Hersteller_Tech21 Bass
Test
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21.02.2014

Tech 21 VT Bass DI / VT-RM Rack Mount Test

Bass Preamp / 19“ Bass Preamp

Doppelpack

Der Tech 21 VT Bass DI / VT-RM im bonedo-Test – Der SVT Röhren-Amp aus den Werkstätten der amerikanischen Verstärkerlegende Ampeg ist der Maßstab für kräftige, laute Röhren-Basstopteile und gehört seit mittlerweile über 40 Jahren zur Standardausstattung großer Rockn’Roll Bühnen. Viele Basser lieben diesen fetten und warmen Sound, aber nicht jeder hat das nötige Kleingeld für einen solchen Amp oder schlicht und einfach keine Lust, den bleischweren Boliden zu schleppen. Eine Lösungsmöglichkeit kommt von der ebenfalls amerikanischen Firma Tech 21, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den legendären Ampeg- Sound für die Hosentasche zu liefern. Die handlichen VT-Basspedale aus der Character-Serie sind schon seit vielen Jahren auf den Pedalboards zahlreicher Basser zu sehen, weil sie durchaus überzeugende Simulationen amtlicher Ampeg-Stacks liefern können und schnell an jedem Ort einsatzbereit sind. Grund genug für Tech 21, die Modellpalette mit zwei weiteren VT Bass-Geräten zu ergänzen, die bereits auf der Winter Namm 2013 der Öffentlichkeit präsentiert wurden. 

Die Rackversion VT-RM ist eine erweiterte 19-Zoll-Version des VT Bass-Pedals mit zusätzlichen Features wie beispielsweise einem Effekt-Loop und allerlei Ausgängen für den Einsatz im Studio oder an einer PA. Mit dem zweiten Neuling, dem VT Bass DI Pedal befriedigt Tech 21 die Nachfrage nach einem kompakten VT Bass-Pedal mit Di-Box-Funktionalität für einen noch vielseitigeren Einsatz.

Details

Gemeinsamkeiten

Tech 21 hat beiden neuen VTs die Schaltung des altbekannten VT Bass aus der Character-Serie eingepflanzt und deshalb sind auch die Parameter, die man mit den Regler beeinflussen kann, identisch. Ein zusätzliches Poti kann aber sowohl der VT Bass DI als auch die Rackversion aufweisen: Mit dem neuen Blendregler lässt sich der Effektsound mit dem trockenen Signal mischen, ein sehr sinnvolles Feature, das wir bei vielen neueren Effektgeräten finden. Einige VT Bass Nutzer haben eine solche Mischmöglichkeit bisher vermisst, weil das Pedal die Mitten deutlich aushöhlt und der Sound in manchen Anwendungsbereichen dadurch an Durchsetzungskraft verliert. Mit dem Blendregler kann man gezielt gegensteuern und den neutralen Sound nach Belieben beimischen. 

Die anderen Regler sind aber alte Bekannte. Das Character-Poti bietet eine Palette von Sounds mit verschiedenen Frequenzkurven, die unterschiedliche Ampeg-Amps repräsentieren. Mit Drive wird der Verzerrungsgrad justiert und mit Level anschließend die bevorzugte Endlautstärke festgelegt. Beide VTs kommen auch mit einem aktiven Dreiband-EQ inklusive Boost- und Cut-Funktion und den entsprechenden Reglern Bass, Mid und Treble. 

 

Die Unterschiede

 

VT BASS DI

Das VT Bass DI-Pedal hat außer den bereits genannten gemeinsamen Reglern zwei Schalter auf der Oberseite, von denen einer die Speakersimulation ausschaltet, die bei allen VT Bass Geräten eingebacken ist. Der zweite Schalter mit der Bezeichnung „Bite“ aktiviert einen Boost in den Höhen und gleichzeitig den Subsonicfilter, der den unteren Bereich straffer und knackiger macht. Letzterer sollte vor allem bei stark verzerrten Einstellungen aktiviert sein, damit der Klang mehr Konturen und Definition bekommt. 

