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Test
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31.05.2021

Yamaha PSR-SX600 Test

Entertainer Keyboard

Der Mini-Genos für Einsteiger und Profis

Das aktuelle Yamaha PSR-SX600 Entertainer-Keyboard löst den Vorgänger PSR-S670 ab und ist damit das neue Einstiegsmodell in die Klasse der “Digital Workstations”, deren Flaggschiff der Yamaha Genos ist. Das PSR-SX600 bietet 850 Sounds, 415 Styles, einen Mikrofon-Eingang und viele Live-Control-Möglichkeiten, die sofortigen Spielspaß ermöglichen. Als kleinstes Modell der Yamaha PSR-SX-Serie richtet sich das mit ca. 600 € recht günstige Instrument trotzdem auch an professionelle Anwender, die auf hohe Klangqualität Wert legen, aber auf die zusätzlichen Features der wesentlich teureren und größeren Modelle verzichten können.

Unterhalb des Genos bietet Yamaha mit PSR-SX900, -SX700 und -SX600 drei Modelle, die in stark unterschiedlichen Preisregionen liegen. Das neue PSR-SX600 kostet weniger als ein Sechstel des Genos, ist aber eindeutig aus demselben Holz geschnitzt. Das Keyboard verfügt über eine ähnliche Benutzeroberfläche und viele Sounds und Styles ähneln denen des großen Bruders. Ein paar Features sind jetzt sogar im PSR-SX600 enthalten, die noch nicht einmal im Genos vorhanden sind: Die UNISON-Funktion im Style Setting ermöglicht es beispielsweise, dass die Begleitinstrumente des Arrangers die gespielte Melodie der rechten Hand unisono mitspielen. Ein cooles Feature, um bestimmte Phrasen während der Performance mehr zu betonen. Ein weiterer Clou: Der USB-Port überträgt MIDI und Audio (!) in beide Richtungen. Schließt man das PSR-SX600 über USB an ein Smartphone an, so kann man mit der kostenlosen Yamaha App “rec´n´share” Videos machen, bei dem das Audiosignal des Keyboards digital übertragen wird. Wie groß die Unterschiede zum Vorgängermodell PSR-S670 sind und ob sich der Umstieg lohnt, soll dieser Test zeigen.

Details

Erster Eindruck

Das Instrument ist recht kompakt, wiegt nur 8,1 kg und ist leicht zu tragen. Das Gehäuse wurde komplett vom Vorgänger PSR-S670 übernommen, und besteht hauptsächlich aus schwarzem Kunststoff. Die Unterseite besitzt eine hölzerne Grundplatte und die Abdeckungen der Lautsprecher sind aus lackiertem Metall-Geflecht. Das Design fällt auf durch die seitlichen Bassreflex-Öffnungen, die dem Instrument mehr Druck im tiefen Frequenzbereich geben. Das Bedienfeld zeigt sich im direkten Vergleich zum PSR-S670 nahezu unverändert, einige Tasten haben allerdings eine neue Beschriftung erhalten. Anstelle des monochromen 4,3“-Displays bietet das PSR-SX600 ein Farbdisplay gleicher Größe. Es zeigt jetzt im Main-Menü hauptsächlich die Farben orange und blau, genau wie die LEDs der beleuchteten Taster. Diese Farbgebung hat das PSR-SX600 vom Genos übernommen.

Bedienfeld

Da im Gegensatz zum Genos oder den größeren Modellen beim PSR-SX600 kein Touch-Display verbaut ist, muss die Bedienung weiterhin vollständig über Bedienelemente geschehen. Dadurch konnte die Anzahl der Taster nicht reduziert werden. Das Display wäre in dieser Größe aber auch zu klein für ein Touch-Display gewesen, da man die Felder des Bildschirms mit den Fingern nicht exakt treffen würde. 

So muss man alle Funktionen entweder direkt mit den entsprechenden Tastern aktivieren, oder man wählt das entsprechende Feld auf dem Display mit den Cursor-Tasten oder dem Datawheel aus und bestätigt mit ENTER. Dadurch ist das Frontpanel relativ überfrachtet mit 117 (!), zum Teil recht kleinen Tastern. Das war aber auch beim Vorgänger schon so.

