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U-He RePro One Test

Hinter dem RePro One verbirgt sich U-Hes Software-Emulation des legendären Pro One von Sequential Circuits. Das Besondere daran: Die Alpha-Version ist kostenlos und besitzt fünf verschiedene Modelling-Filter. Der Anwender darf abstimmen, welche Algorithmen es später in das fertige Produkt schaffen sollen.

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Details

RePro One Alpha ist für Windows als VST- und für Mac als AU- und VST-Plug-in erhältlich (32 und 64 Bit). U-He weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um eine Alpha-Version handelt und die CPU-Auslastung noch sehr hoch ist. Die finale Version soll Ende 2016 erscheinen. Es ist keine Registrierung erforderlich, lediglich zur Teilnahme am Voting wird ein Account im Forum von KVR Audio benötigt. Den 14 MB großen Download und das Voting findet ihr hier.

Zur Entwicklung des RePro One bindet U-He die User mit ein.
Zur Entwicklung des RePro One bindet U-He die User mit ein.

Bedienoberfläche

Der RePro ist U-Hes erster Software-Synthesizer, der sich auch bei der Bedienoberfläche unmittelbar an einem Hardware-Vorbild orientiert. Das Interface ist relativ groß gehalten, weshalb selbst bei kleinen Bildschirmen mit hoher Auflösung alle Bedienelemente gut erkennbar sind. Zurzeit sind aber noch nicht alle Parameter implementiert.

Aufbau und Konzept

Während der Präsentation auf der Superbooth 2016 erwähnte Urs Heckmann, dass es schwierig sei, den Pro One wegen seiner Frequenz- und Crossmodulation zu emulieren. Dennoch bietet schon die Alpha-Version die klassische Grundausstattung des Vorbilds: Er ist monophon, besitzt zwei Oszillatoren, eine Mixer-Sektion inklusive Noise-Generator, eine ADSR-Hüllkurve, Glide, Pitchbend-Range, eine Mode-Sektion zur Steuerung des Trigger-Verhaltens mehrstimmig gespielter Noten und gestattet die Modulation des Filter-Cutoffs durch Oszillator B. Auf den Sequenzer/Arpeggiator und die Modulation-Matrix muss man bislang verzichten. 

Das Vorbild: Der Pro One von Sequential Circuits.
Das Vorbild: Der Pro One von Sequential Circuits.

Die fünf Filtermodelle

U-He hat fünf Filter-Algorithmen in die Alpha-Version eingebaut. Sie alle emulieren die im Pro One verbauten CEM3320 Filterchips von Curtis und verbrauchen unterschiedlich viel Rechenleistung. Außerdem klingt jede Emulation durchaus anders. Mastermind Urs Heckmann möchte herausfinden, ob es sich lohnt, für das letzte Quäntchen Authentizität erheblich mehr Rechenzeit zu opfern. Alpha-User können daher im Forum von KVR Audio über die fünf Filtermodelle abstimmen. Vielleicht klingt ja sogar ein Filter besser, das weniger ressourcenhungrig ist. U-He ging schon im Dezember 2015 mit dem Protoverb einen ähnlichen Weg und bezog die User bei der Erstellung von Reverb-Patches mit ein.

Ein Synthi zum Mitmachen: Online-Abstimmung der Filter-Models.
Ein Synthi zum Mitmachen: Online-Abstimmung der Filter-Models.

Los geht’s, unterziehen wir die fünf Filter-Models einem ausgiebigen Test:

Da ich keinen echten Pro One zur Hand habe, kann ich keinen direkten Vergleich ziehen. Nach meinem Geschmack hat aber Model 5 den ausgeprägtesten analogen Charakter. Selbst bei weit aufgedrehter Resonanz klingt das Filter sehr weich und liefert einen durchgängig angenehmen Sound. Wenn im finalen Plug-in die Modulations-Sektion hinzukommt, könnten mit diesem Model die besten Ergebnisse erzielt werden. 
Den mit Abstand obertonreichsten Sound bietet Model 1, der aber beim Aufdrehen der Resonanz aus der Reihe tanzt. Model 4 empfand ich als unangenehm und harsch. Je nach Sound führte Model 3 zu ähnlichen Ergebnissen wie Model 5. Eher „dirty“ klingt Model 3; zu dünn waren mir die Ergebnisse mit Model 2.

Fazit

Auch wenn der Synth noch nicht fertig ist, haben mich die Oszillatoren schon jetzt mit ihrem fetten Sound überzeugt. Die hohe CPU-Auslastung lässt nicht viele Instanzen zu, allerdings ist das bei Alpha-Versionen keine Seltenheit. Die Einbindung der User in das Projekt ist eine gute Idee, ich bin gespannt, welches Filtermodell schließlich das Rennen macht. 
Noch mehr kostenlose Plug-ins findet ihr in unserem großen Freeware-Special!

Pro
  • hervorragender Klang
  • authentisches Interface
  • kostenlose Alpha-Version
  • keine Registrierung
  • Mitwirkung am Synthesizer durch Voting
Contra
  • noch nicht alle Sektionen des Originals verfügbar
  • sehr hohe CPU-Auslastung in der Alpha-Version
Features
  • Alpha-Version des voraussichtlich Ende 2016 erscheinenden RePro One
  • monophoner Synthesizer
  • 2 Oszillatoren
  • Noise-Generator
  • ADSR-Hüllkurve
  • Pitchbend-Range
  • Glide
  • Modulation zur Steuerung des Cutoffs
Preis
  • kostenlos
Unser Fazit:
Sternbewertung 4,5 / 5
Pro
  • hervorragender Klang
  • authentisches Interface
  • kostenlose Alpha-Version
  • keine Registrierung
  • Mitwirkung am Synthesizer durch Voting
Contra
  • noch nicht alle Sektionen des Originals verfügbar
  • sehr hohe CPU-Auslastung in der Alpha-Version
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von Alexander Eberz

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