Test
5
28.01.2020

Behringer BDJ 1000 Test

DJ-Kopfhörer

Geschlossen, preiswert, gut?

Geiz ist geil! Das hat sich wohl Behringer auch beim neuesten BDJ 1000 auf die Fahne geschrieben. Für gerade einmal 16 Euro schickt der Hersteller einen geschlossenen DJ-Kopfhörer aufs Spielfeld, mit dessen nominellen Eigenschaften er eigentlich auch in einer höheren Preisliga spielen könnte. Denn der ohraufliegende Kopfhörer spricht optisch an, überzeugt mit einer soliden Verarbeitung, dazu kokettiert er mit 57 mm großen dynamischen Treibern, die einen überdurchschnittlichen Frequenzgang übertragen sollen. Kabel und Ohrpolster sind zwar nicht austauschbar, aber im Verschleißfall leistet man sich einfach einen neuen Kopfhörer. Bleibt die wichtigste Frage offen, wie er sich in den Königsdisziplinen Tragekomfort und Klang macht.   

Details

Wurde an der  Qualität des BDJ 1000 gespart oder nur am Preis? Um diese Frage zu klären, schaue ich bei der ersten Inspektion bereits etwas genauer hin. Das schwarz-anthrazite Wechselspiel steht dem Kopfhörer sehr gut, er wirkt dadurch nicht eintönig im doppelten Sinne. Schließlich wurden nicht plump Farbakzente gesetzt, sondern mit dem schwarzen Ring auf der Kapsel, der durch einen silbergrauen Balken samt dezenten vertikalen Schriftzug durchbrochen wird, bekomme ich zumindest haptisch das Gefühl, hier wurde nicht aus einem Guss gefertigt.

Gleiches gilt auch für den Bügel. Links und rechts schließen zwei anthrazitfarbene, an der Innenseite verschraubte Manschetten an, die das schwarze recht schmal gefasste Kopfband mit auffälligem Behringer-Branding an der Oberseite einrahmen.

Der gesamte Kopfhörer ist aus robustem und leichtem Plastik gefertigt und wirkt daher für mich sehr handlich, obwohl er 385 g wiegt, deutlich mehr als andere Modelle gleicher Größe. 

Allerdings beachtet bei diesem den Vergleich das integrierte Kabel. Bei einer ansteckbaren Strippe fließt diese nicht mit in die Gewichtsangabe ein, das beim BDJ 1000 fest mit der Kapsel verbundene Kabel schon. Satte 4 m Länge schafft das sehr robust wirkende Spiralkabel mit Mini-Jack samt angedockten 6,3 mm Klinkenadapter im ausgezogenen Zustand.

Den Tragekomfort beeinflusst auch die Polsterung. Der Bügel tangiert förmlich den Kopf, das Schaumstoffband mit Kunstlederüberzug wirkt von seiner Länge zwar etwas mickrig, von der Dicke aber sehr fluffig. Letzteres gilt auch für die sehr großen runden, nicht austauschbaren Earpads, die mit ihrem gepolsterten ovalen Kunstlederring das Ohr sehr weich umschließen.

Für den perfekten Sitz der geschlossenen Kapseln und zur effizienten Signalübertragung und Abschirmung sorgen zwei in zwölf Stufen ausziehbare, einrastende Bügelverlängerungen, dazu die horizontal um 180 Grad drehbare Kapselaufhängung. Mit einem Kugelscharnier als Bindeglied zwischen Aufhängung und Bügel klappt man die Muscheln platzsparend und schützend in den Bügel, andererseits lassen sich die Kapseln für einseitiges Monitoring 90 Grad um die vertikale Achse drehen.

Spezifikationen Bei dem nur in englischer Sprache beigelegten Quick-Start-Guide unterscheidet der Hersteller irreführenderweise zwischen verschiedenen Frequenzgängen. In den Unique-Selling-Points bewirbt Behringer den Kopfhörer zwar mit überragenden 10 bis 30.000 Hz. Aber in den Specs reduziert der Hersteller seine Angaben auf einen eher durchschnittlichen und dem vom Ohr wirklich wahrgenommenen Übertragungsbereich von 20 bis 20.000 Hz. Letztlich spielen diese Zahlen eh nur eine untergeordnete Rolle und entscheiden nicht zwangsmäßig das subjektive Gefallen des Kopfhörerklangs. 

Die Empfindlichkeit ist mit 107 dB angegeben, die Impedanz mit 64 Ohm. Angaben zur maximalen Belastbarkeit verschweigt Behringer gänzlich, was aber der folgende Praxistest ans Licht bringen wird.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare