ein wenig unausgereift.
Fotostrecke

Somit ist der physische DIRECT MONITOR Taster am Gerät natürlich bevorzugt zu verwenden, weil er im Gegensatz zu der Funktion der Software auch noch absolut latenzfrei arbeitet, wobei anzumerken ist, dass auch die Kombination iTrack Dock/iPad ziemlich latenzfrei ist (Low-Latency = on). Nach der Aufnahme kann man die erstellten Dateien weiterhin mit ein paar Effekten Mastering-mäßig aufhübschen, allerdings halte ich von solchen „Preset-Überstülpungen“ herzlich wenig, genau wie von der Einbindung von Plug-in Effekten vor der Aufnahme, was auch möglich ist (Vocal Channel, Vocal Channel + Reverb). Im Falle des Falles sind diese Effekte aber sicherlich besser als keine, wobei allerdings aufzupassen ist, dass die App bei der Anwendung dieser Optimierungen nicht abschmiert, was hin und wieder gerne mal passiert – immerhin sind mir dabei aber keine Files abhanden gekommen. 
Möchte man die Files exportieren, stehen übrigens folgende Optionen parat:

  • E-Mail
  • SoundCloud
  • AudioCopy
  • Mac/PC Share (iTunes)

Soweit, so gut. Allerdings wandelt Tape die erstellten Dateien IMMER um, bevor es sie verschickt und reduziert dabei nicht nur augenscheinlich die Qualität. Das ist nicht gut! Weiterhin konnte ich auch nicht feststellen oder gar einstellen, in welcher Qualität iTrack bzw. Tape nun überhaupt aufnimmt. Die Exportdateien waren jedenfalls immer im *.m4a Format, was an sich noch kein Beinbruch ist, da man diese auch einfach in *.wav umbenennen kann, allerdings wurden sie – egal welche Transfermethode ich auch wählte – in einer maximalen Qualität von 16 Bit/44,1 kHz übertragen.
Mit anderen Apps, wie Rode Rec klappt dank FTP-Upload nicht nur die Übertragung unkomplizierter und damit besser, sondern auch die Aufnahme in der für das iTrack Dock höchsten Qualität von 24 Bit/96 kHz. Weiterhin hat die Tape App aber auch noch das Problem, dass sie das iTrack Dock hin und wieder nicht erkennt. Bei der Tape App darf Focusrite also gern noch mal kräftig nacharbeiten.

Außer Rand und Band: Die kostenlose Hausmarke-App von Focusrite.
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ezywave sagt:

#1 - 14.08.2014 um 11:31 Uhr

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Hallo, das Gerät verfügt ja über eine USB- Buchse zum Anschluss von Class-Compliant Midi Controllern. Funktioniert an dieser Buchse auch Class Compliant AUDIO Interface? Da das itrack dock ja bereits ein sehr hochwertiges Audiointerface beinhaltet mag man sich fragen, warum das sinnvoll sein sollte. Mehrwert ergibt sich in dem Moment, wo man ein Class Compliant Mehrkanal-Interfaces anschliesst, zum Beispiel das Terratec Aureon USB 5.1. Damit könnte ma in Verbindung mit der App DJAY in Stereo vorhören. In der Konstellation mit dem iTrack dock ohne extra gefummel mit einem powered USB Hub und das iPad wird parallel auch geladen. Hat das mal jemand ausprobiert?

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Felix Klostermann sagt:

#2 - 14.08.2014 um 15:00 Uhr

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Hallo ezywave, ich habe es gerade mit dem Apex Microphone-X ausprobiert - das funktioniert nicht. Ich hoffe das hilft dir weiter. LG, felix

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