Feature
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11.12.2008

Top sollte er sein, laut Aussage des Vorbesitzers...
Einen Pro One hatte ich noch nie in den Händen. Ich meine mich aber dunkel zu erinnern, dass wir in dem Musikgeschäft, für das ich während des Studiums arbeitete, Ende der 80er mal einen gebrauchten Pro One stehen hatten. Mein Chef sagte nur "das erste was abfällt, sind die Holzseitenteile - und auch sonst nur nicht zu scharf ansehen!". Aber der Sound soll ja legendär sein ...

Entsprechend gespannt war ich, als dieser E-Bay Kauf bei mir aufschlug (Tipps zu E-Bay Käufen alter Synths im Moog Prodigy Werkstattfeature). Ausgepackt, angeschaltet - und es fiepte fies unkontrollierbar durchs Frequenzspektrum.
Na super, das fing ja schon gut an - denn billig sind Pro Ones nicht zu bekommen. Außerdem war eine seltsame Modifikation auf der Rückseite des Synths angebracht (auf die hatte der Verkäufer allerdings hingewiesen). Sah aus wie der Scart Stecker eines Videorekorders.

 

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Von den 11 Synths, die ich für dieses Projekt angeschafft habe, waren nur 3 einwandfrei! Und einer entwickelte später noch eine Macke. So sehr ich auch eine schon krankhafte Schwäche für diese alten Instrumente habe, kann man nicht oft genug erwähnen, dass 30 Jahre alte Halbleiter und Technologie wirklich ihre Tücken haben kann!
Der Vorteil folgt auf dem Fuße: Da bei einem Instrument wie dem Pro One noch alles analog und diskret aufgebaut ist, stehen die Chancen für eine Reparatur eigentlich gut. Das wird bei einem Digitalsynth schon schwieriger ...

 

Wo gibt es Teile?
Sogar die Tastatur besteht aus einzeln aufgehängten Tasten, man könnte also theoretisch eine defekte Taste bequem austauschen. Praktisch steht dem gegenüber natürlich die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Im Falle des Pro One ist WineCountry eine gute Adresse: hinter diesem Namen verbergen sich ehemalige Sequential Mitarbeiter, die nach dem Niedergang von Sequential alle Ersatzteile aufgekauft haben. Heute bieten sie neben Ersatzteilen, die leider recht teuer sind (ein Oscillatorchip kostet inkl. Versand ca. 70 - 80 EUR), sogar komplett restaurierte Instrumente an. Aber auch auf E-Bay bin ich hin und wieder fündig geworden, da werden inzwischen sogar nachgebaute Austauschknöpfe etc. angeboten - ein Dorado für Technik-Schwachmaten wie mich! Wenn doch bloß dieser Sound nicht wäre ...

 

Noch mehr Infos zum Pro One findet Ihr in unserem Videofeature mit dem reparierten Synth!

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