Als nächstes kommen wir zu den Anschlussmöglichkeiten der handlichen DI-Box Version. Wie der Name unschwer erkennen lässt, ist beim neuen Pedal eine DI-Box integriert und daher auch ein symmetrischer Ausgang in Form einer XLR-Buchse vorhanden. Das Signal des XLR-Ausgangs kann mit einem Pad-Schalter an der Oberseite um 20 dB abgesenkt werden, falls es für das verbundene Equipment heftig sein sollte. Ein weiterer Schalter erdet das Gerät, das dann auch gleichzeitig mit Phantompower von einem Mischpult versorgt werden kann. Neben dem XLR-Ausgang sitzt der normale Klinkenausgang für die Verbindung mit einer Bassanlage, auf der gegenüberliegenden Seite parkt die Eingangsbuchse für den Bass und eine weitere Klinke mit der Bezeichnung „Parallel Output“. Dieser Ausgang ist direkt mit dem Eingang verdrahtet und schickt ein absolut unbearbeitetes Signal aus dem Pedal. Das VT Bass DI-Pedal hat natürlich auch einen Anschluss für den Betrieb mit einem Netzteil, verrichtet seinen Dienst aber genauso gut mit einer 9-Volt-Batterie - weder Batterie noch Netzteil werden allerdings mitgeliefert.  Ich finde beim Tech 21 eigentlich alle Features, die ich von einer Preamp/DI-Box-Kombi erwarte, und trotzdem bleibt das Ganze handlich und kompakt. Das Metallgehäuse ist sehr gut verarbeitet und macht einen robusten Eindruck, nur der Plastikdeckel für das Batteriefach ist nicht am Gehäuse befestigt und wirkt billig. 

VT-RM

Das neue VT-RM ist eigentlich die Rackversion des VT Bass-Pedals und unterscheidet sich - abgesehen von der offensichtlich anderen Form - nur durch zusätzliche Ein- und vor allem Ausgänge, die teilweise im Level geregelt werden können und das Gerät sehr vielseitig einsetzbar machen. Die zwei XLR-Ausgänge mit den Bezeichnungen Sansamp und Uneffected schicken ein symmetrisches Signal aus dem Gerät und eignen sich am besten zum Aufnehmen im Studio. Wie man leicht erraten kann, entlässt die Buchse Uneffected ein unbearbeitetes Signal, während Sansamp den kompletten Effektsound an das Recording-Equipment liefert. Der Sansamp-Ausgang kann außerdem mit einem Pad-Schalter um 20dB abgesenkt werden, beide XLR-Ausgänge werden in der Lautstärke mit dem XLR-Regler auf der Front des VT-RM gepegelt. Das gleiche Ausgangspaar gibt es daneben noch einmal in Klinkenform, allerdings ohne Pad-Schalter. Hier wird die Laustärke vom normalen Level-Regler auf der Front bestimmt. An den unbearbeiteten Klinkenausgang kann beispielsweise ein weiterer Preamp oder ein Effektgerät gesteckt werden, oder man benutzt die Buchse einfach als Tuner-Out für das Stimmgerät. 

Für die Effekte hat Tech 21 der Rack-Version aber auch einen extra Loop spendiert. Neben den Send- und Return-Buchsen bietet der Effektweg einen 50/50 Mix-Schalter, der dafür sorgt, dass nur 50% des VT-Signals durch das Effektgerät gehen. Rechts daneben ist ein zweiter Klinkeneingang inklusive -20dB Padschalter platziert, der bevorzugt dann zum Einsatz kommt, wenn das VT-Rack in einer Signalkette mit vielen anderen Geräten eingesetzt wird. Dieser Input ist aber sofort stummgeschaltet, wenn am Eingang auf der Frontseite ein Bass angeschlossen wird. Damit sind wir mit den Anschlüssen auf der Rückseite des neuen Rack VTs auch schon fast durch, nur die zwei Footswitch-Klinkenbuchsen habe ich noch nicht vorgestellt. 

An die Footswitch-In-Buchse passt jeder herkömmliche ON/Off Schalter, der dann das VT-RM aktiviert oder deaktiviert. Die Footswitch-Out Buchse lässt sich bei Bedarf mit der Footswitch-In Buchse eines weiteren VT-Bass verbinden, um dann beide Geräte mit dem Schalter bedienen zu können. Wie man sieht, kommt die VT Bass Rackversion mit einer ziemlich üppigen Patch-Bay, über die man das Gerät auf vielfache Weise live oder im Studio, als Basspreamp in einer Bassanlage, als Studiogerät in einer Signalkette mit vielen anderen Geräten oder einfach als Recording-Preamp und DI-Box für den Bass einsetzen kann. Auch beim VT-RM gibt es an den Materialien und an der Verarbeitung nichts auszusetzen, alles ist stabil und bündig. Mit einer Höheneinheit und einer Einbautiefe von nur 13 cm nimmt der neue Ampeg-Simulator auch nicht wirklich viel Platz im Rack in Anspruch. 

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