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21.10.2020

Casio GP-510 Celviano Grand Hybrid Test

Digitalpiano

Wie viel Flügel kann ein Digitalpiano sein?

Mit den Modellen GP-510 und GP-310 frischt Casio deren beliebte Digitalpiano-Serie „Celviano Grand Hybrid“ auf. Für die Neuauflage wurden vor allem das Lautsprecher-System und die Anschlagdynamik der Tastatur überarbeitet. Die Oberklasse-Modelle wurden - wie bereits ihre Vorgänger GP-500/300 und GP-400 - in Zusammenarbeit mit dem renommierten Berliner Klavierhersteller Bechstein entwickelt. Mit dieser Art von Kollaboration setzt sich Casio auf dem Papier von Konkurrenten wie Yamaha oder Roland ab – aber macht sich das auch in der Praxis bemerkbar? Wir haben das große GP-510 Celviano Grand Hybrid für euch getestet.

Details

Äußeres / Erscheinung

Das Digitalpiano vermittelt auf Anhieb einen sehr hochwertigen Gesamteindruck. Die edel glänzende, schwarze Politur des GP-510, die robuste Verarbeitung und nicht zuletzt das gold-schimmernde „Bechstein“-Logo an der Vorderseite lassen keine Zweifel aufkommen, dass wir es hier mit einem Spitzenklasse-Instrument zu tun haben. Das GP-510 Grand Hybrid ist ausschließlich in schwarz poliert erhältlich, das kleinere Geschwisterchen GP-310 gibt es in schwarz oder weiß satiniert. Das Gehäuse setzt mit 1434 x 489 x 963 mm (B x T x H) und stolzen fast 80 kg Kampfgewicht voll auf Flügel-Feeling: So gibt es einen kleinen, aber feinen „Flügel-Deckel“, der sich in verschiedenen Höhen einstellen lässt. Darunter befindet sich eine transparente Fläche, durch welche man die Hammermechanik des GP-510 beobachten kann – sehr charmant. Hinzu kommen die klassisch Bordeaux-roten Filz-Verkleidungen, sodass man hier wirklich sehr stark und eindrucksvoll das Gefühl vermittelt bekommt, tatsächlich vor einem Flügel zu sitzen, dessen Korpus einfach nur sehr stark gestutzt wurde. Dieses Gefühl zu vermitteln, ist sicherlich die hohe Disziplin aller Digitalpiano-Hersteller, sie gelingt aber nur wenigen.

Anschlüsse zur Außenwelt

Bis auf die zwei Kopfhörer-Anschlüsse an der Vorderseite befinden sich alle Anschlüsse an einem Panel, das unter dem Piano-Spieltisch positioniert wurde. Wahrscheinlich aus optischen Gründen? Denn aus praktischer Sicht ist es eher lästig, unter der das Piano zu kriechen und im Dunkeln nach der richtigen Buchse suchen zu müssen. Dennoch finden sich hier die gängigen Anschlüsse wie Stereo Line In/Out, MIDI In/Out, USB to Host und USB to Device. In der Tastatur-Region befindet sich außerdem ein Anschluss für USB-Sticks, auf welche sich das Klavierspiel direkt aufnehmen lässt. Die Stromversorgung läuft über das mitgelieferte 24V DC-Netzteil. Das Dreifach-Pedal ist intern verbaut und bereits angeschlossen.

Tastatur

Die Tastatur ist neben Klang und Optik die dritte wichtige Säule bei Digitalpianos. So ist die „Natural Hammer Grand Action“ eine eigene Entwicklung von Casio. Wie bei einem traditionellen Flügel handelt es sich ebenfalls um eine liegende Mechanik mit Gegengewichten und Hämmern. Allerdings sind Hämmer und Hammerköpfe der Mechanik aus wartungsfreiem Kunststoff statt Filz. Ganz anders verhält es sich bei den Tasten: Hier kommen die gleichen Materialien - Hölzer und Beschichtungen - zum Einsatz wie bei Instrumenten aus dem Hause Bechstein. Das führt in Sachen Haptik und Gewichtung zu einem sehr „flügel-nahen“ Spielgefühl. Eine echte Bechstein-Tastatur mag konstruktionsbedingt etwas schwerer gewichtet sein. Für meinen Geschmack hat Casio hier jedoch einen angenehmen Kompromiss aus Schwergängigkeit und Leichtigkeit gefunden. Leider ist trotz des stolzen Preises und dem Flügel-Fokus keine Druckpunkt-Simulation vorhanden, was bei der Konkurrenz schon bei günstigeren Modellen mittlerweile Standard ist. Gerade bei den Klavierklängen spürt man dennoch das optimierte Anschlagverhalten der Tasten, wodurch von pianissimo bis fortissimo diverse Dynamik-Facetten abgedeckt werden können.

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