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FGN Neo Classic LS Relic Goldtop Test

Der japanische Gitarrenbauer Fujigen gehört zu den Großen des Gewerbes, und viele von uns spielen seine Instrumente, ohne sich dessen bewusst zu sein. Seit Anfang der Sechziger Jahre gibt es ihn, und seit 1972 lassen so renommierte Marken wie Ibanez und seit 1982 auch Fender ihre Gitarren dort unter ihrem eigenen Label herstellen. Dass man bei Fujigen weiß, wie gute Gitarren gebaut werden, steht also außer Zweifel. Aber dass auch unter eigenem Namen Instrumente vertrieben werden, hat immer noch Geheimtippstatus. Zugegeben, auch mir sagte das Kürzel FGN, das die Gitarren der Japaner ziert, bis vor einigen Tagen recht wenig. Das allerdings hat sich seit diesem Test gründlich geändert! Die FGN Neo Classic LS Relic Goldtop, die ich aus der Verpackung schäle, hat alles, was man sich von einer solchen Gitarre wünscht. Und das nicht nur optisch.

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DETAILS
Ganz schön ramponiert sieht sie aus! So, wie eine Gitarre halt aussieht, die ihr bisheriges Leben mitten im Rock ‘n’ Roll verbracht hat. Mit anderen Worten, richtig gut! Der braune Formkoffer, in dem sie zu Hause ist, macht einen sehr stabilen und mit seinem roten Samtpolster zudem einen recht edlen Eindruck.
Während der ersten paar Minuten, die ich mich mit der Gitarre beschäftigte, musste ich mehrfach genau hinschauen, um mich zu vergewissern, dass ich nicht etwa doch ein altes Originalschätzchen in den Händen halte. Die Zutaten sind altbekannt, Mahagonikorpus mit aufgeleimter Ahorndecke, Mahagonihals mit Palisandergriffbrett, also alles wie gehabt. In unserem Fall ist die Decke mit goldenem Nitrolack veredelt. Die Waage zeigt 4,2 Kilo an, ein Gewicht, das sich am Gurt durchaus bemerkbar macht.

Als Tonwandler dienen VIN und VIN+ Humbucker von Harry Häussel, die mit ihren Nickel-Kappen in cremeweißen Rähmchen ruhen. Auch das Binding und das kleine Schlagbrett sind im gleichen Cremeweiß gehalten, was wunderbar mit der goldenen Decke harmoniert.
Die Saiten werden in eine Tone Pro Tune-o-Matic Brücke gefädelt und am anderen Ende von Grover/Gotoh-Mechaniken in Stimmung gebracht. Dazwischen befindet sich der eingeleimte Hals mit Palisandergriffbrett und 22 perfekt eingelassenen, entgrateten und polierten Medium-Jumbo-Bünden. Der Orientierung dienen wie beim klassischen Vorbild Blockeinlagen, und schließlich kommt als Sattel ein Exemplar von Graph Tech zum Einsatz.
Schaut man sich das Gesamtpaket an, wird klar, dass man sich hier viele Gedanken darüber gemacht hat, wie man einen Klassiker optimieren kann. Bei unserer Testkandidatin handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Vertrieb M&T in Marburg und FGN, die darin mündete, dass nicht nur ein deutscher Pickup-Hersteller zum Zuge kam, sondern mit Siggi Braun aus München einer der renommiertesten deutschen Gitarrenspezialisten. Er hat sich um die Einstellung der Gitarre, die Lackierung, das Tuning und das Aging gekümmert, und das mit einem erstklassigen Ergebnis.
Ich zähle mich – wie die meisten unter uns – zu den Gitarristen, die eine gute Gitarre mit allen Sinnen erfahren. Und diese sieht nicht nur aus, als wäre sie 50 Jahre lang bei Wind und Wetter ohne Koffer zum Gig und wieder zurück getragen worden, nein, sie riecht sogar so! Kein Scherz! Frische Nitrolackierungen riechen meist recht deutlich, doch obwohl die Gitarre neu ist, duftet sie sogar alt. Es ist ein ehrlicher, erdiger Geruch, der sofort ein wohliges Gefühl in mir aufsteigen lässt.

Ich weiß, dass Aging das Gitarristenlager spaltet, und ich muss zugeben, dass viele auf alt getrimmte Gitarren wirklich schlimm aussehen. Aber in diesem Fall gibt es nichts zu mäkeln, die Arbeit ist meisterhaft ausgeführt und das Ergebnis brillant. Der Nitrolack hat die alterstypischen Haarrisse, selbst die Rückseite mit dem verblichenen Holz wirkt derart realistisch, dass ich ins Grübeln kam. Einzig der GraphTech-Sattel sticht etwas heraus, er ist an den Seiten noch zu “neu“, sprich, er besitzt noch Kanten. Es stimmt, dass ich nach der bisherigen Begutachtung schwer beeindruckt bin und deshalb wohl auch die ganz feine Sicherung eingeschaltet habe, aber ich denke, dass bei einem Instrument für runde 3000 Euro dann auch eine solche Kleinigkeit erwähnt werden sollte.
Dass ich, was die Optik angeht, nicht völlig vorurteilsfrei an diese Gitarre herangehen kann, liegt an meinem Faible für Gold Tops. Und dass in diesem Fall die Relic Master ziemlich genau meinen persönlichen Geschmack trifft, sieht man mir hoffentlich nach.
Völlig ohne Vorurteile geht es jetzt an den Amp, wo sie zeigen muss, ob ihre klanglichen Fähigkeiten mit ihrem attraktiven Äußeren mithalten können.

