Hersteller_Yamaha EK_Einsteiger_Keyboard EK_Anschlagdynamik
Test
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15.06.2015

Praxis

Tastatur

Die Tastatur besteht aus 61 ungewichteten Tasten mit Anschlagdynamik. Die schwarzen Tasten sind wie beim PSR-E253 aus mattem Kunststoff, der sich auch etwas rauer und griffiger anfühlt als die weißen Tasten. Daran muss man sich vielleicht kurz gewöhnen, aber für mein Empfinden leidet das Spielgefühl nicht wirklich darunter. Die Klaviatur spielt sich für ein Einsteiger-Keyboard sehr gut und lässt sich recht differenziert kontrollieren, hier hat Yamaha meiner Ansicht nach gegenüber der Konkurrenz recht deutlich die Nase vorn. Trotz Anschlagdynamik eignet sich die Tastatur natürlich nicht für virtuose pianistische Ansprüche, aber für ein günstiges Keyboard gefällt sie mir richtig gut. Die Anschlagdynamik lässt sich in drei Stufen anpassen oder auf Wunsch auch deaktivieren.

Klangfarben (Voices)

573 Voices warten im PSR-E353 auf ihren Einsatz – das sind noch einmal 23 mehr als beim Vorgänger. Der einzige wirklich erwähnenswerte Neuzugang ist aber das Sweet!Tenor Sax, das es bisher nur bei größeren Yamaha Keyboards gab. Die übrigen Neuheiten umfassen einige zusätzliche Instrumente der World-Kategorie wie Bansuri, Shenai und Gopichant sowie eine Reihe von Arpeggio-Voices, die eine Klangfarbe mit einem Arpeggiator-Pattern kombinieren. Unter Letzteren findet man zum Beispiel Gitarren-Pickings und Basslines.

Das übrige Angebot geht wie üblich einmal quer durch den Garten. Bei fast 600 Klangfarben wird wirklich kaum etwas ausgelassen und die Soundliste enthält das eine oder andere Instrument, von dem wohl die wenigsten schon einmal gehört haben dürften. Im Vergleich zu Yamahas günstigeren Keyboards ist das PSR-E353 deutlich besser mit modernen Synthesizer-Sounds ausgestattet. Auch die komplette XGlite-Klangpalette ist an Bord, was für eine reibungslose Wiedergabe von MIDI-Files sorgen soll. Für ein Einsteiger-Keyboard finde ich die Qualität der Klänge zumeist überzeugend, auch wenn man natürlich nicht den gleichen Realismus erwarten darf, wie ihn Oberklasse-Keyboards bieten. Hier hört ihr ein paar Beispiele:

Das PSR-E353 bietet sowohl eine Split- als auch eine Layer-Funktion, sodass man bis zu drei Klänge kombinieren kann – einen in der linken und zwei in der rechten Hand. Der Splitpunkt ist im Funktionsmenü einstellbar. Hier kann man auch die Lautstärken der drei Sounds und der Begleitautomatik anpassen und die Effektanteile für die drei Parts getrennt regeln.

Apropos Effekte: Mit einem Hall (neun verschiedene Typen) und einem Chorus (fünf Typen) lassen sich die Sounds verfeinern. Dieser Effektprozessor ist in Yamahas Einsteiger-Keyboards nun schon seit langer Zeit praktisch unverändert und kann sich in dieser Preisklasse immer noch gegen die Konkurrenz behaupten. Profi-Effekte darf man hier nicht erwarten, aber für ein günstiges Keyboard kann man sich auch nicht beschweren.

Zusätzlich gibt es den ominösen „Ultra-Wide-Stereo“-Effekt, der mittels einiger psychoakustischer Tricks den Stereoeindruck vergrößern soll und meiner Ansicht nach entbehrlich ist. Er erzeugt merkwürdige Phasenverschiebungen und „verschlimmbessert“ den Klang eher, als sich positiv auszuwirken.

Ein praktisches Feature ist hingegen der Master-Equalizer, mit dessen sechs Presets man den Klang an die integrierten Lautsprecher, Kopfhörer oder verschiedene Räumlichkeiten anpassen kann. Die automatische Harmonisierung fügt der Melodiestimme auf Wunsch automatisch weitere Stimmen hinzu, in Abhängigkeit von den in der linken Hand gespielten Akkorden. Dafür gibt es zahlreiche Presets vom Duett bis hin zum mehrstimmigen Satz, auch Triller und Arpeggio-Patterns lassen sich mit der Funktion erzeugen.

