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31.10.2017

Zoom LiveTrak L-12 Test

Digitales Mischpult und USB-Interface

Smarter Alleskönner

Der Papierform nach ist der LiveTrak L-12 eine interessante Kombination aus USB-Audiointerface, Livemixer und Stand-alone-Rekorder. Auf dem ersten Blick würde man dem kompakten Gerät kaum eine derartige Funktionsvielfalt zutrauen: Zwölf Eingangskanäle, Effektsektion, fünf Monitorwege und die Möglichkeit, alle Eingangssignale einzeln über das eingebaute USB-Interface aufzuzeichnen – das ist schon eine Ansage. Wir lesen das Kleingedruckte und testen das Gerät auf Herz und Nieren.

Details

Widmen wir uns dem Lieferumfang. Neben dem LiveTrak gibt es eine Kurzanleitung, ein USB-Kabel und ein externes Netzteil. Eine SD-Karte muss zusätzlich erworben werden. Das kompakte Kunststoffgehäuse ist gut verarbeitet und übersichtlich strukturiert.

Auf der linken Seite befinden sich zwölf Eingänge. Kanal 1 - 8 sind mikrofontauglich, wobei die ersten beiden Kanäle auch den Anschluss von Bass und E-Gitarren (Hi-Z) erlauben. Die Kanäle 9/10 und 11/12 sind stereo ausgelegt und bieten wahlweise Klinken- oder Cinch-Eingänge. Die Mikrofonkanäle verfügen über Gain-Potis samt Pad-Taster; für Kondensatormikrofone steht eine in Viererblöcken schaltbare Phantomspeisung bereit. Die Kanäle 1 - 8 besitzen zudem einen Ein-Knopf-Kompressor.

Über den Select-Taster lässt sich in jedem Kanal ein digitaler Channelstrip aktivieren. Dieser verfügt über einen dreibandigen EQ mit semi-parametrischen Mitten, Low Cut, Pan-Poti und FX-Send-Encoder. Auf der rechten Seite notieren wir gleich fünf Kopfhörerausgänge, die das Summensignal oder bis zu fünf unabhängige Monitormixe ausspielen.

Darunter residiert die Steuerung des SD-Card-Rekorders, der die Aufnahme von 14 Spuren erlaubt (12 Eingangskanäle + Stereosumme). Verwaltet wird das Gerät über ein LC-Display. Ein Push-Encoder führt den Anwender durch das übersichtliche Menü. 

Kopfhörermixe und Szenensteuerung

Um einen der fünf Kopfhörermixe zu erstellen, wählt man den entsprechenden Bus (Master oder Bus A bis Bus E) über die Fader-Mode-Taster. Die Mixe werden dann ähnlich dem bekannten Sends-on-Fader-Mode erstellt und über die korrespondieren Kopfhörerausgänge in der Monitor-Out-Sektion ausgespielt. Da der Kandidat keine Motorfader besitzt, zeigen die Meteranzeigen beim Wechsel der Monitorbusse die Einstellungen für einige Sekunden an, bis sie wieder ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen. Mit etwas Eingewöhnungszeit navigiert man sicher durch die entsprechenden Mixe und gelangt schnell zu einem ansprechenden Ergebnis.

Spielt man in mehreren Bands oder arbeitet an unterschiedlichen Projekten, dann dürfte die eingebaute Szenensteuerung ein willkommener Helfer sein. Auch hier gilt die Devise: einfach aber effektiv. Über die On-Taste wird die Szenensteuerung aktiviert. Neun Speicherplätze stehen zur Verfügung, deren Verwaltung gelingt über die Taster Save und Recall.

Spezialeffekte

Der LiveTrak stellt 16 Hall- und Delay-Algorithmen zur Auswahl. Diese lassen sich über zwei Encoder (Tone und Time sowie Decay und Feedback) verfeinern. Über den Channelstrip wird der Effektanteil für jeden Eingangskanal über den Send-EFX-Encoder zugemischt. Dem Effekt-Return wurde sogar einen eigener Fader samt Meteranzeige und Mute-Taste spendiert. Schade allerdings, dass in der Effektsektion Modulationseffekte wie Chorus und Flanger fehlen.

In den Audiobeispielen findet ihr neben der Hall- und Delay-Abteilung zwei Soundfiles (Vocals und Drums), welche die Arbeitsweise der Ein-Knopf-Kompressoren demonstrieren. Hier wird die Kompression nach und nach auf 100 Prozent und wieder zurück gemischt, so dass die Arbeitsweise des Kompressors deutlich zu hören ist.  

Recording

Der LiveTrak L-12 kann am Mixer anliegenden Signale auf zweierlei Weise aufnehmen: Über das eingebaute USB-2.0-Audiointerface lässt sich der L-12 mit einer DAW verbinden. Für macOS und Windows werden Treiber benötigt, in einem speziellen Class-Compliant-Modus arbeitet es auch treiberlos mit iOS-Geräten zusammen.

Noch einfacher ist es, alle Spuren mit dem eingebauten SD-Card-Rekorder aufzuzeichnen. Der Menüpunkt „SD Card Remain“ verrät jederzeit den verfügbaren Restspeicherplatz. Aufnehmen lassen sich die zwölf Eingangskanäle und die Stereosumme im Wave-Format. Der Recorder erlaubt es außerdem, Projekte/Songs anzulegen, ein Metronom über die Kopfhörer auszuspielen und Aufnahmen mit Overdubs zu vervollständigen.

Das gut ablesbare Display des Recorders zeigt die wichtigsten Parameter (z. B. Songlänge) an. Sollte der LiveTrak L-12 nicht im gleichen Raum wie die Musiker stehen, ist die Kommunikation zwischen Aufnahme- und Regieraum über das eingebaute Talkback-Mikrofon möglich. Ein Rundum- Sorglos-Recording-Paket.

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