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Profilbild von Stefan

Stefan sagt:

#1 - 28.08.2012 um 11:17 Uhr

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Hm, das Aging sieht auf den Bildern irgendwie ziemlich gewollt und nicht gekonnt aus. Im Zeugnis würde wohl stehen "hat sich bemüht seiner Arbeit gerecht zu werden". Da gibt es Leute die "agen" deutlich realistischer. Florian Jäger zum Beispiel.http://www.lespaulforum.com...

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Achim sagt:

#2 - 28.08.2012 um 19:09 Uhr

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Mit Interesse habe ich den Testbericht gelesen und ich muss gestehen das ich aufgrund der Optik dieser Gitarre diese in einem bezahlbaren Segment gesehen habe, als Alternative z.B. zu einer Gibson Les Paul Studio 50`s Tribute. Aber als ich den Preis von € 3.000,00 gesehen habe da hat es mich aus den Socken gehauen, da hilft auch das im Lieferumfang enthaltene Relic Master T-Shirt nix :-) Wer € 3000,00 für eine Gitarre ausgibt der wird sicherlich, trotz des guten Testergebnisses, nicht zu diese Gitarre kaufen.

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Hans sagt:

#3 - 29.08.2012 um 19:39 Uhr

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Hm ... ;-)Aging im Bezug auf ein Musikinstrument erinnert mich an tief sonnenbankgebräunte Mitmenschen, welche besonders im Winter mit ihrer künstlich gegerbten Haut im Vordergrund stehen. Eine * ehrlich gealterte * Gitarre bietet garantiert mehr tief emotionales an, als ein Paula Nachbau im Aging Trim, ... und sei es nur das feeling jemanden jahrzehnte begleitet zu haben. Mich begleitet seit über 30 jahren eine Guild S 275 ( Prototyp Seriennummer LL 100105 ) ... und die bricht Herzen ... :-)Freundliche Grüße in die Runde, Hans

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Tobi sagt:

#4 - 29.11.2012 um 19:41 Uhr

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Das ist das schlechteste Relic, das ich bisher gesehen habe.

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bagotrix sagt:

#5 - 01.12.2012 um 14:16 Uhr

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Man kann es nicht anders sagen - das ist kein Relicing, sondern Pfusch. Die Kratzer auf dem Schlagbrett haben z.B. nichts mit Spielspuren eines Plektrums gemein, sondern sind sofort als willkürliche Kratzer erkennbar. Das Gleiche gilt für die auf der Rückseite, die wohl Gürtelschnallenspuren sein sollen, aber mit viel zu spitzen Gegenständen eingeritzt wurden. Und wie soll bitte der Lackabplatzer IM Cutaway zu Stande gekommen sein? Übel auch die Riefen unter dem Potiknopf - wo höchstens bei langem Gebrauch der Lack weich abgetragen werden kann. Da muss wohl 20 Jahre lang eine Dame mit French Nails drauf gespielt haben... Fazit: Mag eine tolle Gitarre sein, aber schade um den extra aufgetragenen Nitrolack.

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Sylke sagt:

#6 - 20.02.2014 um 00:45 Uhr

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Hab mir so eine Gitarre zugelegt und kann nur sagen, das Aussehen mag zwar nicht jeden Geschmack treffen, aber der Sound, die Verarbeitung, das Ansprechverhalten und die Bespielbarkeit sind genial. Vielen Dank an FGN und Siggi Braun.

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Dorni sagt:

#7 - 08.09.2014 um 16:38 Uhr

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Ich denke in dem Preissegment in dem sich diese Gitarre bewegt wird sie es schwer haben. Natürlich muss hier das Aging als "Handwerk" auch bezahlt werden. Trotzdem dürfte das Preis-Leistungsverhältnis als kritisch betrachtet werden. O. k., wenn jemand extrem auf das Outfit steht kann es genau das Richtige für denjenigen sein. Ich für meinen Teil würde zur LS 10 greifen, da sind 2000 € gespart und die Performance sicher nicht gravierend schlechter. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob die LS 10 an meine Gibson LPJ für 300 € weniger herankommen würde.

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daion sagt:

#8 - 28.02.2015 um 16:44 Uhr

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Selten so ein miserables Relicing gesehen. Schade um die ansonsten großartige FGN.

Kommentare vorhanden
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