Styles

Auch die Liste der Begleitrhythmen wurde abermals erweitert – aus den 136 Styles des Vorgängers sind beim PSR-E353 158 Rhythmen geworden. Neuzugänge gibt es vor allem in den Bereichen Rock (z.B. Stadium Rock, 70s Rock, Folk Rock), Dance (z.B. Retro Club, US Hip Hop) und Latin. Das restliche Angebot ist breit gefächert, neben den Standards aus den Bereichen Pop, Rock, Dance, Latin, Ballroom, Jazz und Country findet man hier auch einige „Pianist Styles“, also Klavierbegleitungen. Alle Styles bieten zwei Variationen mit Fill-Ins, ein Intro und ein Ending, wie es in dieser Klasse Standard ist.

Die Rhythmen entstammen Yamahas reichhaltigem Portfolio, man findet sie auch in höherklassigen Keyboards des Herstellers. Hier wurden sie an die Klangpalette des PSR-E353 angepasst, weshalb der gleiche Rhythmus hier nicht ganz so ausgefeilt klingt wie beispielsweise in einem Keyboard der PSR-S-Serie, aber deutlich besser als etwa beim PSR-E253. Die Styles sind Yamaha-typisch geschmackvoll und stilsicher programmiert und klingen sehr gut, was auch an den knackigen Drumsounds liegt. Die Gesamtlautstärke der Begleitautomatik ist regelbar, das Mischungsverhältnis der einzelnen Begleitspuren (Drums, Bass, Chords etc.) lässt sich hingegen nicht anpassen. Da die meisten Styles schon von Haus aus gut gemischt sind, ist das aber kein Beinbruch. Der Sound des Arrangers kann für ein günstiges Keyboard wirklich überzeugen.

Das PSR-E353 bietet einen Speicherplatz für einen User-Style, der entweder mit der Software MusicSoft Downloader oder mit der iOS-App MusicSoft Manager in das Keyboard geladen werden kann. Die App enthält auch gleich den Online-Shop zum Erwerb kompatibler Styles, hier kann man aus Yamahas großem Fundus auswählen. Gerade vor dem Hintergrund der neuen App finde ich einen Speicherplatz sehr wenig. Beim Blättern durch das Angebot des Shops stößt man immer wieder auf schöne Rhythmen, bekommt davon aber nur einen zur Zeit ins Keyboard hinein.

Songs und Recorder

Mit 154 Songs wurde das Angebot gegenüber dem Vorgänger auf etwa das Eineinhalbfache vergrößert. Neu hinzugekommen sind aber keine bekannten Lieder, sondern eine ganze Reihe spezieller Übungsstücke, beispielsweise zum Üben bestimmter Akkordfolgen. Das übrige Programm umfasst hauptsächlich Traditionals und einfache Klavierstücke. Beim Abspielen der Songs kann das Tempo geregelt werden und man kann die rechte und linke Hand zum Üben getrennt an- und abschalten. Außerdem stehen verschiedene Übungsfunktionen zur Verfügung. Es gibt eine mehrstufige Lernfunktion, wie man sie auch im PSR-E253 findet, und ein Programm namens „Keys to success“, das tatsächlich ganz lustig ist. Hier wird man mit Fingerübungen und sich langsam steigerndem Tempo an die Songs herangeführt, beim erfolgreichen Abschluss einer Lektion gibt es Applaus und das Keyboard lobt: „Excellent!“

Der integrierte Recorder verfügt über zwei getrennt bespielbare Spuren und eine Kapazität von fünf Songs. Auch die Begleitautomatik kann aufgezeichnet werden. Damit ist das PSR-E353 deutlich besser ausgestattet als die „kleineren“ Keyboards von Yamaha – mit fünf Songs und je zwei Spuren kann man schon einige Ideen festhalten.

Die fünf Speicherplätze für User-Songs lassen sich auch vom Rechner oder iOS-Gerät mit MIDI-Files füllen, hierfür kommen wiederum die Software MusicSoft Downloader oder die App MusicSoft Manager zum Einsatz.

Registrierungen und Music Database

Alle Einstellungen des Keyboards, also Voices, Style, Song, Tempo, Effekteinstellungen, Arpeggio, Splitpunkt etc., lassen sich als Registrierungen speichern und wieder abrufen. Dafür stehen neun Plätze zur Verfügung. Das ist natürlich viel zu wenig für den professionellen Einsatz, aber immerhin gibt es die Möglichkeit, einige persönliche Lieblings-Settings zu speichern. Leider kann man Registrierungen nicht benennen, man muss sich also die Nummern merken. Bei neun Plätzen liegt das ja aber gerade noch im Bereich des Möglichen.

In der „Music Database“ finden sich 100 vorgefertigte Registrierungen für viele bekannte Songs. In vielen Fällen passt das Setting tatsächlich gut zum Song, einige Einträge wirken aber auch ein wenig wahllos. Anders als bei den Profi-Keyboards von Yamaha kann man die Music Database beim PSR-E353 nicht mit eigenen Einträgen erweitern.

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