Feature
5
25.05.2018

Weekend Weapons KW 21 /2018

Tipps für das Wochenende

Zum Wochenende heißt es gewöhnlich ausschlafen und entspannen. Die Uhr eines DJs tickt dagegen völlig anders: Nachts ruhelos von Party zu Party wandernd, verfällt man tagsüber in vom Jetlag gezeichnet in Lethargie. Zwischen Frühstück am Nachmittag und dem Packen der Koffer für den nächsten Gig gönnt man sich dann die Momente, um Energie zu tanken und Inspiration für das Set zu sammeln.

Ob arbeiten, Platten drehen, auf die Piste gehen oder einfach nur entspannen oder eine gute Zeit haben: Hier sind unsere Weekend-Weapons für die KW 21/2018, heute von Dirk Duske.

Tipp Nr.1: Musik

D-Train: You’re The One For Me

Sind das nicht die Vocals von Paul Kalkbrenners „Cloud Rider“?! Und ob! Da sich in Beatports Nu Disco beziehungsweise Funk Soul Ecke etliche „zitierte“ Originale unter neuen Namen tummeln, lege ich euch diesen Electro-Funk Post-Disco-Track aus dem Jahr 1981 ans Herz. In den letzten 37 Jahren setzte die Platte keinen Staub an, der Sound ist wieder zeitgemäß und strotzt nur so von diesem fetten, elektronischen Bass, der Track braucht daher keine neue Politur, nur ein Soundsystem, dem dieser satte Groove gewachsen ist. Tipp Nr.1: Musik

Tipp Nr.2: Film

B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 

Ein dokumentarischer Spielfilm, der die Musikszene mit Originalfilmmaterial der Zeit von 1979 bis 1989 in Westberlin unter den Augen und Off-Kommentaren des Protagonisten Mark Reeve biographisch beleuchtet. Atemberaubend, beeindruckend, herrlich ironisch, dazu visuell laut! Kaum vorstellbar, in welchem maroden Zustand sich einst Berlin auf beiden Seiten der Mauer befand. Aber anders wären wohl nie diese innovativen Impulse aus dieser geographisch eingekreisten Keimzelle gekommen.  Meine Lieblingsszene: Westbam scratcht und sampelt in einem ZDF-Magazin und der Moderator fragt ihn sinngemäß, ob er glaubt, damit Geld verdienen zu können. Dieser Film ist nicht nur informativ und sehr unterhaltsam, sondern man bekommt auch einfach gute Laune und wahnsinnigen Bock, in einem Club zu 80er-Musik abzutanzen.

Tipp Nr.3: Lesestoff

Bill Drummond, Jimmy Cauty aka The KLF: Das Handbuch. Der schnelle Weg zum Nr. 1 Hit

Apropos 80er: In diesem Jahrzehnt spielt auch dieses autobiographische Buch. Der Titel hält, was er verspricht, denn die Autoren wissen, wovon sie schreiben. Hinter ihren weniger bekannten Namen verstecken sich KLF, die bereits als The Timelords in der 1980ern einen Nr. 1 Hit in Großbritannien landeten. Unverblümt schildern sie ihre Strategie, die UK-Charts zu erobern. Sie ziehen dabei über die Moral im Musikbusiness vom Leder, bebildern rhetorisch Exzesse – mit einer saftigen Portion englischem Humor.  Wer eine Bastelanleitung für einen Hit sucht, liegt hier völlig richtig, wobei die Vermarktungsstrategien sicherlich ein Update bräuchten. Ein Kultbuch, das leider nur noch als Second-Hand erhältlich ist und zu einem entsprechenden Preis gehandelt wird. PS: Für alle faulen Leser unter euch empfehle ich die Hörbuch-Version, gesprochen von Bela B.

Tipp Nr.4: Veranstaltung

Elements Festival

Wie wäre es mit einem spontanen Kurzurlaub in Baden-Württemberg? Nicht nur die Landschaft und das schon „fast mediterrane“ Klima laden dazu ein, sondern auch das in Dortmettingen, südlich von Stuttgart, am 25. und 26. Mai stattfindende Element-Festival.  Anhänger von House, Techno oder Drum’n’Bass werden auf jeden Fall in ihrem Element sein. Dafür sorgen Headliner wie R3hab, le Shuuk, Kaiserdisco, Karotte, Monika Kruse oder Thomas Schuhmacher. Mit einem Ticketpreis von knapp über 50 Euro fällt das Festival wirklich günstig aus, sodass sicherlich noch etwas Budget für einen Hotelaufenthalt abfällt, der auch in einem Abwasch mit dem Ticketkauf über die Festival-Website gebucht werden kann.

Tipp Nr.5: Leg mal wieder zu Hause ein Vinyl-Album auf

Wann habt ihr das letzte Mal einen Longplayer komplett, nicht nebenbei, sondern bewusst angehört? Ertappt! Die Musik verkommt zum nebensächlichen Soundtrack für den hektischen Alltag. Deswegen chillt auf dem Sofa, ohne Handy, Zeitung oder anderen Ablenkungen und legt ein Vinyl-Album auf. Damit fahrt ihr runter. Ich persönlich liebe es, sich uneingeschränkt dem Künstler mit all seinen Gedanken, geformt in Texten, Noten und dem beeindruckenden Coverlayout samt besonderer Haptik hinzugeben. Kein hektisches An- oder gar Wegskippen von Titeln, die mir nicht zusagen. Dies entschleunigt wahrlich euer Hörverhalten und ihr werdet in der Musik mit bisher überhörten Details belohnt!      

Verwandte Artikel

User Kommentare