Links neben dem Einschaltknopf und dem MASTER VOLUME Drehregler liegen zunächst die beiden LIVE CONTROL Regler, deren Parameter-Zuweisung über den ASSIGN-Taster umgeschaltet werden kann. Der Arranger besitzt sieben STYLE-Taster, die verschiedene Musikstile abdecken, von Pop&Rock bis World. Die gesamte Steuerung der Begleitarrangements erfolgt über etwas größere Taster direkt über der Klaviatur, die wie beim Genos blau leuchten und bei Aktivität orange leuchten oder blinken. Mit den SONG CONTROL-Tastern können MIDI-Songs aufgenommen und abgespielt werden. Wichtige Menüs wie SONG FUNCTION, USB AUDIO PLAYER, PLAYLIST (beim S670 noch „MUSIC FINDER“) und MIXER werden durch entsprechende Taster aufgerufen. Übrigens besitzt das PSR-SX600 im Gegensatz zum Vorgänger jetzt die STYLE SECTION RESET Funktion. Man kann durch Betätigen der Taste RESET/TAP TEMPO den Style während der Wiedergabe unmittelbar wieder auf den ersten Taktschlag zurücksetzen.

In der Mitte, direkt unterhalb des Displays liegen 16 Bedientaster zur Navigation auf dem Display, rechts daneben das Datenrad, vier Cursor-Tasten und die Taster YES (+), NO (-), EXIT und ENTER. Mit MENU gelangt man zu einer zweiseitigen Übersicht, in der wichtige Untermenüs aufgeführt sind. Zum Blättern von einem Reiter zum nächsten innerhalb eines Untermenüs gibt es die TAB-Taster. Die acht großen REGISTRATION MEMORY Taster liegen gut erreichbar direkt über der Klaviatur, zusammen mit Tasten zur Anwahl der Register-Bank und zum Speichern einer Registration. Auf der rechten Seite dreht sich alles um die gespielten Sounds. Die 10 VOICE-Kategorien wurden im Vergleich zum Vorgänger leicht geändert, dazu später mehr. Nach wie vor gibt es vier ONE TOUCH SETTINGS, um schnell zum Arrangement passende Klänge zu finden.

Über die PART SELECT und PART ON/OFF Taster werden Klänge ausgewählt und aktiviert. Das PSR-SX600 hat zwei RIGHT und einen LEFT Part, während die größeren Modelle drei RIGHT Parts übereinanderlegen können. Mit den vier MULTI PAD CONTROL Tastern können Audio- oder MIDI-Phrasen eingeflogen werden. Der kleine MIC SETTING Taster ganz rechts öffnet das Menü, in der Mikrofoneinstellungen vorgenommen werden können. Diese Taste diente beim Vorgänger der USB-Datenverwaltung. Eine weitere kleine Änderung erkennt man darunter bei den VOICE EFFECT Tastern. Die Taste DSP zur Aktivierung des digitalen Effektprozessors ist jetzt ganz rechts außen gewandert und die VARI-Taste ist jetzt durch die SUSTAIN-Taste ersetzt worden. Schade, denn dadurch muss man jetzt beispielweise die Geschwindigkeit des Rotary-Effekts mit dem Fuß umschalten. Das funktionierte beim PSR-S670 auch durch diese Taste.

Pitchbend- und Modulationsrad sind wie gewohnt links neben der Tastatur platziert. Yamaha hat die Griffigkeit dieser Spielhilfen im Vergleich zum Vorgänger erhöht. Bei den größeren PSR-SX-Modellen und beim Genos gibt es an dieser Stelle einen Joystick. 

Anschlüsse

Neben dem Stereo-Kopfhörer-Anschluss (große Klinke) und dem Line-Output in Form zweier Klinkenbuchsen liegen zwei Audio-Eingänge: Ein Aux-Eingang in Form einer Stereo-Miniklinkenbuchse und ein Mikrofoneingang (große Klinke). Der Vorgänger bot an Stelle des Mikro-Anschlusses einen Drehknopf zur Einstellung des Display-Kontrasts.

Neben dem externen Netzteil können zwei Pedale angeschlossen werden. Neben Sustain, Volumen und vielen anderen Parametern kann einem Pedal auch der neue UNISON Effekt für die Style-Steuerung zugewiesen werden. Dazu mehr im Praxis-Teil.

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